Guntia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 255 — Guntia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

255 Guntia
Ab der Jahrung a.U. 124 konnte die Guntia, die bislang mit 38 Sassen ein in sich geschlossener Kreis
war, einen langsamen, aber stetigen Zuwachs an sippungsfreudigen Sassen verzeichnen.
Wenn auch so einzigartige Sassen wie die Rtt Allotria, Brunnozulus oder Scheri die Rittertafel ver-
lassen mussten, so hatte die Guntia a.U. 130 schon 46 Freunde, die sich wöchentlich trafen. Die
Junkertafel war stets gut besetzt und das Reych hatte keine Nachwuchssorgen.
Unter einem Junkermeister Sauerzipfl, der gerade die Jungen förderte und stets zu neuen Aktivitä-
ten animierte, wuchsen Ritter heran, die langsam in die Fußstapfen der Altvorderen traten. Hatten
diese in schwierigen Zeiten unser Reych wiederbelebt, übernahmen nun die Jüngeren langsam das
Ruder.
Die Rtt Acanthurus, Siebenriem und Quartus bildeten auf dem Thron eine harmonische Einheit
aus Funktion und Führung des Reyches. Die sogenannten Palmeselritte der Hkt Acanthurus und
Siebenriem, die alljährlich mit wechselnden Freunden ins Uhuversum veranstaltet wurden, sind
noch heute in Erinnerung.
Die Bande der Freundschaft, die sie knüpften und auch pflegten, verbinden unser Reych noch im-
mer mit vielen Reychen der Süddeutschen Gemarkungen. Besonders zu erwähnen sind die frie-
densstiftenden Bemühungen der damaligen Fungierenden bei der Gründung des Reyches 410, die
nicht ganz schmerzlos aber letztlich doch freundschaftlich erfolgte.
Die Jahrungen von a.U. 130 bis a.U. 135 verliefen harmonisch, aber wir hatten auch wieder schmerz-
liche Verluste. Die Ahallaritte unserer Freunde Fest am Seil und Sven Hindus haben uns besonders
getroffen. Die geistvollen Beiträge unseres Freundes Sven Hindus sind bis heute unerreicht geblie-
ben.
Zahlreiche Einritte von Freunden aus umliegenden und erfreulicherweise auch aus weit entfernten
Reychen bescherten uns manch fröhlichen Sippungsabend und die nachfolgenden Krystallinen in
der Guntia sind weithin bekannt und beliebt. Der Gedankenaustausch unter Freunden dauerte an
manchen Abenden bis weit über die Mitternachtsstunde hinaus.
Wechselnde Themen zu den Sippungsabenden haben dazu beigetragen, dass für viele Freunde ein
Ausritt in die Guntia bleibende Erinnerungen hinterlassen hat. Auch wir erinnern uns noch gern an
die Ausritte mit unseren Burgfrauen in das hohe Reych Linzia, zur Urgroßmutter Grazia und zu den
Freunden d.h. Reyches Aurelia Aquensis.
Wir haben viel erlebt und gesehen als eine große schlaraffische Familie. Das herausragende Ereignis
war unser 75. Stiftungsfest in der Jahrung 141. Aus 46 Reychen gaben uns 170 Ritter mit Ihrem Tross
die Ehre und unsere Stadthalle war mit nahezu 500 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt. Die
Fechser der geschlossenen Fechsungsliste brachten uns Beiträge zu Gehör, die für alle unvergessen
bleiben werden.
Das neue Jahrtausend begann für die Guntia erfreulich. Die Zahl der Sassen hatte sich auf nahezu
50 erhöht. Wir hatten viele Einritte und der Thron war dank Uhu in guten Händen. Oho schmälerte
unser Wohlfühlgefühl bedauerlicherweise aber erheblich, indem er in den letzten Jahrungen Ritter
wie Siebenriem, Acanthurus, Kuhlombo und zuletzt unseren Schatzmeister Laniculus, der 52 Jahre
unseren Mammon verwaltete, an die ewige Rittertafel abberufen hat. Trotz einiger Rückschläge
schauen wir aber positiv in die Zukunft. Das Reych ist gut aufgestellt und wir erwarten die nächsten
Jahrungen frohgemut. Die Guntia wird nicht spektakulär glänzen, sie bleibt im Uhuversum aber ein
Reych der Freunde für Freunde.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
256 Waterkant
In den Farben der Handelsmarine schwarz-weiss-rot a.U. 66 gegründet, sippte man bis zur Selbst-
Auflösung a.U. 78. Dann durfte erst a.U. 88 wieder gesippt werden. Um Ärger mit der Militärregie-
rung zu vermeiden, gab Kantzler Rt Treuhand als Reychsfarben weiss-rot an.
Seit a.U. 103 sippt man (festgeschrieben auf 50 Jahre) im Bootshaus. Möge Verhandlungsgeschick
dem Reych einen glücklichen Fortgang bescheren. Der Burgname „Burg Roter Sand” wurde so stark
verinnerlicht, dass das Reychswappen der Waterkant darin aufging. Die Einkleber zierte seitdem nur
der Leuchtturm Roter Sand. Nach stürmischer See, wo sich das bunte Treiben unter Uhus Banner
stark änderte, da „Theaterleute” und „Musici” nicht, wie in früheren Zeiten nachwuchsen, weht
inzwischen wieder eine Brise, die die Hansekogge der Waterkant hoffnungsvoll neuen Gestaden
zuführt.
Mit Wechsel des Kantzlers a.U. 145 kam erneut Wind auf. Die Krönung der Ritterarbeit war, dass
die Kogge seit Hornung a.U. 147 wieder unter schwarz-weiss-roter Beflaggung segelt. Die schon
vorbeschriebene Beständigkeit auf der Brücke fand der Chronist langjährig bestätigt. Doch starke
Stürme wühlten die See auf, indem Oho 17 Ritter abrief, u. a. die Rtt Lusam, Nordsee-Nah-Tor,
Blinkfüer, Spill, Adamk a.U. 144 Hkt Minneral und a.U. 147 Großfürst Unser Brummow. Dem war
es vergönnt, 3 Tage zuvor mit unserem Rt Theorettich 100 Schlaraffenjahre zu feiern, was beide
sichtlich genossen.
Unser Großfürst Rt Theorettich ziert nach vielen Thronjahren wieder die Rittertafel als Nestor des
Reyches und emsiger Rudergänger. Zur Drucklegung im 88. Lebensjahr, geht er ins 54. Schlaraf-
fenjahr und bietet Zeugnis dafür, dass Schlaraffia jung hält! Höhepunkte der Nautik waren die ge-
genseitigen Landgänge Sugambria/Waterkant und Tarimundis/Waterkant sowie die Stiftungsfeste,
zuletzt das 75. mit starker Beteiligung „der Mutter”.
Doch flog auch sonst, oft unvermutet der güldene Ball, was manche Sippung ohne Thema zu einer
Sternstunde machte. Sippungen/Turneys zu Ehren der Geistesheroen (Faust, Funke, Gaudeamus
und unseres ES Schlenderer) gehören zur Tradition. Ebenso markiert die Fischersippung seit
über 30 Jahrungen den Winterungsbeginn, die Lumpensammlersippung vereint zum Winterungs-
abschluss im Wonnemond schon fast 20 Jahre noch einmal Recken unter Uhus Schild. So bietet die
Waterkant allen Freunden immer wieder ein buntes Spiel.
Nur die Grogsippung mit Mittwoch als Sippungstag verliert an Zugkraft, da aus „steuerlichen”
Gründen sonst Schlingern des Schiffes ohne ersichtlichen Seegang zu befürchten ist. Dafür bietet
in jüngster Zeit, wo das Luntetten verpönt wird, im Eismond die Waterkant den Sassen eine Insel
der Glückseligkeit ! Es wird ein Schmauchtopf- und Luntettenturney abgehalten. Möge es zur festen
Institution werden. Dies wünscht sich die Waterkant aber noch mehr für den ab a.U. 149 gegrün-
deten Weserritt, der die Bande zwischen den Weser-Reychen weiter festigen möge. Es fand bereits
a.U. 120 im hohen Reych Castellum Butjentum eine Weserreychsippung statt, damals mit regem
Zuspruch.
Ob der Weserritt gleichen Anklang findet, entnehme man der nächsten Chronik.
„Hie guet Waterkant alle Wege”
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Quelle: Chronik Band IV, S. 365-366