Kapellmeister Alois Dostal (R. Staberl). Kunstmaler Josef lost (R. Kle
xeridt), Hofschauspieler Karl v. Zeska (R. Pingh-Pil1gfl), Militär-Kapellmeister
Wilhelm Wacek (R. TeHt), Operettensänger Louis Treumann (R. Waldsdtratt)
und noch viele andere. Die Chronik des Reyches verzeichnet u. a. als Ehren
pilger den k. k. Klavierfabrilcanten Ludwig Bäsendorfer und den k. k. Konzert
meister Arnold Rose. Nach Hunderten aber kann man diej enigen stillen
Sassen zählen, welche mit ihrer bescheidenen Kunst die Herzen ihrer Uhubrüder
erfreuten und in unwandelbarer Treue das Banner Vindobonas hochhielten.
Das Reych zählte In der Jahrung a. u. 98/99 (1957158) 1818 Immatriku
lierungen. Der letzte Erzschlaraffe des Reyches. Gr. Urs. R. NarcisHs Genl1a
l1icus, hatte am 5. Hornung a. u. 71 (1930) den Ritt gen Ahalla angetreten.
Uhu war ihm gnädig gewesen. denn er konnte rast alle größeren Feste Vindo
bonas miterleben und ein
Geschick ersparte ihm die traurigen Zeiten
des unverschuldeten Niederganges des Reyches, welches er in treuer Gefolg
schaft des großen HöllcI1steü1 zu U11US Ehre mitgegründet hatte. Auch in den
schwersten Zeiten der Not und Wirren hielt das Reych die Treue zur Allmutter
Praga und dem großen schlaraffischen Gedanken.
Nr.25 BA S I L E A (Basel)
gegründet 21. 12. a. u. 21 (18 so)
A. U. 1580 entschloß sich der fahrende R. Colo
pUoltiHf11 der h. Amstelodamia (Richard Hagen), dem
Uhu in der Stadt Basel einen Horst zu bauen. Es
unterstützte ihn der R. Faril1Cl von 0 de ColOgl1c
aus der h. Fryburgia
Norenberg). Sie sammel
ten in kurzer Zeit einen Kreis von zehn weiteren
Theaterleuten, die mit Begeisterung dem gesteckten
Ziel zustrebten. R. ColOpnOl1iH/l1 wandte sich auch
an einige seßhafte Basler, die er für seinen Plan zu
gewinnen suchte. Zu ihnen gehörte u. a. Henry Hofacker, der spätere R.
BleicJtC11zwang der Zoilsdmüffler, der vier lahre später bei der Gründung der
h. Nova Yorkia mitwirkte. Aus der Reihe der damaligen Erzschlaraffen sei
noch R. BOll1basticHS hervorgehoben, der nach der Gründung Basileas in Bern
der Trutztochter ans Licht der SchlaraffenweIt half.
Die Sanktion des
wurde von Hkt. OHed,silber V011
einem
damals in Fryburgia seßhaften Pragaritter vollzogen. Ein Jahr später wurde
R. OHed~silbel' sogar Sasse der Basilea, für kurze Zeit zwar, denn seine Tätig
keit am Basler Stadttheater erstreckte sich nur über
Monde. Bei der
Sanktionsfeier verlieh die Basilea den von der h. Ailmutter übernommenen
Orden vom Eisernen Reif. Dieser Orden wird heute noch den Jungrittern der
Nachbarreyche zum Ritterschlag verliehen. Er wurde aber auch, nur am kurzen
Band zu tragen, der Willekum-Orden der 'Basilea und hat sich in dieser Form
unverändert über 75 ] ahrungen erhalten. Der Orden vom Eisernen Reif gehört
somit zu den ältesten, heute noch im Gebrauch stehenden Orden des Uhu
versurns.
427
Die ersten 40 Jahrungen der Geschichte Basileas sind aufs engste mit dem
Geschehen am Basler Stadttheater verknüpft. Schauspieler und Sänger bildeten
stets den größeren Teil der Sassenschar. So war a. u. 58 (1887) der Ur schla
raffe Huppel di Hax während
Monden in der Basilea daheim. Die
größte Sorge des Reyches in dieser Zeit war wohl immer die Burgfrage. Über
zwanzigmal mußte die Burg gewechselt
weil das meist bis in die frühen
Morgenstunden sippende Völklein derer Schlaraffen den Unmut des jeweiligen
Hospes erregte. Nach einer 38 Jahre dauernden Wanderschaft bezog die Basilea
a. u. 59 (1918) an der Bäumleingasse eine Burg, wo sie sich zum erstenmal
für einige J ahrungen einrichten konnte. Sechs Jahre später -
so lange hatte es
die Basilea noch nirgends ausgehalten
erbauten die Ritter Maxil11, Nlodern
und Rokitno die Rheinburg an der Steinentorstraße 29, wo Uhu nun während
29 J ahrungen ungestört horsten konnte.
Basilea war zu einem stattlichen Reis am Baume Allschlaraffias herangewach
sen und zählte über 30 treue Sassen. Das ,0. Stiftungsfest a. u. 71 (1930)
wurde mit großem Glanz gefeiert und eine ansehnliche Gästeschar füllte den
geräumigen Saal der Safranzunft bis auf den letzten Platz. Aus der h. Allmutter
war Hkt. Amoroso hergeritten, um die Glückwünsche der Praga zu überbringen.
Doch die Weltgeschichte brandete auch in die so sicher scheinenden Mauem
der damaligen Rheinburg. Aber inmitten der Los-von-Praga-Bewegung schloß
man sich mit den helvetischen Schwesterreychen enger zusammen, hielt der h.
Allmutter unverbrüchliche Treue, öffnete manchem lieben Schlaraffenbruder,
der in der Heimat nicht mehr gelitten war, die Burgpforten und nahm ihn in
die Sassenschar auf.
Die zehn Jahrungen nach dem zweiten Weltkrieg bedeuteten für die Basilea
eine Zeit neuer, innerer Erstarkung, erfreulichen Aufstieges und der herzlichen
Freundschaft mit den wiedererstandenen Reychen im Uhuversum. Leider aber
wurde die alte Rheinburg ein Opfer des nach dem Kriege einsetzenden wirt
schaftlichen Aufschwunges der Stadt Basel und des Schweizerlandes. Da, wo
einst die von Hkt. Uhli mit herrlichen Fresken geschmückte Burg gestanden
hatte, ragt heute ein gewaltiger Autosilo hoch. Doch ein zweites Mal erwiesen
sich die Oberschlaraffen Maxim und Rokitl1o, zusammen mit ihrem Ambts
bruder Uhli und dem Burgvogt G-Raps als tüchtige Bauherren, und in der
Winterung 9,/96 (19H/55) bezog die Basilea am 14. des Hornungs a. u. 96
ihre neue Burg am Unteren Heuberg, eine Burg, die weitherum ihresgleichen
sucht. In der neuen Burg wurde am 19. des Windmondes a. u. 96 das 75. Stif
tungsfest celebriert. Sie ist der jetzt auf 40 Sassen angewachsenen Reckenschar
sicherer Hort nach profaner Mühsal und dem von ferne einreitenden Recken
gastliche Heimstatt, wo ihm aufrichtige Freundschaft
wird.
Inmitten der schweren Zeit ohne purg hatte der
Marschall Mihro
das Kunststück fertiggebracht, in Luzern, wo schon so l1:ancher gleichgerichtete
Versuch gescheitert war, ein neues Uhunest zu bauen und der Basilea eiI1
zweites Tochterreych zuzuführen.
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Nr. 26 K I L I A (Kiel)
gegründet 21. 12. a. u. 21 (1880)
Die altehrwürige Kilia erblickte am 21. des Christ
monds 1580 (1880) als vierte Tochter der h. Colonia
Agrippina und Enkelin der Wratislawia das Licht des
Uhuversums. Die schleswig-holsteinischen Landesfarben
Blau-Weiß-Rot waren auch die Reychs- und damit auch
die Wappenfarben der stolzen Kilia. Im blauen Feld
dieses
sehen wir ein großes Segelschiff, im
weißen Feld, neben dem Gründungsdatum, das Wappen
der
und im roten einen goldenen Pokal.
Wer hat nun die altehrwürdige Kilia gegründet? Die schlaraffische Chronik
nennt als Erzschlaraffell die Ritter: AI~iba deI' Eiluige, Molthe der Großmütige,
Columbus der Rastlose. Nestol' der Grausambe, Ka1c11as der Mißvergl1ilgte,
Simson der NoteI1scJ.twiirmer, Apollo VOI1 Theben, Piso von Babelsberg, Ro1md
der Wildgraf, Blaubart der
Quast der Echstein und als Initiator
der Gründung einen
Stolze der Improvisator. einen angeblichen Sassen
der Amstellodamia. Dieses Reych vernehlte jedoch Stolzes Zugehörigkeit zur
Schlaraffia, der dann auch bald wieder im Dunkel der Profanei verschwand,
nachdem er bei der
der h. Wormatia ebenfalls eine zwielichtige
Rolle gespielt hatte. Nach diesem Intermezzo übernahm die h. Colonia Agrip
pina Mutterstelle an dem
Reych. das sich zur Freude und zum Stolz
Uhus in der Folgezeit
entwickelte. Herrlichkeiten waren in jener Zeit
die Ritter: Ric1wrd der
der auch das Kantzlerambt wahrnahm, Carlos
die Rolandseic1te, Gf1lascJ.t VOl1 Pußta. Marschall war Ulfilas von Salizyl, Jun
kermeister Drasal der Gloci,enturm, der übrigens auch die ersten Bände der
alten Chronika Schlaraffias Ende der J ahrung 1596/97 schrieb und schließlich
Schatzmeister Tl1eobald der Lululatte. Außerdem hatte die Kilia noch fünf
Ritter, einen Junker und einen Knappen, sämtliche ansässige Bürger der Stadt.
Jviit anderen Reychen wurden bald enge Beziehungen aufgenommen. Die Kilia
blühte und wuchs in den darauffolgenden Jahren. Folgende Namen leuchteten
am Himmel des jungen Reyches neben den vorgenannten : Augustus. Twist,
Gilka. Sprott und Ni;ttrod. Die Burg der Kilia wu
[… Fortsetzung im Originalband]