109 Erforda
56 Sassen zählte die Erforda a.U. 72/73. Ahallaritte, Austritte, aber auch Neuzugänge änderten die
Sassenzahl, sodass sich am 27.2.a.U. 78 45 Ritter, davon 2 Fahrende, sowie 2 Junker und 3 Knappen
in die Uhufinsternis verabschiedeten und die Mosihiburg im Erfurter Gildehaus ihrem Schicksal
überließen. Wenige schlaraffische Utensilien überstehen die nächsten Jahrungen. Jeden Freitag traf
sich ein Fähnlein von bis zu 25 Erforden zum Kegeln bis in die ersten Kriegsjahre. Ahallaritte und
Kriegswirren dezimierte die Zahl weiter. So kam es, dass sich a.U.86 zum ersten Mal nach der Auf-
lösung drei Getreue zum 1. Nachkriegs-Stammtisch in „Rohr’s Theatergarten” trafen. Es waren dies
die Rtt Köbes, Rübchen und Selten. Letzterer stieß a.U. 74 von der Molhusia zur Erforda.
Die Stammtische wurden nun wöchentlich abgehalten und immer mehr alte Erforden, aber auch
Ritter, die es durch Kriegseinwirkungen nach Erfurt verschlagen hatte, fanden sich ein.
Am 11.5. a.U. 87 fand in der Heimburg des Pilgers Sommer die erste Sippung der wiedererstande-
nen Erforda statt. Der Pilger Sommer, der bereits seit Jahren dem „Kegelverein” angehörte, wurde
an diesem Tag als Kn 150 aufgenommen. Für nunmehr 20 Jahrungen fanden in seiner Heim- u.
Fronburg die Sippungen der Erforda statt und er, der zukünftige Rt Zangerl, erhielt zu Recht später
den Titul „Vater der Erforden”. Ahallaritte, Verzug in westdeutsche Gemarkungen dezimierten das
Reych, aber auch Zugänge aus ehemals böhmischen und schlesischen Reychen und eigener Nach-
wuchs ließen die Sassenzahl in den nächsten 10 Jahrungen bis auf 20 steigen. Unvergessen bleiben
aus jener Zeit die kombinierte Sippung der Thüringer Reyche sowie die Sippung der Thüringer
Reyche anlässlich 100 Jahrungen Schlaraffia am 14.11. a.U. 100 mit 55 Sassen, darunter 11 Nord-
husen. Der Sassenrückgang der umliegenden Reyche bewirkte immer weniger Einritte, es wurde
über Jahrungen wechselweise in Heimburgen gesippt. 6 Jahrungen später bestand die Erforda nur
noch aus 9 Sassen. Doch langsam nahmen die Einritte sowie die Unterstützung von Sassen aus
westlichen Gemarkungen zu, es begann die Zeit der Freundschaftssippungen mit dem Turney um
die Meinungia-Kette, die Ost und West vereinten. Die Erforda hatte das Glück, bis nach der Wen-
dezeit in verschiedenen kirchlichen Einrichtungen sippen und ausreichend Platz bieten zu können.
So gedachten 44 Recken am 26.2.a.U.118 der 100-jährigen Nordhusia, und 87 Sassen feierten am
22.11.a.U.127 mit unserer Mutter, der damals aus 4 Sassen bestehenden 100-jährigen Vimaria. Ein
weiterer Glücksfall war, dass die Erforda in den Jahren vor der Wiedervereinigung 10 Zugänge, aber
nur 4 Ahalla-Ritte zu verzeichnen hatte. Einer von ihnen war Rt Juvelus, seit a.U.69 Schlaraffe und
Ez der Katovicia, dem a.U.124 der Groß-Krystall verliehen wurde – für die Erforda ein einmaliges
Erlebnis. Im Windmond a.U.130 wurden die Erforden „Reiter ins Grenzenlose”. Rechtzeitig erfolgte
die Öffnung der Grenzen, um die anstehende 100-Jahr-Feier der Erforda vorbereiten zu können.
243 Recken aus 68 Reychen erlebten die Wiederaufnahme der Erforda mit ihren 13 Sassen, feierlich
vollzogen von DSR Inkasso, Shin-Shu und Comet. Ein nahezu 55 Jahrungen währendes „Im-Ver-
borgenen-Blühen” fand seinen Abschluss. A.U.135 ging der Traum von einer eigenen Burg mit der
Weihe der Radherrenburg in Erfüllung, in der wir a.U.136 den ersten Ritterschlag feierten. Langsam
ging es aufwärts; die Junkertafel füllte sich, und das Reych erreichte die angestrebte Sassenzahl von
20. Höhepunkte der letzten Jahrungen waren die 2. 000 Sippung sowie die festliche Sippung zum
Anlass der 40- jährigen Zugehörigkeit unseres Patriarchen Rt Musiking zu Schlaraffia. Erforda erleb-
te Höhen und Tiefen und überstand die finsterste Zeit. Wie ein roter Faden ziehen sich die Namen
Mosihi, Anatole Schumrich, Ochen, Köbes, Zangerl, Dolf, Fridericus ex durch knapp 12 Jahrzehnte
Erforda und es bleibt zu hoffen, dass dieser Faden nie abreißen möge.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
110 Oldenburgia
Das vergangene Vierteljahrhundert war eine hohe Zeit für die Oldenburgia. Auch wenn es nicht
immer nur bergauf ging, blühte das Reych und stabilisierte die Zahl seiner Sassenschaft auf mehr
als 50. An der munteren Junkertafel wurde es zuletzt mit 16 Prüflingen, Knappen und Junkern eng.
Seit dem 7.10. a.U. 145 sippt die Oldenburgia in ihrer neuen, zentral gelegenen Burg Uhlenhorst
am Friedensplatz 3. Sie ermöglicht nicht nur durch den ebenerdigen Bau den Einritt für Rollstuhl-
fahrer, sondern wurde auch Horst für den neuen Uhu, der den 115 Jahrungen alten ablöste. An ihm
nagte der Zahn der Zeit, und er ging zurück in sein Heimatreich Brema und in Pension. Höhe-
punkt der vergangenen 25 Jahrungen war die Hundertjahrfeier am 19.10. a.U. 132, bei der Sassen
aus 60 Reychen in die Festburg „Harmonie” einritten. Der Brückenzoll von 2.400 RM wurde dem
gerade wiedererstandenen Reych Potsdamia geschenkt, das mit der Reychsnummer 111 direkt auf
die Oldenburgia 110 folgt. Zur Jubelfeier der am 21.10. a.U. 32 gegründeten Oldenburgia fechste
Rt Conferanzl ein großes Gemälde des Grafen Anton-Günther, und Rt Unser Lapidarius schuf das
Titelbild in „Der Schlaraffia Zeyttung” für die Ausgabe vom 10.10. a.U. 132. Rt Conferanzl, der a.U.
144 den Großkristall zum GU-Orden erhielt und seit a.U. 142 den Zusatznamen „Unser Juwel” trug,
ritt a.U. 148 im 99. Lebensjahr gen Ahalla. Die Oldenburgia bewahrt seinen Nachlass, darunter die
Oldenburgia-Chronik, für die er das Geschehen von 40 Jahrungen nachschreiben musste. Rt Lapi-
darius, der mehr als 50 Jahrungen die Rolandnadel trägt und a.U. 147 die Brillanten zum GU-Orden
erhielt, erfreute unser Reych mit 1001 wunderbaren Schmierbuchfechsungen. Rt Conferanzl tat es
ihm künstlerisch gleich. Dieses Erbe übernahm Rt DaDa-Lust mit Liebe und Können, sodass die
Oldenburgia mit ihren Schmierbüchern einen wahren Kunstschatz besitzt.
Das 100jährige Bestehen wirkte vitalisierend. Schlaraffia wurde in der Öffentlichkeit bekannt, und
Sassen, wie Rt Unser DaDa-Lust, der schon als Jk Klaus mit dem Beinamen „Der vielfache Reychs-
Verstärker” geehrt wurde, sorgten für Ansturm an der Junkertafel. ER Seh-ku-ra-tor (204) schrieb
das Begrüßungslied der Oldenburgia zu der Melodie der Oldenburg-Hymne, das seitdem hunderte
einreitende Sassen erfreute. Wld Rt Buchfink belebte die von der unvergessenen „Derbherrlichkeit”
Baas erfundene Hü-Su-Si (Hühner-Suppen-Sippung) neu, die neben der Ko-u-Pi-Sippung (Kohl-
und Pinkel-Sippung) und dem von Rt Unser Hupf-mobil gestifteten Turney um das Hammelglöck-
chen zu den jährlichen Höhepunkten zählt. Die 3.000 Sippung wurde a.U. 138 mit Freunden aus 70
Reychen gefeiert. Zu jener Zeit prägte Rt Kallynos „Das Wort zum Donnerstag”, das von C Rt Striese
zu Beginn einer jeden Sippung vorgetragen wird. Auch der „Uhu der Woche”, der in Form von Sprü-
chen und Karikaturen von M Rt Balnearius bereits rund 300-mal gefechst wurde, ist fester Bestand-
teil unserer Sippungen geworden. Die Ausrittfreudigkeit der Oldenburgia war zeitweise erfreulich.
Von einzelnen Sassen, an erster Stelle wohl Rt Unser Hupf-mobil, der a.U. 141 ganze 25 Jahrungen
auf dem Thron war, wurden bis zu 900 Ausritte erreicht und mit den Basta-Orden 3., 2. und 1. Klasse
belohnt. Rt Unser Hupf-mobil und Rt Archi-Varius kümmerten sich um die Gräber der gen Ahalla
gerittenen Oldenburgia-Sassen und begründeten den jährlichen Gräbergang. Rt Archi-Varius hatte
seine Ritterarbeit diesem Thema gewidmet und schenkte dem Reych eine umfangreiche Schrift mit
den Daten und dem Hinweis auf die Gräber der toten Freunde.
„Derbherrlichkeit” Baas, profan Heinrich Diers, Hermann Allmers und Theodor von Kobbe wur-
den zu Ehrenschlaraffen der Oldenburgia ernannt. Sie erhielten
[… Fortsetzung im Originalband]