Beschreibung
Cranach, Lukas d.Ä.
Titel: Meister Lukas
Reych: Nr. 27 Cyborgia (Coburg)
Geb.: 04.10.1472 in Kronach
Gest.: 16.10.1553 in Weimar
Volltext
deutscher Maler und Kupferstecher Nach der ersten Unterweisung bei seinem Vater „Hans Maler" und nach Wanderjahren ließ er sich um die Jahrhundertwende als Maler in Süddeutschland nieder. Später wanderte er als Holzschneider nach Wien. Aus dieser Zeit stammt sein frühestes bekanntes Gemälde „Kreuzigung Christi" (1503) und das älteste mit seiner Signatur versehene Bild „Ruhe auf der Flucht" (1504). Cranachs reichhaltiges und vielseitiges Werk, vor allem seine eindrucksvollen Bildnisse, begründete zunächst den „Donaustil", später die „sächsisch-mitteldeutsche Schule" und strahlte, allenfalls von Dürer übertroffen, weit nach Norden und Osten Deutschlands aus. 1505 ging er als Hofmaler des Kurfürsten Friedrich dem Weisen nach Wittenberg, eröffnete eine eigene Werkstatt und fand zu einem gänzlich gewandelten Stil. Der lebensvolle, farbensprühende Schwung wich bereits mit dem „Katharinenaltar" (1506) einer problematischen und gedanklichen Tiefe. 1508 wurde er vom Kurfürsten in den Adelsstand erhoben. Sein neuer Auftraggeber war mit seinem Schaffen höchst zufrieden und verlieh ihm den Wappenbrief mit einer geflügelten Schlange, seiner künftigen Signatur. Nach einer Reise in die Niederlande, 1508, wurde in seinem Werk der Einfluss der großen holländischen Meister spürbar. Er fand mit seinen Darstellungen, Altar- und Andachtsbildern, weltlichen und amourösen Gemälden sowie Szenen mit antiken Götter- und klassischen Sagenthemen so großen Anklang, dass er die Flut der Aufträge nur mit zahlreichen Hilfskräften bewältigen konnte. Viele Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen dienten als Illustrationen für die Bibel, Reformationsschriften und für das Gebetbuch Kaiser Maximilians. 1519-45 war Cranach Ratsmitglied in Wittenberg und zeitweise auch Bürgermeister. Enge freundschaftliche Beziehungen verbanden ihn mit Melanchthon und vor allem mit Luther, dessen äußere Erscheinung uns durch Cranachs Portrait wohl am besten überliefert wurde. Andere Bildnisse gehen, wie die Darstellungen von „Venus", „Eva" und „Lucretia", in kapriziöse Aktbilder über, die wiederum im „Jungbrunnen", 1546, oder im „Goldenen Zeitalter" zu bewegtem, paradiesischem Treiben komponiert sind. In Cranachs Malerwerkstatt arbeiteten auch seine Söhne Johannes und Lukas Cranach d. J. Außer seiner Kunst betrieb er noch einige einträgliche Gewerbe. Er kaufte 1520 in Wittenberg eine Apotheke und einen Buchladen mit Papierhandel. Seine Werke sind über die ganze Welt verstreut. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt