Fryburgia Brisgaviae

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 21 — Fryburgia Brisgaviae. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

21 Fryburgia Brisgaviae
Die Fryburgia war in Bewegung, und Vieles hat uns bewegt. Dafür sorgten in den vergangenen
25 Jahrungen schon äußere Umstände. Zweimal bewegte sich unser Reych an einen anderen Ort,
um eine neue Burg zu bauen. Die Burg am Münsterplatz mussten wir nach fast 40 Jahrungen
a.U. 125 verlassen und fanden eine neue, gar prächtige Heimstatt, wiederum in einem historischen
Gebäude, dem Breisacher Tor. In ihr, die schon fast ein Festsaal war, durften wir fast 23 Jahrungen
stets lethefroh sippen und manch unvergessliches Fest feiern, darunter zahlreiche Ritterschläge,
Rittertafeln der Zähringer Veste und die Familiensippungen mit unseren Tochter- und Enkelreychen.
Unser Ehrenschlaraffe Hans Huckebein gab den Takt vor: „Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die
Zeit, wir laufen mit”. So wurde unser Reych in dieser Zeitspanne unversehens 125 Jahrungen alt.
Wir sahen dem zunächst gefasst entgegen, wollten aber weder in Erfurcht erstarren – wovor oder
vor wem auch, noch einfach nur ein Fass aufmachen. Deshalb setzten wir einiges in Bewegung.
Das Stiftungsfest haben wir am 29. des Lethemondes a.U. 146 in einer fulminanten Festsippung
mit den in großer Zahl eingerittenen Freunden samt Tross gebührend gefeiert. Getreu der Tradition
der Fryburgia wie des profanen Freiburg: Heiter, lethefroh und verspielt. Während dort zur allgemei-
nen Erheiterung vor allem unserer Kantzler ständig in Bewegung war und auf der Suche nach der
verlorenen Chronik durch die Festburg irrte, bewegte uns bereits die Suche nach einer neuen Burg.
Nach längerem Suchen fanden wir Dank der Aufmerksamkeit eines Sassen, der – des Lesens kundig
– eine Kleinanzeige richtig deutete, mit einem beherzten Zugriff auf die Räumlichkeiten eine neue
Heimstatt. Wir konnten sie vor allem mittels einer überaus großzügigen Spende eines Freundes aus
unseren Reihen, kundiger Planung zweier Sassen und der tätigen Mithilfe vieler weiterer ganz nach
unseren Vorstellungen gestalten. Der Eifer unserer Junkertafel unter gestrenger Anleitung gab hier
wie auch sonst zu den schönsten Hoffnungen Anlass. Mit besonderer Freude erfüllte uns am Ende,
dass das Ergebnis allen gefiel.
Sehr bewegt hat uns der Abschied von unserem Rt Großfürst Titirex von der lockeren Schraube, von
vielen liebevoll und zu seinem Wohlgefallen als „unser Großfürschtle” betitelt. Liberal im Geiste,
der Tradition verbunden, aber Pomp und falschem Pathos abhold, auf die Einhaltung der Spielre-
geln bedacht, aber jede Förmelei meidend prägte er unser Spiel nachhaltig. In seinem Sinne fort-
zufahren ist ein Erbe, das wir gern bewahren. So ist er, nach seinen letzten Ritt gen Ahalla a.U. 145
im Geiste unverbrüchlich weiter unter uns. Er steht hier für all die Freunde, die in diesen Jahrungen
von uns gingen. Neue Freunde fanden den Weg zu uns und wurden freudig aufgenommen. Akute
Nachwuchssorgen plagen uns nicht, aber ausruhen dürfen und wollen wir nicht.
Vieles in Bewegung hielt ebenfalls Rt Fürst Pecunis. Er hat sich nicht nur über viele Jahre als Ober-
schlaraffe ungezählte Verdienste erworben, sondern auch über 25 Jahre als Vorsitzender des profa-
nen Vereins dessen Geschicke mit großem Einsatz gewissenhaft und diplomatisch gelenkt, bis er
sein Amt in jüngere Hände übergab. Seither ist er unser Ehrenvorsitzender und wir werden seines
Rates immer noch teilhaftig. Wir bleiben in Bewegung und lassen es uns dabei nicht nehmen, in al-
ter badisch-freiheitlicher Tradition in dem für seine gelegentliche Aufmüpfigkeit berüchtigten Spren-
gel 11 bei Bedarf Keimzelle für selbige zu sein. Narrenfreiheit könnte eine komische Alte gewiss für
sich beanspruchen. Einer mehrfachen Großmutter würde man es auch nachsehen, wenn sie nur
noch mit dem Kopfe wackelte. Wir schütteln ihn höchstens mit Bedacht. Mit des Uhus Gunst haben
wir noch einiges zu erwarten, stets lethefroh und heiter, und wenn wir über uns selbst lachen, tun
wir es gern in Gesellschaft unserer Freunde.
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23 Augusta Vindelicorum
War es der Nimbus der Centenarfeier a.U.121 oder das gütige Walten des UHU? Sieben muntere
Knappen „Augustas hoffnungsvolle Hefe” und 6 stolze Junker zierten a.U.124 die Junkertafel.
Am 26. des Lenzmond a.U.126 hatte unser Reych die hohe Ehre, den XIII. Deutschen Schlaraffentag
in Verbindung mit dem Funke-Turney auszurichten. Der 13.10.a.U.130 war die Geburtsstunde des
jährlichen Augustus-Turneys.
Es wurde von einer Gruppe junger Ritter gegründet, um die Schlaraffen im weiten Uhuversum
daran zu erinnern, dass in Sunderheit die schwäbisch-bayerischen Gemarkungen von der geschicht-
lichen Vergangenheit und den weit greifenden Aktivitäten des römischen Imperators Augustus ge-
prägt wurden. Am 26. 11.a.U.129 wurde die Schwesternsippung aus der Taufe gehoben, zu der sich
a.U.139 auch die Mama, die Hohe Monachia, gesellte.
Die Wahrung der Tradition und Pflege der Kunst sind ein Wesenszug unseres Reyches. So wurden
am 4. 12. a.U.133 der in Augsburg geborene Vater des Musikgenies W.A. Mozart (ES Don Juan) zum
„ES Papa-Genius der Augspurger” und in der Jahrung 147/148 sein Sohn zum „ES Musi-Genius„
sowie Bert Brecht zum „ES Mecki Messer” erkürt. Nicht streitsüchtig, doch wehrhaft zeigte sich
unser Reych, als es mit einer Streitmacht von 10 Rittern in einer Reychsfehde gegen das h.R. „Am
Stillen Meer” zu Felde zog und in der Festburg des h. R. „Los Angela” zu Anaheim Spiegel und Ce-
remoniale mit Erfolg verteidigte. Noch klebte das Blut an den Schwertern, als die Augusta zu einer
weiteren Reychsfehde diesmal gegen das h.R. „Am Kap der Guten Hoffnung” aufbrach.
Liebevoll umsorgt von den Burgfrauen unseres Gegners und der h.R. „Castra Praetoria, Castellum
Auri Africae” und „Grosse Goldgrube” war es gut zu verschmerzen, diesmal nur 2. Sieger geworden
zu sein. Aber auch die innerdeutschen Beziehungen wurden gefestigt, als die Augusta in die neuen
Bundesländer zu den wieder erstandenen hohen Reyche „Geraha”. „Castrum Plaviense” und „Vi-
maria” ausritt, wo sie jeweils mit großer Freude empfangen wurde. Unser Reych ist gastfreundlich
und nimmt auch Gastfreundschaft gerne entgegen.
So kann der Chronist in den letzten 25 Jahren von 85 Reychsein- und 75 Reychsausritten berichten,
die jeweils von dem Fanfarencorps begleitet wurden. Doch erlebte unser Reych nicht nur Tage der
Freude, auch tiefe Trauer musste es in den 25 Jahren erleiden. Der Verlust von 45 Freunden, die den
Ritt gen Ahalla antreten mussten, riss tiefe Wunden in unser Herz.
Doch das gütige Walten des Uhu sorgte dafür, dass das Reych weiter gedieh, und heute 55 Sassen
fröhlich sippen. Einen herben Rückschlag bedeutete die Kündigung der herrlichen Cisaburg in der
Johannes-Haag-Straße durch die Stadtwerke Augsburg, in welcher wir 37 Jahre lang sippen und
frohe Feste feiern konnten.
Die aufwändige, aber leider ergebnislose Prüfung von 41 möglichen Kaufburgen brachten das Reych
zum neunten Mal seit seiner Gründung zu dem Entschluss, erneut eine Mietburg zu beziehen, die
in Pfersee von vielen treuen Sassen und Mammonspendern zu einer schönen neuen Heimstatt
gestaltet wurde.
Die Einweihung erfolgte am 11. des Lethemond a.U.143. Die festliche Feier des 125.sten Stiftungs-
festes im Hotel „Drei Mohren” bei der uns 54 Reyche die Ehre gaben, war ein glanzvoller Höhe-
punkt schlaraffischen Lebens und Erlebens.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 250-251