Wormatia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 39 — Wormatia (Worms). Geschichte aus Band I der Allschlaraffischen Chronik.

Volltext

Nr.39 WORMATIA (Worms)
gegründet am 12. 12. a. u. 22 (1881)
Wonnatia war eines der ersten Reyche, die am Rheine
erstanden. Gründungsritter waren der R. Stolze der
Improvisator (Alfred Blance), der über die Amstelo~
damia, Colonia Agrippina und Kilia nach Wonns kam,
und der R. Rembral1d der GlockeHgießer der Hannovera
(Moritz Hamburger). Stolze, der dem Ensemble des
Saison~Theaters angehörte, hatte als begeisterter Schla­
raffe bald aus seinem Kollegen. und Bekanntenkreise
eine Anzahl Freunde um sich geschart, und Wormatia konnte als Tochter der
h. Kilia gegründet werden. Die Burg "Nibelungenhort" fand in dem Restaurant
"Zum Elephanten" ihre Heimstatt.
Da die Mitglieder des Theaters fast in jeder Saison wechselten, war der
Ab- und Zugang in den ersten Jahnmgen sehr lebhaft. In den bürgerlichen
Kreisen faßte die schlaraffische Idee nur langsam Fuß. Dem R. Gar!1bri!1US der
Malzplal1tsdter (Ludwig Rühl) ist es zu verdanken, daß das Reych diese schwie­
rigen Zeiten überdauerte. Eine treue Stütze fand er in dem Knappen 5, dem
späteren R. und Hkt. Vulhan der Uhusdtmied (Albert Blün). der im hohen
Alter als Großursippe gen Ahall ritt. Aufzeichnungen über die Entwicklung
und Geschehnisse in der Zeit zwischen dem 10- bis 20jährigen Bestehen des
Reyches sind sehr dürftig.
Vom 25jährigen Stiftungsfest a. u. 47 (1906) ist festgehalten, daß es im
großen Colosseum-Saal im "Hotel zum Wilden Mann" würdig
wurde.
R. Gambrinlls der JÜHgere (Louis Rühl) und R. Überall und NirgeYlds (Theodor
Bläser) waren die Initiatoren des Festes.
Eine schwere Erschütterung erlebte das Reych a. u. SI (1910), als Ul1Stim~
migkeiten unter der Sassenschaft entstanden, die zum Ausscheiden einer
größeren Anzahl von Sassen führten. Durch das geschickte Eingreifen der Hkt.
Orpl1eus der Blonde (Heinrich Schneider) unter lY1ithilfe der Allmutter wurde
die Krise bereinigt. A. u. 52
feierte Wonnatia unter zahlreicher Be­
teiligung auswärtiger Reyche das 30jährige Stiftungsfest. Der Neuzustrom
nach dem Fest ließ den vorherigen Aderlaß vergessen, die Burg wurde nach
dem "Restaurant LincoIn" verlegt. Besonders R. Armi11S (Jakob Bott) rührige
Werbearbeit brachte neuen Sassen-Zuwachs.
Dieser Aufschwung wurde
durch den Weltkrieg 1914 unterbrochen. Die
Mehrzahl der Recken eilte zu den Fahnen. Nach Kriegsende fand man sich
wieder zusammen und begeisterte sich erneut für die unsterbliche Idee. A. u. 62
(1921) beim 40jährigen Stiftungsfest hatte sich das Reych neu gekräftigt. Die
Burg war, veranlaßt durch den Verkauf des Gebäudes, aus dem "Restaurant
Linkoln" in das weit über Worms bekannte Restaurant "Zur Kajüte" verlegt
worden. R. GambriHlls der JÜNgere hatfe wieder zurückgefunden. Durch seine
lnitiative erhielt das Reych nach eiu'2tn Umbau die alten Burgräume im "EIe­
phanten" wieder vergrößert und verschönert zurück. Sie blieben Wormatias
Heimstätte bis zur allgemeinen Auflösung 1937.
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In diesen Jahren kann man von Aufstieg und Blüte Wormatias unter der
tatkräftigen Führung der Oberschlaraffen Femando der Giil1sellirt (Ferdinand
Gerkhardt), Nelson die Wasserratte (Dr. Max Lehder) und Pfalzstäffche!1 der
Hüne-wettereibicoH CDr. Adolf Ruppel) reden.
Das 50jährige Stiftungsfest a. u. 72 (1931), bis jetzt das größte Fest Wor­
matias seit Bestehen, wurde in Anwesenheit der Hkt. Ficl1te der Allmutter
gefeiert. Herrlich erglänzte der Festsaal des Cornelianums mit seinen hohen
Balkonen. Die Raumgestaltung des Hauses war wie geschaffen für solch ein
Fest, und es bildete noch lange den Gesprächsstoff der eingerittenen Gäste.
Den beiden noch lebenden Erzschlaraffen und Mitgründern R. Seppl, der Alm­
jodler (Fritz Moser) und R. Hans Dido, der Läwendreller (Gustav Köckeritz)
und der Hkt. Fichte der h. Praga wurde der Ehrenhelm verliehen. Dem allem
setzte das Schicksal ein bitteres Ende: 1937 Ca. u. 78) wurde Schlaraffia auf­
gelöst. Am Stammtisch und bei gemeinsamen Ausflügen fanden sich die
Freunde zusammen.
A. 11. 87/88 (1946/47) regte Uhu wieder seine Schwingen, und es machten
sich die ersten Zeichen des Wiedererwachens des schlaraffischen Gedankens
bemerkbar. Die Stammrolle in diesen Jahrungen verzeichnet 24 Sassen. Noch
fehlten, durch die Kriegsereignisse zerstört, die großen Säle der Stadt. Da war
es R. Badws der Täufer CArnold Como), der als Bürgermeister der Weinbau­
Gemeinde Bechtheim die Möglichkeit schuf, im größeren Rahmen wieder zu
sippen. A. u. 88 bis 90 (1947 bis 1949) hatte Wormatia dort als einziges
Reych, das immer wieder durch R. Bachus über die selten gewordene Lethe
verfügte, Freundschaftssippungen mit den umliegenden Reychen celebriert. Es
waren erhebende Stunden der Freundschaft. Noch aber fehlte das wichtigste,
die Burg. Alle Planungen führten zu keinem Ergebnis.
Da brachten die Bemühungen von Großfürst "Unser" Gal11briHU5 (Louis
RUhl) und Fürst Adt der Sc11einwerfer (Eduard Ritter) die glückliche Lösung.
In der neuaufgebauten "Gaststätte Domschänke" wurden Räume für die Burg
vorgesehen. Die begeisterte Sassenschaft brachte bedeutende Mittel auf, und
das Projekt konnte verwirklicht werden.
Inzwischen pulsierte das schlaraffische Leben weiter. Andere Reyche taten
sich auf. Die 3. Karlsruher Maientagung in Weinheim kam heran (21. und
22. 5. a. u. 90 [1949]). Wormatia celebrierte am Vorabend eine Gäste-Sippung,
zu der über 40 Reyche einritten, unter den Gästen Hkt. Gosc11elbauer. Es wurde
ein einmütiges Bekenntnis zu Uhu.
Mit dem h. Reyche Zu den Gyssen war eine herzliche Freundschaft ent­
standen, die zu jährlichel1 Freundschaftssippungen führte.
Der 15'. Windmond a. u. 90 (1949) bradlte dann die ersehnte Burgweihe.
Die Oberschlaraffen Pfalzstäffc11e'1 der HÜHe-wettereibicoYl, Bachus der Täufer
und Juchllei der Herzjunge (Wilhelm Kunkel) zierten del1 Thron, die Sassen­
schaft war auf 40 Sassen angewachsen. Es folgten ruhige Jahnmgen schlaraf­
fischer Freundschaft. Beim 7,jährigen Jubelfeste am 20. Lethemond a. u. 97
(1956) hatte sich die Zahl der Sassen auf 50 erhöht. Ein stolzes Fest! Der
Thron Hkt. BloHdel der Mimtesänger (Ludwig Weller), Hkt. Medifex der Ab­
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grtmdige (Dr. Hans Gerster) und Hkt. CeHtauer VOH der Voglerweide (JUPF
Vogler) konnten Hkt. Gosdtelbauer und etwa 45 Reyche begrüßen.
Festburg war die Turnhalle, die mit Pracht ausgestattet war. Zum ersten
Male, gegen alle Tradition, fand die Gratulations-Sippung am Nachmittag in
der Burg statt. Der Abend brachte mit einer begeisternden Zahl von Einritten
eine glanzvolle Festsippung. Die glücklich gewählte Vortragsfolge trug maß·
geblich zum Gelingen bei. Hkt. Gosd1elbauer vermittelte große Gedanken über
das Wesen Schlaraffias, und beeindruckt stattete der Oberbürgermeister der
Stadt seinen Dank ab.
Wormatia, durch Rückschläge und auch glückliche Zeiten
lebt weiter
in alter Nibelungentreue.
Nr. 40 MAN IN HEl M B I A (Mannheim)
gegründet am 15. 1. a. u. 23 (1882)
Mannheim ist ein
um das herum eine Stadt
wurde
so wird der Kunstsinn der Rhein-Neckar-
Metropole gern charakterisiert. Verständlich, daß sich hier
schon früh schlaraffischer Geist regte und "der Eifer ulld
die Ungeduld der nodt wildet1 MmJilJ/uimbia gezügelt"
werden mußte, wie Hkt. Höllenstein von der h. Vindobona
schrieb, bis am 19. 3. a. u. 24 die Sanktion erfolgte. Als
Gründer wird R. Vorlaut der Weiberbeistand CDr. Hermann
Koepe) genannt. Er war Sasse der h. Fryburgia Brisgaviae, die damit, selbst
erst 13 Monde alt, nach der Gründung der h. Basilea schon zum zweiten Male
Mutterreych wurde.
Original-Unterlagen aus der Gründerzeit existieren nicht mehr, da in der
Nacht zum 22. 1. a. u. 46 (1905) die damalige Friedrichsburg mit dem gesam­
ten Archiv einem Brand zum Opfer fiel. Lediglich die Thronsessel konnten
gerettet werden. Unter den Sassen -- 27 in der Stammrolle a. u. 24/25
(1883/84) -
finden sich mehrere "Hofope1'11sänger" und andere geschätzte
Künstler des Mannheimer Nationaltheaters, daneben, für die Struktur der
damaligen Bürgerschaft typisch, Kaufleute und Gastwirte. Im Mittelpunkt
auch von Diskussionen
stand Hkt. Fallstaff vom golderw1 Sdtnitt (Leopold
May

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band I, S. 476-478