Ritterschaftliches Archiv

Unbekannt ·Ritterbuende

Beschreibung

ABC der Ritterbünde Ein Archiv des Deutschen Ritterbundes, gegründet von Ulrich von Lichtensteyn, Ritter der Siegenfelder Burgritterschaft zue Monachia am 1. im Herbstmond 1920. Er ging nach der Wiedervereinigung der beiden großen Ritterbünde mit großem Elan daran, ein Archiv für den Ritterbund aufz

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ABC der Ritterbünde Ein Archiv des Deutschen Ritterbundes, gegründet von Ulrich von Lichtensteyn, Ritter der Siegenfelder Burgritterschaft zue Monachia am 1. im Herbstmond 1920. Er ging nach der Wiedervereinigung der beiden großen Ritterbünde mit großem Elan daran, ein Archiv für den Ritterbund aufzubauen. Das Leitwort unter dem sich historisch interessierte und sachkundige Recken zusammenfanden, lautete: „Nur geistige Macht und Vorwärtsstreben verleihen unserer edlen Rittersache Ansehen und Würde!“ Er wollte Schriften, Satzungen, Chroniken über besondere Ereignisse und wertvolle Gegenstände für nachkommende Recken bewahren. Viele, im Ritterreich wohlbekannte Recken erklärten ihre Mithilfe. „Dann wird es Frühling werden in den deutschen Rittergauen!“ Mit dieser stillen Hoffnung richtete sich der Archivar an die Heroldleser und versuchte, dem Rittertum wieder mehr Inhalt zu vermitteln. Mit großen Enthusiasmus ging Ulrich von Lichtenstein ans Werk und erstellte eine Archivordnung, unterteilt in einen detaillierten Arbeits- und einen durchdachten Organisationplan für das Archiv, das der Hochmeyster Heinrich von Löwenklau zum „Bildungsarchiv des Deutschen Ritterbundes“ erhoben hat. Die Burgensammlung des Archivs wies bereits über 2.000 Abbildungen auf. Vieles lag aber noch in den Truhen der Bünde oder auf den Heimburgen der Ritter. Dringend bat er um Abbildungen von Burgen, Ansichtskarten, Lichtbildern, Zeitungsausschnitten und Literatur mit Quellenangaben. Lichtensteyn schuf auch das Archivwappen. Es war zweigeteilt. In der oberen Hälfte führte es die Eule als Symbol der Weisheit, die ihre Adlerschwingen für den Habsburger wie auch für den Preußischen Adler ausbreitet, um anzuzeigen, dass das Archiv länderübergreifend für Deutschland und Österreich zuständig ist. Im unteren Schild ist die Arche des Alten Testaments abgebildet. Die beiden Türme gaben kund, dass das Archiv Vergangenes sicher bewahrte und die Wellen am unteren Ende zeigten, dass alles in Bewegung ist. Das Überschwängliche des Archivars war nicht auf die Bünde übergesprungen, so dass das Archiv am 3. im Herbstmond 1922 auf der Burg des Grünwalder Ritterbundes zum letzten großen Auftritt gezeigt worden war. Die technischen Mittel waren für die Schaffung eines Archivs noch nicht so weit, um die Fülle an historischen Ereignissen aus den Bünden zu erfassen und zu bewahren. Lichtenstein hatte guten Kontakt zu Otto Piper (Pseudonym: P. Sincerus), einem anerkannten Burgenforscher (Deutsche Burgenkunde). Er konnte Lichtenstein viele Hinweise zum Archiv geben. Er riet Lichtensteyn: „Versuchen Sie doch einmal, der Sache Archiv neben der unterhaltenden auch eine zweckmäßige Seite abzugewinnen.“ Es vergingen über 50 Jahrungen, bis der Erlauchte Hadamar von Laaber 1980 Jörg von Chamerau (Schwemmer) beauftragte, nach ritterlichen Unterlagen bei den Bünden zu forschen. Festgelegt wurde, dass das Archiv Auskunft erteilt und Material zur Verfügung stellt, um Bünden bei Veränderungen, Neugründungen über Tradition, Gedankengut sowie Sinn der Ritterbünde zu helfen. Es wurde weiter festgelegt, dass Herolde, Standeslisten, Almanache, Niederschriften über Rittertage, Kapitelabläufe, Sitzungsprotokolle der Bundesleitung und alle sonstigen Dokumente, die traditionellen Wert besitzen, gesammelt werden. Dazu erfolgten Aufrufe im Herold an alle Bünde, Recken und Angehörigen von verstorbenen Ritterbrüdern, dem Archiv etwaige Dokumente zur Verfügung zu stellen. Jörg von Chamerau erklärte sich bereit, nicht all zu sperriges Gut in seinem Keller zu lagern und listenmäßig zu erfassen. Nach dem ersten Sichten der archivwürdigen Gaben wurden für die Aufbewahrung Staubschutzhüllen angeschafft. 1983 veröffentlichte er im Herold eine Archivordnung. Mit Akribie ging Jörg von Chamerau ans Werk und sammelte von den Bünden Dokumente, Urkunden, Fotos und Standeslisten. Schnell füllte sich das Archiv. Sicherlich waren die meisten Gegenstände Kopien, doch deswegen nicht weniger aussagekräftig. Um einen Überblick über seinen Schatz zu haben, legte er ein Archivbuch an, in dem er mit seiner markanten Handschrift in chronologischer Reihenfolge jedes vereinnahmte Stück — auch den Schenker – festhielt. Nach fünfjähriger, rastloser Archivarbeit übersiedelte das Archiv nach Monachia. 2001 stellte man fest, dass das Archiv des DR unwiederbringlich verloren ist. Archiv und Archivare waren verschwunden bzw. hatten sich aus dem Staub gemacht. Danach übernahm Berthold IV. von Andechs die verbliebenen Archivstücke. Alle guten Dinge sind drei, sagt ein Sprichwort. So hat der Hochmeyster Lanzelot du Lac mit Berthold IV. von Andechs den dritten Frundsberger als Archivar in die Bundesleitung berufen. Dieser erstellte mit Hilfe moderner Technik ein digitales Archiv auf. Dabei wurden Urkunden, Fotos, Briefe, usw. auf CD gebrannt und konnten jedem Bund zur Verfügung gestellt werden. Besondere Dokumente wie Urkunden, Einladungen zu Festkapiteln usw. werden in althergebrachter Weise aufbewahrt. Die Heroldausgaben wurden von ihm als durchsuchbare PDF-Dateien erstellt. Viele Archivstücke sind in den letzten Jahrungen angesammelt und angekauft worden. Die Mehrzahl der Urkunden und Schriftstücke sind naturgemäß Kopien; wobei aber die Vielzahl der Kopien einen sehr guten Einblick in das ritterliche Burgenleben gewährt. Das Archiv erfüllt so die Anforderung an ein umfassendes Wissensgebiet. Ein Archiv ist nur dann lebendig, wenn es auch zum Nachlesen von allen genutzt wird Nachdem Berthold IV. von Andechs aus gesundheitlichen Gründen das Archiv nicht mehr betreuen konnte, übernahm Werner von Podewils, Großmeyster der Waldeckher das Archiv und überführte es nach Kemenatha. Im stand als museale Wühlmaus Ottokar von Heydegg, Großmeyster der Wallensteiner, tatkräftig zur Seite. Dann hatte das Archiv mit Lanzelot du Lac noch einen Einkäufer, der wertvolle originale Gegenstände, Urkunden, Bilder u.v.m. aufkaufte. Nicht immer waren seine verschlungenen Pfade nachvollziehbar. Mit den vielen neuen Objekten hatte das Archiv bewiesen, dass es lebt. Das Archiv besitzt heute eine Vielzahl von Exponaten: von Ritter geschriebene Bücher, Sassenbriefe, Mu- sikstücke, Bilder von Bünden und Burgen. Einem geschichtlich Interessierten muss das Herz aufgehen, wenn er diese Raritäten sieht.
Quelle: Lulupedia Import