Kremisia Wachaviae

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 165 — Kremisia Wachaviae. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

165 Kremisia Wachaviae
Als das Reych mit einer bescheidenen Feier zum 75. Stiftungsfest in das letzte Viertel des ersten
Jahrhunderts seiner Geschichte trat, sippte man seit nahezu 30 Jahren auf Gozzoburg und der
Thron war seit mehr als einem Dezennium unverändert. Letzterer Umstand währte noch weitere
zehn Jahre und kann als Zeichen von Beständigkeit interpretiert werden. Man kann darin aber auch
eine gewisse Stagnation sehen, wenn man die sinkende Sassenzahl betrachtet, die a.U. 120 noch
31 betrug und fünf Jahre später einen Tiefstand von 25 erreichte.
Die Junkertafel war spärlich besetzt und der Nachwuchs konnte den Verlust durch Ahallaritte nicht
ausgleichen. Der Marschall berechnete für den Lenzmond a.U. 130 eine durchschnittliche Anwe-
senheit von 12 Sassen! „Einer der 12 Aufrechten auf Gozzoburg” lautet ein damals vergebener Titel.
Die 2.000 Sippung wurde am 12.11. a.U. 130 mit 32 Eingerittenen aus 12 Reychen auf Gozzoburg
zelebriert.
Nach a.U. 130 kam durch die Wahl jüngerer Würdenträger und durch ambitionierte Neuzugänge
Bewegung in das Reych. Der Sassenstand stieg über 40 und die durchschnittliche Anwesenheit
wurde a.U. 141 mit 24 eigenen Sassen – also mehr als 55 % – registriert. Die steigende Zahl von
Zweikämpfen wie auch die höhere Beteiligung an Turnieren waren und sind nicht der einzige Aus-
druck eines florierenden schlaraffischen Lebens.
So gelang es, den seit 30 Jahren nicht mehr eroberten Nibelungenschild für 3 Perioden in die Burg
zurückzuholen. Die Beziehungen zu den Nachbarreychen Hippolytana und Medelike wurden inten-
siviert; besonders die Reychsfehde mit dem h.R. Medelike um das Attribut „Wachauerreych”, die
vom h.R. Hippolytana organisiert wurde und uns den zweiten Sieg brachte, förderte die Beziehun-
gen im „goldenen Reychsdreieck”.
Das „Zwieturney” wurde neu geschaffen und zum 100. Stiftungsfest der „Orden der Lethe-Ritter ze
Crembs” aus der Taufe gehoben. Das neu gefasste Hausgesetz orientierte sich nicht an überkom-
menen Beispielen, sondern wurde dank neuer Inhalte Vorlage für die Hausgesetze anderer Reyche
wie des Mutterreyches Styria, zu dem die Beziehung auch durch Einrichtung der regelmäßigen
Mutter-Töchter-Sippung intensiviert wurde.
Die seit nahezu 50 Jahren in der mittelalterlichen Stadtburg des Stadtrichters Gozzo bestehende
Gozzoburg strahlte noch immer den Charme des Historischen aus, wenn auch am Umfeld wie dem
Zugang und dem Reychsabtritt der Zahn der Zeit schon arg genagt hatte. Als sich die Stadt zur
Restaurierung des gotischen Gebäudes entschloss, musste sich das auf 50 Sassen angewachsenen
Reych auf die Suche nach einer neuen Burg machen. Schließlich wurden in der Nähe der Gozzoburg
Räume eines ehemaligen Gewerbebetriebes gefunden, die allerdings einer völligen Neugestaltung
bedurften. In einer beispiellosen Kraftanstrengung und mit Unterstützung vieler Freunde entstand
in der Sommerung a.U. 146 die Lethe-Veste Crembs mit Garderobe, Schankraum, Vorburg, Sit-
zungszimmer, Archiv und zeitgemäßem Reychsabtritt sowie einem repräsentativen Lethe-Keller;
letzterer wird auch fallweise in das Sippungsgeschehen einbezogen. Das gelungene Werk lässt kei-
ne wehmütigen Erinnerungen an die alte Gozzoburg aufkommen.
Die 2.500 Sippung wurde im Windmond a.U. 145 im prächtigen Rahmen der gotischen Domini-
kanerkirche als Generalprobe für das 100. Stiftungsfest zelebriert. 98 eingerittene Freunde aus 31
Reychen feierten mit uns. Mit dem 100. Stiftungsfest im Hornung 149 schreitet das Reych hoff-
nungsfroh und zuversichtlich in die Zukunft.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
166 Bochumensis
Angesichts unseres 100. Wiegenfestes entsinnen wir Bochumensen uns freudig unserer 75-Jahr-
Feier, die der Großfürst Unser Sonor fast zeitgleich mit dem Erscheinen der letzten Chronik All-
schlaraffias zu einem Höhepunkt unserer Reychsgeschichte gestaltet hatte. Seither konnte sich die
Bochumensis vor- und umsichtig, aber überaus gedeihlich weiterentwickeln. Gestützt durch den
wirtschaftlichen Strukturwandel des profanen Umfeldes gelang es, nicht weniger als 42 neue Sas-
sen in unseren Freundeskreis fest einzubinden. Gleichzeitig zwang uns Ohos Wirken aber auch, die
Lichter in unserer inzwischen prachtvoll ausgestatteten Teutoburg, die sich noch immer im Haus
der Gesellschaft Harmonie befindet, zu verlöschen, um Abschied von 24 verdienstvollen Sassen zu
nehmen, von denen uns leider nur klangvolle Namen und dankbare Erinnerungen geblieben sind.
Mit derzeit 40 Freunden hat sich die Sassenschaft seit damals um ein Viertel erhöht, wovon sich
heute an der Junkertafel 13 Junker und Knappen erfrischend jugendlichen Alters begeistert um unser
herrliches Spiel verdient machen. Sie schließen damit nahtlos an die Leistungen derer an, die sich
vor ihnen, unter der bewährten Leitung des ErbJ Unser Lump-a-zius, bei vielen Junkernachtungen
und einer Fehde gegen die Junkertafel des Mutterreyches große Erfolge erstritten haben. Sie geben
uns berechtigten Grund, zuversichtlich und weitgehend sorglos in die Zukunft zu blicken.
Sorgen hingegen bereitete uns der Ahallaritt des Großfürsten Unser Polyphon, des letzten unserer
einstmals großartigen Zinkenmeister und Mitbegründer der so beliebten Kamingespräche. Dank
der Unterstützung einiger uns besonders verbundener Musensöhne, allen voran unsere Ehrenritter
Ludens (242) und Barastro (209), konnte die Musik in den Sippungen und bei den Gesprächen am
Kamin auch weiterhin beachtliche Triumphe feiern.
Im Glanz spielerisch errungenen Triumphes durfte sich a. U. 143 die Heerschar derer sonnen, die
bei der Reychsfehde gegen die wackere Ossenbrugga einen grandiosen Sieg errang. Dieses sieg-
reiche Erleben ließ die Sassenschaft bald darauf die Kämpen der trutzigen Truymannia, die die
Bochumensis zu einer neuerlichen Reychsfehde herausgefordert hatten, erfreuen und sie als Sieger
aufs Schild heben.
Siege ganz besonderer Art feierten Frohsinn und Freude, wenn der weiland ErbC Baron Don Stabilo
die Sassen und deren Tross zum jährlichen Schinkenanschnitt ins kulinarische Schlaraffenland sei-
ner Heimburg lud und der weiland Großfürst Unser Cervantes sie alle zwei Jahre in die schönsten
Gaue deutschen Landes führte. Da dabei Verbundenheit und Freundschaften trefflich gewachsen
sind, bestimmen Harmonie und vertrauensvolles Miteinander die Geschicke des Reyches heute
weit mehr als deren Oberschlaraffen, von denen der OÄ, ErbO Fürst Unser Don Attacko, seit mehr
als 25 Jahrungen Thronluft schnuppert und außerdem seit a. U. 132 als DSR für die Reyche des 3.
Sprengels unseres Landesverbandes streitet. Mehr als eineinhalb Jahrzehnte stand ihm dabei der
weithin hoch geschätzte ErbO Großfürst Unser Mers-sie getreu zur Seite und gestaltete, ebenso wie
der heutige OK, Baron Schöngeyst, und der jetzige OI, Ritter Van Tasti-Kuss, die Sippungen unserer
Bochumensis zu freudvollen Stunden beschwingten Erlebens, wovon die vielen Einritte befreunde-
ter Recken beredtes Zeugnis ablegen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 315-316