Filadelfia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 128 — Filadelfia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

128 Filadelfia
Der Beginn dieses Vierteljahrhunderts war die Fortsetzung einer glücklichen und erfolgreichen Pe-
riode des schlaraffischen Bestehens und Gedeihens in der Filadelfia. Rtt Danzig und Kantor ha-
ben mit unermüdlicher Begeisterung diese Periode entscheidend beeinflusst und mitgestaltet. Die
freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarreychen wurden durch regelmäßige Reychseinritte
und –ausritte gepflegt. Der von Rt Fil-Bis geschaffene Glockenkongress und auch das von ihm a.U.
126 gegründete Stoßbassturney wurden permanente Einrichtungen. Aber nicht nur Titul und Ah-
nen, sondern auch die Freude am gemeinsamen Spiel und die Pflege der Freundschaft machten die
Filadelfia immer wieder zum beliebten Treffpunkt. Unsere Sippungszeit von über 40 Jahren im Ge-
bäude der historischen Deutschen Gesellschaft von Pennsylvanien war wohl die längste seit unserer
Gründung. Gemeinsame Maskenbälle, Sylvesterfeiern und viele kulturelle Veranstaltungen führten
uns zusammen und verbanden uns enger. Diese Periode war aber auch eine Zeit großer schlaraffi-
scher Regsamkeit. Auch in unserem Reych wurden die Ketten-Turneys mit Funkekette, Hans-Sachs-
Kette, Faust-Kette u.a. verstärkt gefochten. Neu eingeführt von Rt Perikles wurde die Sippung zur
Musik des 20. Jahrhunderts. Das 90. Stiftungsfest wurde im Großen Saal der Vereinigung Erzge-
birge (VE) celebriert. Ein mit über 150 Gästen besuchtes Fest galt auch der Ehrung von verdienten
Sassen mit der Verleihung des GU-Ordens sowie des Ursippenordens. A.U. 136 feierte unser Reych
mit 220 Gästen das 100. Stiftungsfest. Der Festsaal der Deutschen Gesellschaft reichte nicht aus,
und wir mussten in ein Hotel ausweichen. ASR Patsch-Nass erschien wunderbar kostümiert als
Benjamin Franklin und versetzte uns zurück in die Gründungszeit Pennsylvaniens. Die musikali-
sche Untermalung mit der zeitlichen Etappen entnommenen Musik wurde von einem Quartett des
Curtiss-Instituts bestritten, eingeblendet gesangliche Darbietungen der talentierten Bgfr Sarkasto-
viel. Die schöne Zeit in der Deutschen Gesellschaft nahm a.U. 141 ein Ende. Wir mussten eine neue
Burg suchen und wurden in der Vereinigung Erzgebirge (VE.) fündig. Der Übergang wurde dank
Notburgen in den Heimburgen der Rtt Computicus und Perikles gut bewältigt. Dank großzügiger
Spenden, besonders von wld Rt Rebellinus und Bgfr Danzig, konnte die neue Pennburg ausgebaut
wieder erstehen. Nur die unermüdliche Mithilfe aller Sassen ermöglichte dies. Wir sippten in unse-
rer neuen Burg in neuer Umgebung im Norden Philadelphias und celebrierten die erste Sippung am
1.12. a.U. 141. Das 105. Gründungsfest wurde mit ca. 80 Gästen im „Kleinen Saal” der VE. gefeiert.
Unser 110. Gründungsfest begann mit einem öffentlichen Konzert im „großen Saal” des Hausherrn,
zu dem neben 80 Schlaraffen und Tross auch ca. 75 Profane erschienen. Unser Freund Rt Ferry-
Bacsi (278) flog eigens zu diesem Fest ein, um uns mit den schönsten Melodien der Operettenwelt
zu erfreuen. Die darauffolgende Sippung wurde mit dem Einritt von 9 Reychen eröffnet und mit
vielen Fechsungen und einer Festatzung verschönt. Rt Ferry-Bacsi ließ noch einmal seine herrliche
Stimme ertönen. Wie in jeder Zeitperiode gab es auch Abschiede. Schmerzlich vermissen wir die
Rtt Hitzegrad, Atomulus, Ergo, Vers-tand, Fastste, Schlau, Potenz, Danzig, Großhans, Fil-Bis, Don
Viola, Olymp, Demosthenes und Don Camillo.
Wenn der heutige Sassenstand von 32 (davon 13 fahrend) um 7 % über dem von a.U. 125 liegt
müssen wir ständig auf Nachwuchs bedacht sein. Von 16 Neuaufnahmen seit a.U. 125 waren 3 zu-
gewandert, 13 von der Pike auf aufgezogen, dann aber leider 2 ausgetreten, 4 meldeten sich fahrend.
Aus erloschenen Nachbarreychen kamen 6 Sassen, weitere 4 sind wegen der großen Entfernung
fahrend. In seiner Geschichte war unser Reych zum dritten Mal mit Rt Perikles im SRNA und im
ASR, und mit Rt Computicus seit a.U. 144 im Schiedsgericht des LVNA vertreten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
132 Ovilabis
Die Zeiten des Reyches Ovilabis im vergangenen Zeitsektor waren von außergewöhnlichen Bege-
benheiten geprägt. Als erstes Ereignis vermerkt der Chronist das hundertste Stiftungsfest der Ovila-
bis a.U. 138. Die Stadthalle Wels, umgestaltet zu einer schlaraffischen Festburg, bot den feierlichen
Rahmen für den weltumspannenden Bund Schlaraffia. Illustre Recken aus nah und fern mit Burg-
frauen und elitären Gästen füllten die Festburg. Im Lichte der großen Luster erstrahlten die bunten
Farben Allschlaraffias. Die Sippung gliederte sich in Begebenheiten aus der Gründerzeit nach dem
Vorbild unserer Altvorderen, heiteren Fechsungen und musikalischen Beiträgen. Es war ein Fest zur
Pflege der Freundschaft durch Kunst und Humor im Schlaraffenland des Geistes.
In der Reihe der besonderen Begebenheit ist der unerwartete Burgwechsel zu vermerken. Im Jahr
a.U. 145 mussten wir unsere a.U. 113 mit viel Einsatz, Idealismus und Mühe aus einem Pferdestall
umgestaltete Hans-Sachs-Burg infolge des Abrisses des Gebäudes aufgeben. Mit viel Opferbereit-
schaft der Getreuen und finanzieller Belastung konnte in einem Nebengebäude eine neue Schlaraf-
fen-Burg gestaltet werden, deren Größe und Ausstattung den rechten Rahmen für die Reychsgeschi-
cke ermöglichte. Seit der Sanktionierung hat Ovilabis bisher sieben Schlaraffenburgen geschaffen
und durch Oho’s Tücke gewechselt. Bemerkenswert ist das in Intervallen von 3 Jahren gestaltete
Hans-Sachs-Turney. Dieser Poet ist der Schutzpatron unserer Burg.
Die eingesendeten Fechsungen mit den unterschiedlichsten Themen, unter einem Kennwort von
6 Merkern gesichtet und bewertet, werden mit einer sichtbaren Standeserhöhung gelohnt. Je nach
Punktezahl wird die Ordensmedaille in Silber oder in Gold auf Band mit Standeserhöhung verlie-
hen. Im Rahmen des Turneys wird ein breites Band der Freundschaft geflochten.
Der Chronist kommt nicht umhin zu berichten, dass im letzten Drittel des Zeitfensters Ovilabis
die größte Junkertafel des Uhuversums hatte. Eine glückliche Fügung war es, eine große Anzahl
von jungen Menschen für die Ideale unseres Freundschaftsbundes zu gewinnen. Der Nachwuchs
drängt voll Tatendrang an die Spitze der Würdenträger und trägt voller Begeisterung, gepaart mit
Traditionsbewusstsein, die Gedanken schlaraffischer Ideale in die Zukunft.
Im vergangen Zeitraum sind 16 Sassen gen Ahalla geritten. Aus der Reihe der verdienten Sassen ist
einer stellvertretend genannt. Rt Tuan gestaltete in 35 Jahrungen über tausend Themeneintragungen
im Schmierbuch. Er war schöpferisch in seinem Ideenreichtum. Ovilabis kann sich glücklich schät-
zen, solch einmaliges Kulturgut in vier ledergebundenen Werken zu besitzen. Beim traditionellen
Gräberbesuch zu Weihnachten, mit Hinterlegung eines Kranzgebindes in den Reychsfarben, halten
wir das Andenken an unsere heimgegangenen Freunde hoch. Erwähnenswert sind die monatlichen
Krystallinen, die auch gern von Nachbarreychen besucht werden. Zwei besondere Zusammenkünf-
te sind aufzeigenswert. Da ist einmal die Kegliade in einem Landgasthaus bei deftiger Jause und
„Landessäure”. Diese Stunden sind eine Gaudi ersten Ranges, bei der die rauen Kräfte walten. In
der weiteren Folge ist das Zimmergewehrschießen bei einem Schützenverein - hier ist die ruhige
Hand gefragt. Es ist amüsant zu beobachten, wie sich jeder bemüht das beste Trefferergebnis beim
laufenden Keiler zu erreichen.
A.U. 149 zählt das Reych 47 Sassen. Die Statistik zu diesem Zeitabschnitt ergibt ein Durchschnitts-
alter von 54 Jahren. Für die rege Teilnahme an den Sippungen spricht die hohe Anzahl der „Jah-
rungs-Ahnen”, die jährlich vergeben werden. Aber dennoch muss noch etwas gesagt werden: Schla-
raffia ist das Schlaraffenland des Geistes, bringt Freude und Freundschaft durch Kunst und Humor!
Schla

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 302-303