163 Perla Palatina
Unser Reych sippte auch in den letzten 25 Jahrungen uhufroh in unser Haardtburg in der Schütt 9
in Neustadt an der Weinstraße. Schmerzlich war der Verlust vieler Sassen durch ihren Ahalla-Ritt.
Verdiente Sassen waren darunter; es seien hier nur einige der dahingeschiedenen Freunde genannt:
die Rtt Interness, Signal, Don Phoneto, Telvis, Cirrus, Erkenbrecht, Clavigo, Palanza, Orkano. Auf
ihre Leistungen sind wir stolz.
Aber wir hatten vor allem in den letzten Jahrungen auch Zugänge, sodass in unserem Reych derzeit
25 Sassen fröhlich sippen können. Selbst Ju-Kna-Si sind seit langem wieder möglich geworden,
nachdem unsere Junkertafel wieder ordentlich besetzt ist. Dazu kommen derzeit 20 Ehrenritter, die
häufig bei uns einreiten. Zwar gab es manchmal Probleme mit unserer Infrastruktur in der Burg,
die wurden aber durch das Engagement vieler unserer Sassen immer wieder fürtrefflich gemeistert.
Höhepunkt war jedes Jahr unser herbstliches Lethefest in Neustadt-Mussbach.
Diese Festsippungen sind mittlerweile im Uhuversum so bekannt, dass fast immer mehr als 100
Gäste dort anwesend sind, darunter waren sehr häufig auch Reychseinritte befreundeter Sassen aus
weiter entfernten Gauen. Die Fechsanten wurden dabei und werden auch künftig immer mit einem
Lethe-Präsent belohnt. Zudem werden hier verdiente Sassen anderer Reyche zu unseren „Jägern
aus Kurpfalz” erkürt.
Andere wichtige Ereignisse sind u.a. unsere alljährlichen Familiensippungen mit unseren Töchter-
reychen Strubinga, Pfalzbruggen, Palatium Barbarossae , Landes-Aue und An der Weinstrasse.
Dazu kommt so manches Turney: um die Heribardus-Kette, die Gaudeamus-Kette und den Ric-Rac-
Humpen. Auch unser alljährliches Bohnenmahl zieht viele Gäste an. Zum neuen Ehrenschlaraffen
„Zinnsoldat” wurde a.U. 146 der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen erkürt.
Wir haben jüngst im Wonnemond a.U. 148 unser 100 jähriges Bestehen im Herrenhof zu Neustadt-
Mussbach in gar fulminanter Weise gefeiert. Mehr als 300 Gäste aus aller Welt feierten fröhlich
mit und waren begeistert; dieses Fest mit vielen ausgezeichneten Fechsungen war wirklich eine
„schlaraffische Sternstunde” für unser pfälzisches Reych und das Uhuversum. Aus Anlass dieses
Jubiläums haben wir ein „schlaraffisches Lesebuch” herausgegeben, in dem unsere Arbeit zusam-
menfassend dargestellt wird.
100 Jahrungen sind nun schon vergangen, seit unsere Erzschlaraffen, die Rtt Jemini und Scalpell,
unser Uhunest zusammen mit 17 Profanen in Neustadt gründeten. Fürwahr eine lange Zeit, doch
wir sind sicher, das auch im kommenden Jahrhundert Schlaraffia bei uns uhufroh weiter bestehen
wird.
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165 Kremisia Wachaviae
Als das Reych mit einer bescheidenen Feier zum 75. Stiftungsfest in das letzte Viertel des ersten
Jahrhunderts seiner Geschichte trat, sippte man seit nahezu 30 Jahren auf Gozzoburg und der
Thron war seit mehr als einem Dezennium unverändert. Letzterer Umstand währte noch weitere
zehn Jahre und kann als Zeichen von Beständigkeit interpretiert werden. Man kann darin aber auch
eine gewisse Stagnation sehen, wenn man die sinkende Sassenzahl betrachtet, die a.U. 120 noch
31 betrug und fünf Jahre später einen Tiefstand von 25 erreichte.
Die Junkertafel war spärlich besetzt und der Nachwuchs konnte den Verlust durch Ahallaritte nicht
ausgleichen. Der Marschall berechnete für den Lenzmond a.U. 130 eine durchschnittliche Anwe-
senheit von 12 Sassen! „Einer der 12 Aufrechten auf Gozzoburg” lautet ein damals vergebener Titel.
Die 2.000 Sippung wurde am 12.11. a.U. 130 mit 32 Eingerittenen aus 12 Reychen auf Gozzoburg
zelebriert.
Nach a.U. 130 kam durch die Wahl jüngerer Würdenträger und durch ambitionierte Neuzugänge
Bewegung in das Reych. Der Sassenstand stieg über 40 und die durchschnittliche Anwesenheit
wurde a.U. 141 mit 24 eigenen Sassen – also mehr als 55 % – registriert. Die steigende Zahl von
Zweikämpfen wie auch die höhere Beteiligung an Turnieren waren und sind nicht der einzige Aus-
druck eines florierenden schlaraffischen Lebens.
So gelang es, den seit 30 Jahren nicht mehr eroberten Nibelungenschild für 3 Perioden in die Burg
zurückzuholen. Die Beziehungen zu den Nachbarreychen Hippolytana und Medelike wurden inten-
siviert; besonders die Reychsfehde mit dem h.R. Medelike um das Attribut „Wachauerreych”, die
vom h.R. Hippolytana organisiert wurde und uns den zweiten Sieg brachte, förderte die Beziehun-
gen im „goldenen Reychsdreieck”.
Das „Zwieturney” wurde neu geschaffen und zum 100. Stiftungsfest der „Orden der Lethe-Ritter ze
Crembs” aus der Taufe gehoben. Das neu gefasste Hausgesetz orientierte sich nicht an überkom-
menen Beispielen, sondern wurde dank neuer Inhalte Vorlage für die Hausgesetze anderer Reyche
wie des Mutterreyches Styria, zu dem die Beziehung auch durch Einrichtung der regelmäßigen
Mutter-Töchter-Sippung intensiviert wurde.
Die seit nahezu 50 Jahren in der mittelalterlichen Stadtburg des Stadtrichters Gozzo bestehende
Gozzoburg strahlte noch immer den Charme des Historischen aus, wenn auch am Umfeld wie dem
Zugang und dem Reychsabtritt der Zahn der Zeit schon arg genagt hatte. Als sich die Stadt zur
Restaurierung des gotischen Gebäudes entschloss, musste sich das auf 50 Sassen angewachsenen
Reych auf die Suche nach einer neuen Burg machen. Schließlich wurden in der Nähe der Gozzoburg
Räume eines ehemaligen Gewerbebetriebes gefunden, die allerdings einer völligen Neugestaltung
bedurften. In einer beispiellosen Kraftanstrengung und mit Unterstützung vieler Freunde entstand
in der Sommerung a.U. 146 die Lethe-Veste Crembs mit Garderobe, Schankraum, Vorburg, Sit-
zungszimmer, Archiv und zeitgemäßem Reychsabtritt sowie einem repräsentativen Lethe-Keller;
letzterer wird auch fallweise in das Sippungsgeschehen einbezogen. Das gelungene Werk lässt kei-
ne wehmütigen Erinnerungen an die alte Gozzoburg aufkommen.
Die 2.500 Sippung wurde im Windmond a.U. 145 im prächtigen Rahmen der gotischen Domini-
kanerkirche als Generalprobe für das 100. Stiftungsfest zelebriert. 98 eingerittene Freunde aus 31
Reychen feierten mit uns. Mit dem 100. Stiftungsfest im Hornung 149 schreitet das Reych hoff-
nungsfroh und zuversichtlich in die Zukunft.
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