Ovilabis

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 132 — Ovilabis. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

132 Ovilabis
Die Zeiten des Reyches Ovilabis im vergangenen Zeitsektor waren von außergewöhnlichen Bege-
benheiten geprägt. Als erstes Ereignis vermerkt der Chronist das hundertste Stiftungsfest der Ovila-
bis a.U. 138. Die Stadthalle Wels, umgestaltet zu einer schlaraffischen Festburg, bot den feierlichen
Rahmen für den weltumspannenden Bund Schlaraffia. Illustre Recken aus nah und fern mit Burg-
frauen und elitären Gästen füllten die Festburg. Im Lichte der großen Luster erstrahlten die bunten
Farben Allschlaraffias. Die Sippung gliederte sich in Begebenheiten aus der Gründerzeit nach dem
Vorbild unserer Altvorderen, heiteren Fechsungen und musikalischen Beiträgen. Es war ein Fest zur
Pflege der Freundschaft durch Kunst und Humor im Schlaraffenland des Geistes.
In der Reihe der besonderen Begebenheit ist der unerwartete Burgwechsel zu vermerken. Im Jahr
a.U. 145 mussten wir unsere a.U. 113 mit viel Einsatz, Idealismus und Mühe aus einem Pferdestall
umgestaltete Hans-Sachs-Burg infolge des Abrisses des Gebäudes aufgeben. Mit viel Opferbereit-
schaft der Getreuen und finanzieller Belastung konnte in einem Nebengebäude eine neue Schlaraf-
fen-Burg gestaltet werden, deren Größe und Ausstattung den rechten Rahmen für die Reychsgeschi-
cke ermöglichte. Seit der Sanktionierung hat Ovilabis bisher sieben Schlaraffenburgen geschaffen
und durch Oho’s Tücke gewechselt. Bemerkenswert ist das in Intervallen von 3 Jahren gestaltete
Hans-Sachs-Turney. Dieser Poet ist der Schutzpatron unserer Burg.
Die eingesendeten Fechsungen mit den unterschiedlichsten Themen, unter einem Kennwort von
6 Merkern gesichtet und bewertet, werden mit einer sichtbaren Standeserhöhung gelohnt. Je nach
Punktezahl wird die Ordensmedaille in Silber oder in Gold auf Band mit Standeserhöhung verlie-
hen. Im Rahmen des Turneys wird ein breites Band der Freundschaft geflochten.
Der Chronist kommt nicht umhin zu berichten, dass im letzten Drittel des Zeitfensters Ovilabis
die größte Junkertafel des Uhuversums hatte. Eine glückliche Fügung war es, eine große Anzahl
von jungen Menschen für die Ideale unseres Freundschaftsbundes zu gewinnen. Der Nachwuchs
drängt voll Tatendrang an die Spitze der Würdenträger und trägt voller Begeisterung, gepaart mit
Traditionsbewusstsein, die Gedanken schlaraffischer Ideale in die Zukunft.
Im vergangen Zeitraum sind 16 Sassen gen Ahalla geritten. Aus der Reihe der verdienten Sassen ist
einer stellvertretend genannt. Rt Tuan gestaltete in 35 Jahrungen über tausend Themeneintragungen
im Schmierbuch. Er war schöpferisch in seinem Ideenreichtum. Ovilabis kann sich glücklich schät-
zen, solch einmaliges Kulturgut in vier ledergebundenen Werken zu besitzen. Beim traditionellen
Gräberbesuch zu Weihnachten, mit Hinterlegung eines Kranzgebindes in den Reychsfarben, halten
wir das Andenken an unsere heimgegangenen Freunde hoch. Erwähnenswert sind die monatlichen
Krystallinen, die auch gern von Nachbarreychen besucht werden. Zwei besondere Zusammenkünf-
te sind aufzeigenswert. Da ist einmal die Kegliade in einem Landgasthaus bei deftiger Jause und
„Landessäure”. Diese Stunden sind eine Gaudi ersten Ranges, bei der die rauen Kräfte walten. In
der weiteren Folge ist das Zimmergewehrschießen bei einem Schützenverein - hier ist die ruhige
Hand gefragt. Es ist amüsant zu beobachten, wie sich jeder bemüht das beste Trefferergebnis beim
laufenden Keiler zu erreichen.
A.U. 149 zählt das Reych 47 Sassen. Die Statistik zu diesem Zeitabschnitt ergibt ein Durchschnitts-
alter von 54 Jahren. Für die rege Teilnahme an den Sippungen spricht die hohe Anzahl der „Jah-
rungs-Ahnen”, die jährlich vergeben werden. Aber dennoch muss noch etwas gesagt werden: Schla-
raffia ist das Schlaraffenland des Geistes, bringt Freude und Freundschaft durch Kunst und Humor!
Schlaraffia greift in das Herz eines jeden, so er eins hat.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
135 Flensburgia
Seit a. U. 93 hatte das Reych seine Duburg im Eckenerzimmer des Deutschen Hauses, doch profane
Umstände erzwangen Veränderungen, und so erwarb die Flensburgia im 108. Jahre ihres Bestehens
eigene Räumlichkeiten im Stadtteil Engelsby und baute sie zu ihrer neuen, ihrer eigenen Duburg
um.
Die Burgweihe zu Beginn der Winterung a.U. 147/148 wurde ein herausragendes Ereignis, ähnlich
wie die 100-Jahr-Feier a.U. 139 im Blauen Saal des Deutschen Hauses mit vielen Freunden aus
Nah und Fern. Um den Burgfrauen auch etwas Schönes zu bieten, fand im selben Sommer a.U.
138 eine dreitägige Ausfahrt nach Werningerode im Harz statt, und gar viele Sassen harren einer
Wiederholung.
Anlässlich des Brückenbaues a. U. 141 über den Oeresund rief die h. Malmöhus das Brückenturney
ins Leben, das alle zwei Jahrungen im Wechsel dort oder in der Flensburgia stattfindet. Dadurch ha-
ben sich die Kontakte zur h. Malmöhus weiter verstärkt, deren nächstes Reych im Süden wir sind.
Unsere Randlage im nördlichsten Sprengel lässt manchen Ausreiter nicht den Weg bis ganz zur
dänischen Grenze nehmen, so dass wir auf die Attraktivität der neuen Burg zur ebenen Erde und
mit Küche und Atzungsmöglichkeit hoffen. Daneben verlocken aber die bekannte alljährliche Aal-
und Sprottensippung und das alle drei Jahrungen stattfindende Dampfbrandlethe-Turney weiterhin
auswärtige Sassen zum Einritt.
Etabliert hat sich auch die Sippung der vier Donnerstagsreyche der beiden nördlichen Sprengel im-
mer im Wechsel am ersten Donnerstag im Lenzmond. Dazu reiten auch viele Sassen befreundeter
Reyche mit, sodass die gut besetzte Burg dann einen gar farbenprächtigen Anblick bietet und die
Sippung die Verbindungen zwischen den Reychen des einstigen, großen Sprengels pflegt.
Die Zahl der aktiven Sassen, die in der Flensburgia an den Sippungen teilnehmen, hat zugenom-
men, obgleich die Sassenzahl lange Zeit stagnierte und zum Ende des beschriebenen Zeitraums
auf fast 30 Sassen abgesunken ist. Durch Ohos Tücke mussten unverhältnismäßig viele aktive und
auch noch nicht so alte Sassen gen Ahalla reiten oder gingen der Flensburgia und Schlaraffia durch
besondere Umstände verloren.
Trotzdem sehen wir frohgemut in die Zukunft und halten es wie unser jüngster Ehrenschlaraffe
„Luftschiffer”, der Flensburger Luftschiffkapitän Dr. Hugo Eckener, der auch in schwieriger Lage
seine Beharrlichkeit und Zuversicht nicht verlor.
Mit einem neuen Knappen (Nr. 221), einem Prüfling und einem ernsthaft interessierten Pilger geht
die Flensburgia in die neue Winterung mit ihrem 110. Gründungstag am 2. 1. a.U. 149.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 303-304