Diese müssen sich ihre Neuerscheinungen vom ASR
vorher genehmigen lassen. Bei der Genehmigung ergeht
der Hinweis, je ein Stück der Sammlung zukommen zu
lassen.
Trotzdem geschieht das leider nicht immer – sei es, dass
es ganz einfach vergessen wird oder dass man glaubt,
sich nicht an die Anordnung halten zu müssen. Jeden-
falls bleiben meine Mahnungen leider oft erfolglos. Von
den Landesverbänden Austria und Deutschland bekom-
me ich Kopien der Genehmigungen und weiß daher, was
genehmigt wurde. Auch mit dem helvetischen Landes-
verband besteht Kontakt. Allerdings ist die Kommunika-
tion mit den Auslandsreychen der Landesverbände Aus-
tria und Deutschland sehr schlecht.
Zu den Überseereychen gibt es gar keine. So habe ich
aus dem LVNA seit Übernahme der Sammlung noch kei-
nen Ahnen oder Orden offiziell bekommen. Nur wenn
ein befreundeter Sasse mir etwas mitbringt von seinem
Ritt, habe ich die Möglichkeit, die Sammlung zu vervoll-
ständigen.
Allerdings überließ mir der Landeskanzler die Ahnen
und Orden des Reyches „Baltimora“ nach dessen Auflö-
sung. Ähnliches gilt für den LVSA, wenn auch in geringe-
rem Maß. Ihr seht, Schlaraffen: Es gibt noch viel zu tun.
Helft mir bitte.
Asex-tant (339)
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DER DEUTSCHE
FREUNDSCHAFTSORDEN
Ausritte sind die Zaubermacht, die uns durch gemeinsames
Sippen mit Freunden die Welt zum Paradies macht. Bei un-
seren Einritten öffnen die Reyche die Pforten ihrer Burgen
und ihrer Herzen, leben so schlaraffische Freundschaft. Der
DSR hat das Reych Haidelberga beauftragt, den Deutschen
Freundschaftsorden (DFO) zu vergeben; alle Träger erhalten
in der Kopfzeile der Allschlaraffischen Stammrolle den Eintrag
„DFO”.
Der DFO wurde aus Anlass des 120-jährigen Bestehens des
Schlaraffenreyches Haidelberga a.U. 145 vom Reych Haidel-
berga gestiftet. Die Idee des Deutschen Freundschaftsordens
entspricht den Freundschaftsorden anderer Landesverbände,
wie Austria Freundschaftsorden (AFO), Helvetischer Freund-
schaftsorden (HFO). Nur ein Reych des Landesverbandes,
nicht aber der Verband selbst kann einen solchen Orden
schaffen. Demnach wird der Deutsche Freundschaftsorden vom Reych Haidelberga namens und
auftrags des Deutschen Schlaraffenrats (DSR) für den nachgewiesenen Einritt in alle Reyche und
Colonien gelegen in den Landesgrenzen Deutschlands - derzeit 152 - auf Antrag verliehen. Reyche
und Colonien außerhalb der Landesgrenzen Deutschlands müssen zur Erlangung nicht besucht
werden. Jeder der sich um den Deutsche Freundschaftsorden bewirbt, weist mittels einer Einritts-
liste die Einritte mit Datum zu spiegelgemäßen Sippungen (keine Kristallinen, keine Sommerfeste
mit Ausnahme von Festen mit Sippungs-Nummer usw.) nach. Bei mehreren Einritten in ein Reych
genügt die Angabe eines Einritts.
Der Antragsteller hat diese Liste zusammen mit dem Antrag auf Verleihung des Ordens beim Or-
denskanzler des Deutschen Freundschaftsordens des Reyches Haidelberga einzureichen. Einmal in
der Jahrung findet durch ein Mitglied des DSR laut Statuten eine feierliche Übergabe des Ordens im
DFO-Reych Haidelberga statt. Erstmals wurde der Orden am 10. im Lenzmond a.U. 146 vom ASR/
DSR Van der Goschen (29) anlässlich einer großen Festsippung in der Tiefburg verliehen.
Das Ordenscapitul besteht aus Ordensgroßcomptur (derzeit Rt Charmi), seinen Stellvertretern den
Ordenscompturen (derzeit Rt El Pampero), dem Ordenskantzler (Rt Uhlenkiek), Ordensmarschall
(derzeit Rt Skeptikus) sowie dem Ordenswappen- und Adelsmarschall (derzeit Rt Aber gern). Alle
im Ordenscapitul sollen Ritter des Reyches Haidelberga sein. Je nach Zweckmäßigkeit und Bedarf
können zu gegebener Zeit weitere gestandene Recken zu Ordensberatern und/oder Ordensbeisit-
zern benannt werden, die auch Ritter eines anderen Schlaraffen-Reyches sein dürfen.
Diese Ordensstiftung soll Sassen zum Einritt auch in abgelegene und sonst weniger besuchte Rey-
che in Deutschland beflügeln. So geben die Träger des DFO zu erkennen, dass mit diesem Orden
auch die Gastfreundschaft der besuchten Reyche und Colonien ausgezeichnet wird. Signiert wurde
die Satzung in Abstimmung mit dem ASR/DSR durch das Oberschlaraffat der Haidelberga Rt Arca-
buz, Rt Ben Ares, Rt Aber gern im Lenzmond a.U. 145.
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HIDDIGEIGEI-ORDEN
Geschichte und Tradition
Im Herbst dieser Jahrung wird das Tamtam zum 11. Turney um den Hiddigeigei-Orden rufen. Ein
Blick zurück führt uns nach Troppau, der Hauptstadt Österreich-Schlesiens, einer Kleinstadt mit
etwa 30.000 Einwohnern, wo im profanen Jahr 1886 die Colonie Oppavia gegründet wurde. Zu
den damaligen Erzschlaraffen zählte der Advokat Dr. Theodor Ziffer, der sich später den Rtnamen
„Hiddigeigei“ wählte. Dieses Wort stammt aus dem Roman „Der Trompeter von Säckingen“ von
Josef Victor von Scheffel.
In diesem politischen und zeitkritischen Werk erscheint der alte Kater Hiddigeigei, der von den
Zinnen seiner Burg dem Treiben der Menschen zusieht.
Hiddigeigei der Alte spricht: Pflück die Früchte eh sie platzen
wenn die magern Jahre kommen, saug an der Erinn‘rung Tatzen!
Und die Katzenaugen sehen, und die Katzenseele lacht,
wie das Völklein der Pygmäen unten dumme Sachen macht.
Diese wenigen Zeilen verdeutlichen, warum Rt Hiddigeigei gerade den schrulligen schwarzen Kater
als schlaraffisches Leitbild erwählt hat.
In der Jahrung 1588 (profan 1888) feierte die Oppavia ihre Sanktionsfeier, verbunden mit einem
Ordensfest, zu dem der damalige Kantzler Rt Hiddigeigei den gleichnamigen Orden stiftete. Dieser
wurde ursprünglich in drei Klassen vergeben. Im Zeitraum von profan 1888 bis 1920 wurde der
Orden 1. Klasse an 58-, der Orden 2. Klasse an 129- und der Orden 3. Klasse an 29 Recken verliehen.
Rt Hiddigeigei wurde später auf den Thron gewählt und lenkte zwanzig derer Jahrungen die Geschi-
cke der Oppavia als Herrlichkeit.
Im Windmond a.U. 61 trat Rt Hiddigeigei die Reise gen Ahalla an. Der Hiddigeigei-Orden des Rey-
ches Oppavia wurde danach nicht mehr verliehen.
Durch seinen Ritt gen Ahalla wurden dem Rt Hiddigeigei die Wirren der Zeit nach a.U. 79 erspart, in
der das Reych aufgelöst wurde. In der folgenden Periode sippten einige Sassen im Untergrund und
hofften insgeheim auf das Ende des Zweiten Weltkrieges. Diese Hoffnung wurde erfüllt, aber ging
mit Enttäuschungen einher, denn für viele Menschen in der Region bedeutete diese Zäsur sogar das
Ende der Existenz in ihrer vertrauten Heimat.
Das schlaraffisch äußerst fruchtbare Reych Oppavia, eine Tochter der Linzia, mit ihren zwölf Kin-
dern und Kindeskindern, bewirkte gerade durch die Vertreibung der ansässigen Schlaraffen, dass
der Geist Schlaraffias, nämlich in der Kunst Freude zu sehen, über das ganze Uhuversum getragen
wurde.
Am 2. Tag des Christmonds a.U. 123 begann ein neues Kapitel der Geschichte des versunkenen Rey-
ches Oppavia. An diesem Tag ersuchte der Verlagsbuchhändler Lothar Kausch, geboren zu Troppau
in Mährisch-Schlesien, um Aufnahme in die Brundunum. Zweieinhalb derer Jahrungen später, am
28. des Hornung a.U. 126 erhielt er den Rtnamen „Broschürl das Hadern-lumpige“.
Rt Broschürl hatte stets die innere Verbindung zu seiner ehemaligen Heimat gehalten und ein be-
sonderes Interesse für Tradition und Geschichte gezeigt. Was lag daher näher, als das schlaraffische
Motto „Kunst, Freundschaft und Humor“ durch die „Tradition“ zu ergänzen. Bei der Entzündung
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[… Fortsetzung im Originalband]