Beschreibung
Cornelius, Peter
Titel: Abdul Hassan der Liederfrohe
Reych: Nr. 45 Moguntia (Mainz)
Geb.: 24.12.1824 in Mainz
Gest.: 26.10.1874 ebenda
Volltext
deutscher Komponist Carl August Peter Cornelius, der feinsinnige Neffe des gleichnamigen Malers nazarenischer Schule, steht als Vertreter jener Komponistengeneration, die unmittelbar unter dem Einfluss von Richard Wagner stand. Kritisch sah er seine Tätigkeit in einer biographischen Skizze als „achtenswerte Arbeit eines Talents auf dem Boden, den ein Genius, Wagner, urbar gemacht hat". Er wurde als Sohn eines Schauspielerehepaars geboren und gleichfalls als Schauspieler erzogen, bevor er seine Schritte nach Berlin lenkte, um bei Siegfried Dehn Komposition zu studieren. Im Hause seines Onkels traf er mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Bettina von Arnim, Joseph von Eichendorff und Wilhelm von Humboldt zusammen und befreundete sich mit Paul Heyse. Nebenbei als Kritiker an den Berliner Zeitschriften „Echo" und „Modespiegel“ beschäftigt, später Sekretär bei Franz Liszt, erwarb er sich allgemein Sympathien. Als Vorkämpfer der neudeutschen Schule begab er sich jedoch in das Spannungsfeld, das zwischen Konservativen und „Neuerern“ entstanden war. Dem „Selbstverbrennungsprozeß" „festgefügten entgegensetzen. Diese Intention trachtete er in den poetischen Opern „Der Barbier von Bagdad", 1858, und „Der Cid", 1865, die beide in Weimar entstanden sind, zu verwirklichen. Cornelius, der Liszt nach Weimar gefolgt war, befreundete sich hier mit dem Maler Friedrich Preller, der ihm 1855 eine Bleistiftzeichnung dedizierte, (Weimar, Schlossmuseum). Über Wien folgte er seinem Idol Wagner nach München, während er wenige Jahre zuvor den Ruf dorthin mit der Begründung ablehnte, dass er zu musikpoetischem Schaffen berufen sei. Als enger Freund der Familie Wagner wirkte er gemeinsam mit Hans von Bülow bis kurz vor seinem Tode an der königlichen Musik- und Opernschule in München. Die Hauptstärke des Dichtermusikers liegt in der Komposition von Liederzyklen, etwa der Weihnachtslieder op. 8 oder „An Bertha", op. 15, in denen er vornehmlich eigene Texte vertonte. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt