31 Onoldia
Die im weiten Uhuversum als „das Bauernreych” bekannte Onoldia setzte ihre von Ungemach ver-
schonte Entwicklung auch weiterhin fort. Der schon sprichwörtlich gewordene herbe Charme des
Reyches und die anhaltende Bescheidenheit seiner Sassen trugen als Grundstimmung zu einem
stetigen Aufstieg vom kleinen, aber feinen Reych zu einer festen Größe im fränkischen Raum bei.
Gut aufgehoben in der seit a. U. 120 bestehenden reychseigenen Burg, haben zahlreiche hervor-
ragende Persönlichkeiten das Spiel der Sassen geleitet und bereichert. Herausragend das Wirken
des ErbO Euklid auf dem onoldischen Thron, der, jahrelang begleitet von den Rtt Zähsippus und
Uli-Jus, sein Amt abgegeben hat, um als fürsorglicher Deutscher Schlaraffenrat die Betreuung der
Reyche im fränkischen Sprengel zu übernehmen.
Das Reych Onoldia nahm, auch was die Sassenzahl anbelangt, eine erfreuliche Entwicklung. Eine
große Anzahl jüngerer Sassen bevölkerte bald unter der umsichtigen Führung des ErbJ Procurius
die Schalksburg und trug mit neuem Elan das schlaraffische Spiel zu weiteren Höhepunkten. Hier
müssen unbedingt die Fortsetzungen der schon in den vergangenen Jahrzehnten allseits bekannten
und geliebten Bauernsippungen, vom Rt Klaro immer wieder neu initiiert und fürsorglich betreut,
erwähnt werden.
Ein Höhepunkt des schlaraffischen Geschehens war die Feier zur Erinnerung an die Geburt der
Onoldia vor 125 Jahren. Im festlichen Saal der Ansbacher Orangerie fand unter der Teilnahme von
Sassen aus vielen Reychen eine glanzvolle Sippung, geleitet vom Oberschlaraffat der Rtt Pelex, DOC
und Zupf und gestaltet von Onolden und Freunden aus dem fränkischen Umkreis statt.
Das Reychsgeschehen dokumentiert das vom Patriarchen Aqua herausgegebene aperiodische
Nachrichtenblatt „Neues aus der Schalksburg”, in dem neben der Berichterstattung aus dem Reych
auch Beiträge aus Onoldias Geschichte zum besseren Verständnis der früheren Zeiten veröffent-
licht werden.
Zahlreiche Einritte beleben die Sippungen der Onoldia. Ehrenritter des Reyches, aber auch eine
große Anzahl bekannter und weniger bekannten Sassen, vornehmlich aus fränkischen Reychen,
tragen zur Ausgestaltung der Sippungen bei. Ein immer wiederkehrendes Ereignis ist die gemein-
same Sippung mit der Busenfreundin Ingoldia, die zu einer Festigung der Freundschaft mit dem
oberbayrischen Reych beiträgt.
Dieser Rückblick wäre unvollständig, würde man nicht die Namen herausragender und verdienter
Sassen der Onoldia erwähnen, als da sind: Der nach der bayerischen Hauptstadt ausgewanderte
Rt Karlowitz III., der dichtende und singende Ceremonienmeister Rt Don Sceletto, der langjäh-
rig amtierende Vieledle des Reyches ErbK Smokey-King, ebenso auch Rt Aqua, der als vormaliger
„Bundeskantzler mit TZ” lange Jahre hindurch die schlaraffische Zentralkantzlei in Sachsen b. A.
organisiert und geleitet hat.
Weiter zu nennen wäre auch Rt Lavier – der Sprach-Walter, verdienter Marschall und Oberschlaraffe;
der Hofmagikus Pinelli, gefeierter Star vieler Sippungen; der nimmermüde Burgvogt sowie Wap-
pen- und Adelsmarschall Rt Tropf-naß, der dem Reych zugeeilte Rt Schachmatz; das musikalische
Ensemble mit den Rtt Sarasate (Seufzerholz), Canello (Näselrohr), Preludio (Clavicimbel) und
Kann-Ari(e) (Bariton); und nicht zu vergessen: ErbO Zähsippus, Altmeister des Spiels, liebevoll
Don Göttergleich tituliert! Sie alle tragen die Zukunft des Reyches Onoldia und dessen guten Na-
men in ihren Händen!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
32 Styria
Wer in die alte Styria kommt, der wird nach wie vor in der zwar kleinen aber heimeligen 400 Jah-
re alten Burg traditionell herzlich willkommen geheißen. Das Reych hat sich in den vergangenen
25 Jahren weiter in sich gefestigt und weiterentwickelt. Das Durchschnittsalter der Sassen konnte
durch hochmotivierte Jugend gesenkt werden, und der Sassenstand bewegt sich konstant im Be-
reich von 40 bis 45 Sassen.
Der Besuch der Sippungen ist durchaus zufriedenstellend, weil nach dem legendären Thron – Trio
Gon, Pappu und Pibi ein verjüngter Thron für erlebenswerte Sippungen sorgt. In der Sassenschaft
finden sich ebenso geist- wie wort- und musikgewaltige Sassen, die den Goldenen Ball aufnehmen
und ihn nicht selten kräftig zurückwerfen. Die Reiselust der Styria – Sassen ist ungebrochen und
nicht selten ist die kleine Styriaburg am Platzen, wenn uns Reyche aus nah und fern besuchen.
Drei besondere Ereignisse sind es jedoch, die das abgelaufene Vierteljahrhundert prägen: Da ist
zum ersten die 3 000. Sippung, welche die ungebrochene Strahlkraft der Styria mit dem überwäl-
tigenden Besuch und der brillanten Abfolge unter Beweis stellte. „Immer das Gleiche aber nie das
selbe”, das Geheimnis schlaraffischen Tuns, prägte den Festabend in der Festburg „Casino”.
Doch dann fügte Oho dem kleinen Reych einen furchtbaren Schlag zu: Nach schweren Regenfällen
stieg der Pegel der Enns um mehr als sieben Meter an, und das Wasser drang in der Nacht zum
profanen 12.August 2002 durch den Fußboden in die Burg ein. Es überflutete Tische und Stühle
und lagerte Unmengen an feinem Sand ab, es machte das Clavizimbel zu einem Trümmerhaufen
und durchtränkte Gemäuer, Holz und Textilien. Mehr als ein Jahr dauerte es, ehe die Feuchtigkeit
verschwunden war. Installationen waren zu erneuern, Vorhandenes war zu restaurieren, Verdorbe-
nes neu zu beschaffen.
Und hier erwies sich die oft zitierte schlaraffische Freundschaft als Realität: Reiche Spenden aus
dem Uhuversum und die Opferbereitschaft und der persönliche Einsatz der Sassen machten die
Wiederherstellung der Burg möglich. Damit sind die Namen der Ritter Khanda-Hari Ben Ferro und
Wambier vom Theuertrank für immer verbunden. Als Höhepunkt der jüngeren Reychsgeschichte
feierte jedoch die Styria ihr 125-Jahr-Jubiläum in der 3.266 Sippung des Reyches. Rund 160 Sassen
aus 32 Reychen hatten sich am 14. des Lethemondes a.U. 147 in der Festburg im profanen St.
Ulrich eingefunden.
Die Stadt Steyr, vertreten durch Altbürgermeister Hermann Leithenmayr und Vizebürgermeister
Ing. Dietmar Spanring, gratulierten namens der Stadt, deren Bürgermeister Ing. David Forsten-
lechner entbot in einer Grußbotschaft der Styria noch viele fröhliche aber auch besinnliche Zusam-
menkünfte.
Souverän vom Thron von Pinguin der Luxusschiffer, Alibi der Verblüffende und Ararauna der Quel-
lenforscher geleitet, bot ein bunter Fechsungsreigen eigener und eingerittener Freunde den profa-
nen Gästen, aber auch den Sassen aus aller Welt die weite und bunte Palette schlaraffischen Wesens
dar. Zu guter Letzt sei erwähnt, dass die Styraburg ihren Bestand an Bildern des wld Rt Luginsland
durch eine hochherzige Spende des Rt Kugelblitz der helle Xaver um das prophetische Bild „Uhu im
Weltenbrand” erweitern konnte.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s