135 Flensburgia
Seit a. U. 93 hatte das Reych seine Duburg im Eckenerzimmer des Deutschen Hauses, doch profane
Umstände erzwangen Veränderungen, und so erwarb die Flensburgia im 108. Jahre ihres Bestehens
eigene Räumlichkeiten im Stadtteil Engelsby und baute sie zu ihrer neuen, ihrer eigenen Duburg
um.
Die Burgweihe zu Beginn der Winterung a.U. 147/148 wurde ein herausragendes Ereignis, ähnlich
wie die 100-Jahr-Feier a.U. 139 im Blauen Saal des Deutschen Hauses mit vielen Freunden aus
Nah und Fern. Um den Burgfrauen auch etwas Schönes zu bieten, fand im selben Sommer a.U.
138 eine dreitägige Ausfahrt nach Werningerode im Harz statt, und gar viele Sassen harren einer
Wiederholung.
Anlässlich des Brückenbaues a. U. 141 über den Oeresund rief die h. Malmöhus das Brückenturney
ins Leben, das alle zwei Jahrungen im Wechsel dort oder in der Flensburgia stattfindet. Dadurch ha-
ben sich die Kontakte zur h. Malmöhus weiter verstärkt, deren nächstes Reych im Süden wir sind.
Unsere Randlage im nördlichsten Sprengel lässt manchen Ausreiter nicht den Weg bis ganz zur
dänischen Grenze nehmen, so dass wir auf die Attraktivität der neuen Burg zur ebenen Erde und
mit Küche und Atzungsmöglichkeit hoffen. Daneben verlocken aber die bekannte alljährliche Aal-
und Sprottensippung und das alle drei Jahrungen stattfindende Dampfbrandlethe-Turney weiterhin
auswärtige Sassen zum Einritt.
Etabliert hat sich auch die Sippung der vier Donnerstagsreyche der beiden nördlichen Sprengel im-
mer im Wechsel am ersten Donnerstag im Lenzmond. Dazu reiten auch viele Sassen befreundeter
Reyche mit, sodass die gut besetzte Burg dann einen gar farbenprächtigen Anblick bietet und die
Sippung die Verbindungen zwischen den Reychen des einstigen, großen Sprengels pflegt.
Die Zahl der aktiven Sassen, die in der Flensburgia an den Sippungen teilnehmen, hat zugenom-
men, obgleich die Sassenzahl lange Zeit stagnierte und zum Ende des beschriebenen Zeitraums
auf fast 30 Sassen abgesunken ist. Durch Ohos Tücke mussten unverhältnismäßig viele aktive und
auch noch nicht so alte Sassen gen Ahalla reiten oder gingen der Flensburgia und Schlaraffia durch
besondere Umstände verloren.
Trotzdem sehen wir frohgemut in die Zukunft und halten es wie unser jüngster Ehrenschlaraffe
„Luftschiffer”, der Flensburger Luftschiffkapitän Dr. Hugo Eckener, der auch in schwieriger Lage
seine Beharrlichkeit und Zuversicht nicht verlor.
Mit einem neuen Knappen (Nr. 221), einem Prüfling und einem ernsthaft interessierten Pilger geht
die Flensburgia in die neue Winterung mit ihrem 110. Gründungstag am 2. 1. a.U. 149.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
136 Budissa
Ein Schmierbuch, angelegt durch den Rt Ruck-Zuck am 24.6. a. U. 85 (1944), bildet den Auftakt für
das Wiedererstehen der Budissa. In diesem Schmierbuch sind im Jahre 1944 drei Sippungen und
die Namen von 10 Getreuen verzeichnet. Ab 5.1. a.U. 88 kommen noch 7 „Überlebende” regelmäßig
(etwa achtmal im Jahr) zusammen, ihre Zahl nimmt aber im Laufe der Jahre ab. A.U. 101 übernimmt
Rt Ruck-Zuck die Führung des Reyches, bis er schließlich ganz allein übrig bleibt. Aber er gibt nicht
auf, lädt Freunde von auswärts ein, mit denen er in seinem festlich hergerichteten zahnärztlichen
Behandlungszimmer sippt. Zum 75. Stiftungsfest am Pfingstsonnabend a.U. 114 reiten erstmals
Freunde von jenseits der innerdeutschen Grenze ein. Von Ruck-Zuck als „Letzte Sippung der Budis-
sa” geplant, bedeutet diese Festsippung durch das Erscheinen eines Pilgers und dessen spontane
Knappenaufnahme nicht ein Ende, sondern das Fortleben der Budissa. Etwas später kann Rt Ruck-
Zuck noch einen Knappen für die Budissa gewinnen. Nach Ruck-Zucks Ahallaritt a.U. 119 bleiben
der Jk Gerhard und der Kn 75 allein. Sie stellen sich unter den Schutz des Castrum Plaviense, wo
in der gleichen Jahrung der Jk Gerhard zum Rt Fugenbold der Budissa geschlagen wird. Somit gab
es in der Budissa keine Winterung ohne einen Ritter. Stellvertretend durch das Castrum Plaviense
erfolgen später auch die Junkererhebung und der Ritterschlag für KarUHUso sowie zwei Knappen-
aufnahmen. Den Ritterschlag für Castellofex celebriert die Castrum Plaviense in einer Sippung in
der Budissa. Als Sippungsstätte diente von a.U. 121-131 die Heimburg des Rt Fugenbold. Hier feierte
man auch a.U. 129 das 90. Stiftungsfest. Die „Wende” ermöglicht nach 45 Jahrungen wieder freies
Sippen und die ersten Ausritte der 4 Sassen . Die von der Orgelbaufirma Eule großzügig angebo-
tene Nutzung ihres Speiseraumes ermöglicht der Budissa ab a.U. 134 ein regelmäßiges Sippen
jeweils am letzten Samstag des Monats und schafft auch günstige Voraussetzungen für kleinere
Reychseinritte. A.U. 136 erfolgt ein dreifacher Ritterschlag und ein weiterer kommt a.U. 137 beim
98. Stiftungsfest, bei dem Thronsessel, Reichsschwert und der wertvolle AHA-Humpen der alten
Budissa nach 59 Jahren des Verschollenseins aus Kiel wieder heimkehren, hinzu. A.U. 137 findet das
Reych in der Ortenvorburg ein neues Domizil für die Sippungen. A.U. 139 begeht das inzwischen
auf 10 Sassen angewachsene Reych sein 100. Stiftungsfest: 154 eingerittene Freunde und ihre Burg-
frauen erleben die Festsippung. Die Grüße des ASR überbringt Rt Ajour (165). Seit a.U. 136 gibt
es jährlich einen Herbstausritt der Sassen. „Kurz”-Ausritte gen Dresa florentis und in unsere ca.
200 km entfernten anderen Nachbarreyche kamen noch dazu. Einen besonderen Anziehungspunkt
der Budissa bildet die „Sächsische Freundschafts-Sippung”, die alljährlich am letzten Samstag im
Herbstmond die Winterung in Lulusatien eröffnet, bei der jeweils eines erloschenen sächsischen
Reyches gedacht wird. Im Sinne dieser Tradition verwahrt Budissa auch den Nachlass des Reyches
Castellum Misniense (192), die Plastolinus-Chronik, Fotos, Helme, Ahnen, Fechsungslisten, Zeich-
nungen der Rtt Plastolinus, Conterfey, Graupenstrom und anderer. 60 Jahrungen nach Anlage des
Schmierbuches, davon 45 Jahrungen des Sippens im Verborgenen, ging der Wunsch der Budissa,
wieder im Bund Allschlaraffia aufgenommen zu werden, in Erfüllung. In einer erhebenden Festsip-
pung am 30.10. a.U. 145 celebrierten ASR Van der Goschen, Rt Don Miguel und Rt Salomon im
Beisein von 153 eingerittenen Freunden die feierliche Wiederaufnahme der Budissa als letztes der
acht Reyche im Osten Deutschlands. Wie eh und je glänzt die goldene Wetterfahne mit dem Uhu,
die die Sassen der Budissa a.U. 44 auf die Spitze ihres alten Schlaraffenturmes – hier befand sich
bis a.U. 78 (1937) ihre Burg – setzten. Noch immer dreht sie sich den über die große Spreebrücke
einreitenden Freunden entgegen und kündet von Schlaraffia in den Gauen Lulusatiens.
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