Sugambria

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 398 — Sugambria. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

398 Sugambria
Uhufinsternis entlang des rechten Rheinufers zwischen Düsseldorf und Limburg sowie die Tatsa-
che, dass viele Schlaraffen profan einen Wohnsitz in der Umgebung der Benediktiner Abtei gefun-
den hatten, waren Anlass, dem Uhu eine neue Heimstätte in der Geburtsstadt des Komponisten
Engelbert Humperdinck (ES Spielmann) und Kreisstadt Siegburg zu schaffen. Für diese Idee warb
bereits a.U. 117 der Rt Homer, K des h. Reyches Castrum Bonnense, mit großer Beharrlichkeit. Dem
Urheber der Idee sowie den künftigen Gründungsrittern qbi (54), Laternus (193) und Balachso-laut
(384) gelang es mit unermüdlicher Überzeugungs- und Tatkraft sowie unerschütterlichem Opti-
mismus allmählich 15 Ritter aus 12 Reychen und 5 Profane zu einem stattlichen Stammtisch zu
vereinen. Am 2.3. a.U. 120 erklärt das Florestanreych sein Einverständnis, die junge Gemeinschaft
fürderhin zu betreuen. Der ASR genehmigt die Bildung eines Feldlagers in Siegburg am 9.5. a.U.
122. Das Uhunest erhält einen Namen aus der rheinischen Geschichte. Da die Gemarkungen des
künftigen Reyches mit dem Siedlungsgebiet des vor 2000 Jahren dort lebenden Germanenstammes
„Sugambrer” weitgehend identisch ist, kommt eine Einigung auf den Namen „Sugambria” schnell
zustande. Am 28.4. a.U. 125 celebriert das Mutterreych Castrum Bonnense gar feierlich die Colo-
nieerhebung . Bereits 18 Monde später – am 26.10. a.U. 126 – vollzieht ASR Rt Arborelli (339) den
Sanktionsakt im Ratsaal von Sankt Augustin. 300 Recken mit ihren Burgfrauen aus 70 Reychen und
einigen Colonien jubeln den 38 Sassen in ihren blau-gelb-roten Rüstungen zu.
Viele Sippungen werden nun den Ehrenschlaraffen Allschlaraffias, der Traditionspflege sowie non-
chalanter Geselligkeit und herzlicher Gastfreundschaft gewidmet. Der Schalk stand Pate bei der
Erkürung des ES Anonymus, des bislang unbekannten und genialen Schöpfers unzähliger Werke
aller Kunstrichtungen und entfernter Vorfahre des Otto Bögeholz. Mit der Wahl des ES Karlchen
Grips – Kurt Tucholsky –, dem geistreichen und mutigen Zeitkritiker der 20er Jahre, wurde eine
Brücke in die neuere Zeit geschlagen.
Die Musikalität des Reyches kommt symbolisch zum Ausdruck im Namen des Domizils „Spiel-
mannsburg” und offenbart sich in jährlichen Turneys um den Musifroh-Humpen mit dem Thema
„Evergreens”, der Komposition eigener Klänge zur Begrüßung der Gastrecken, als Bettelklang oder
aus Anlass des regelmäßig abgehaltenen Thing, das zu Ehren des tapferen Sugambrer-Fürsten Sigi
veranstaltet wird. Der von Rt Artimus wieder gefundene Nachfahre, Siggi der Sugambrersproß ruft
alle 2 Jahre die Recken zum Wettstreit um das Goldene Met-Horn. Die Sugratussy, eine von Rt
Don Migrando entdeckte Dichterin, die erstmals Stab-und Endreim miteinander verband, trägt zu
diesem Geschehen Verse über sugambrisches Stammesleben bei. Die Sassen sind stolz auf die Rtt
Bedacht, I-Jazz, Schah-Mula, Scribél und Ehenergie, die nunmehr auf eine 40jährige Zugehörigkeit
zu Allschlaraffia in verschiedenen Reychen zurückblicken können. Noch zu Beginn der Reychsgrün-
dung wurden Kontakte zu den im Verborgenen sippenden Ostreychen geknüpft, die bis heute Be-
stand haben. Der aus den Wirren des Zeitgeschehens gerettete Nachlass der erloschenen Ysenaha
(243), mit dem vor Kurzem restaurierten Banner, bildet den Grundstock der von ErbO Rt Bedacht
bislang organisierten 20 Wartburgritter-Sippungen, die auch das Gedenken an die erloschenen Rey-
che ostwärts des Elbestroms einschließen. Sichtbare Zeichen dieser Reyche lassen sich u.a. in der
Stiftung „Willekum im Uhuversum” unseres Rt Malphistor sowie der Ahnen-und Ordenssammlung
des Rt Immens bewundern. Der Titul „in memoriam Wartburg” belegt das Erinnern an Vergange-
nes, dem sich die Sassen verpflichtet fühlen, ohne jedoch mit dem Blick in die Zukunft, die Pflege
des köstlichen Gutes Schlaraffentum zu vernachlässigen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
399 Zu den Teutschherren
Der Anfang des Uhustammtischs im Taubertal geht in die Jahrung a.U. 116 zurück. Den harten Kern
bildeten Rt Kalendulus – seit a.U. 112 hier hausend – und Rt Archi-Gastro. In der Josefsstube seiner
Gaststätte „Wilder Mann” traf man sich mit vielen Freunden, meist Kurgästen, und bereitete dem
Uhu ein Nest an der Tauber.
Die Jahrung a.U. 119 brachte einen ersten Wachstumsschub, denn gleich fünf Mergentheimer wur-
den Schlaraffen im zukünftigen Mutterreych Herbipolis. In der gleichen Jahrung zog Rt Sponta-
nos vom hohen Reych Am Eschenwege in unseren Gemarkungen. Weitere Verstärkung erhielt der
Uhustammtisch in der Jahrung a.U. 122 durch Rt Rundolino vom Erlenanger. Er wurde in Unter-
schüpf nahe Bad Mergentheim sesshaft und begründete bald einen starken badischen Flügel.
In der profanen „Alten Jagdstube” wurde ein Gewölbekeller mit vereinten Kräften zur ersten
Teutschherren-Burg ausgebaut und regelmäßig mit Leben erfüllt, an dem schlaraffische Freunde
aus nah und fern lebhaften Anteil nahmen. Am 13.4. a.U. 126 war es dann soweit: Nach der Geneh-
migung durch den ASR kam es im Kursaal zu Bad Mergentheim zur feierlichen Colonie-Gründung,
und die schwarz-weiße Rüstung derer „Zu den Teutschherren” belebt seitdem das schlaraffische
Farbenspiel.
Nach gut einer Jahrung des fröhlichen Sippens war dann auch die Probezeit vorbei, und am 11.10.
a.U. 127 folgte Sanktion des Reyches 399. Für die Chronik sei vermerkt, dass die Bulle als Grün-
dungsritter unsere „glorreichen Sieben” nennt, als da sind die Rtt Cerasus, Forest, Kalendulus,
Moenophil, Rundolino, Sanitou und Spontanos.
Neben fröhlichen Sippungen, die häufig mit Krystallinen in den frühen Morgenstunden ausklan-
gen, zelebrierten die Teutschherren immer wieder festliche Ereignisse von überregionaler Anzie-
hungskraft. So mit der ersten Familiensippung (am 22.10. a. U. 129) oder dem erstem Treffen der
schwarz-weißen Reyche am 21.4. a.U. 131. Ein gar fürchterlicher Waffengang stand den ansonsten
friedliebenden Recken aus dem Taubertal am 2.11. a.U. 132 bevor. In den Gemarkungen des hohen
Reyches Stutgardia traf man zur Reychsfehde auf die Sassen des hohen Reyches Hohenschram-
berg, welchselbigen trefflichen Streit unser Reych als Sieger verließ.
Höhepunkt der ersten teutschherrlichen Jahre war für alle Beteiligten der Ausritt in das profane
Königsberg zum 12.9. a. U. 133. Dort wurde im Gemäuer der Alten Burse eine „Regismontana-
Sippung” im Gedenken an das a.U. 78 verloschene Reych zelebriert.
Schnell waren 10 Winterungen vergangen, und am 29.4. a.U. 136 trafen sich erneut viele Freunde
im profanen Kursaal, um das 10jährige Bestehen und die damit verbunden Verleihung des AHA-Or-
dens zu feiern. Die Festsippung klang mit einem von allen Sassen gestalteten Festspiel auf großer
Bühne aus: „Die Schreckensnacht von Geierstein” begeisterte das Publikum, bevor der Nachtwäch-
ter des Reyches wie gewohnt seine Runde machte.
Zu einer (nur räumlichen) Zäsur in der Geschichte der Teutschherren kam es in der Jahrung a.U.
142. Es galt, Abschied von der ersten Burg zu nehmen, da das Gemäuer der Alten Jagdstube im
Windmond dem profanen Baggerzahn zum Opfer fallen sollte. Doch es gelang, einen neuen Ge-
wölbekeller zu finden und während der Sommerung in gemeinsamer Anstrengung auszubauen, so
dass bereit am 6. im Lethemond der gleichen Jahrung die Weihe der 2. Teutschherrenburg vollzogen
werden konnte. Dort herrscht seitdem ungebrochen ein fröhliches Leben, und viele Freunde dürfen
wir bei ihren Einritten begrüßen. Besondere Freude herrscht aber deshalb, weil eine immer reich
besetzte Junkertafel für die Kontinuität des schlaraffischen Lebens sorgt.
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[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 483-484