369 Auf der Heide
Ilmenauburg, Glock 8 d.A. Buntes Treiben herrscht im Rittersaal. Der Ceremonienmeister Rt Aero-
Phil weist wiederholt auf den Sippungsbeginn hin, das Reychsorchester (Rt Dudicelli, Rt. Loisl und
Jk Jürgen) eilt zu den Instrumenten, Sassen, Eingerittene und Thronsassen kleiden sich ein und die
Truchsesse treten vor den Thron. So und ähnlich geht es im Reych Auf der Heide seit nunmehr
1.175 Sippungen zu.
Am 7.11. a.U. 103 kam in der alten Salzstadt Lüneburg auf den Ruf des Rt Aristos eine Runde ge-
standener Männer zu einem Stammtisch zusammen. Sieben Jahre darauf wurde die Uhufinsternis
endlich durch die Gründung der Colonie „Auf der Heide” vertrieben. Den ersten Thron zierten die
Rtt Aristos (346), Kas-a-deus (271) und Ad-Eins (57). Kurz vor der Reychserhebung (a.U. 112) wurde
voller Stolz das liebevoll ausgestaltete eigene Nest geweiht. Es erhielt den Namen „Ilmenauburg”
und dient bis heute den Sassen des Reyches als wehrhafter und heimeliger Zufluchtsort vor der
Profanei. Den Rittersaal beherrscht eine von unserem Ehrenschlaraffen Florian Geyer gefechste
raumgroße Darstellung des mittelalterlichen Lüneburg.
Durch den Zustrom an jungen Sassen, heute ziert die Sturmhaube den jüngsten Kn 76, wuchs auch
die Wehrhaftigkeit und so kam es a.U. 120 in der Gemarkung der Hildesia zu einer Reychsfehde mit
der Berolina. Die Fehde wurde siegreich beendet und leitete eine lange friedliche Entwicklung ein.
Dabei blieb unsere Sassenschaft stets selbstbewusst und ausrittfreudig.
Gelegentlich eines Ausrittes erhielt Ritter Knirschke Kunde vom Junkertafelturnier um den Firle-
fanz-Humpen, benannt nach dem Stifter des Wettbewerbs. Als Siegeszeichen galt der Titul „Bes-
te Junkertafel des Uhuversums”, mit dem sich die Gewinner des Turneys für zwei Winterungen
schmücken durften. Wie sollte es anders sein: In der Winterung a.U. 131/132 kam es zum Turney
gegen die Junker und Knappen des Reyches Brundunum. Unser Gestrenger Rt Imm-oh-viel und
seine tapfere Junkertafel kehrten als strahlende Sieger vom Austragungsort Sempronia (Sopron)
an die Ilmenau zurück. Bei der späteren Verteidigung fiel der Titul an die Junkertafel des Reyches
Scardinga. Zurück blieben ein prächtiger Humpen und viele Erinnerungen.
Zu berichten wäre noch über die einzigartige Fehde zwischen den Thronsassen der Reyche Ham-
monia und derer Auf der Heide. Unter großer Beachtung der Nachbarreyche wurde die Thronfehde
in der Gemarkung der Lubeca ausgetragen und mit einem achtbaren zweiten Platz beendet.
Die Ilmenauburg thront, wie überall im Uhuversum bekannt, auf dem Gipfel eines unermesslich
großen Steinsalzgebirges. Seit Urzeiten wird in Lüneburg Salz gefördert und weltweit vertrieben.
So lag es auf der Hand, dass unser Reych im allgemeinen als „Einzig wahres Salzreych des Uhuver-
sums” bekannt und beliebt wurde.
Neuerdings erhebt auch das Reych Athenae Gottingensis, Hüterin eines kümmerlichen Salzhorstes,
Anspruch darauf. Die Antwort ist eine Reychsfehde, die in der kommenden Winterung (149/150)
ausgetragen wird. Den Ausgang derselben kann der interessierte Schlaraffe in dero 26 Jahrungen in
der Allschlaraffischen Chronik Band V nachlesen.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
370 Im Isarwinkl
A. U. 124 sippt das Reych wieder in einer neuen Burg. Aus Anlass einer baulichen Veränderung im
Hotel Kolbergarten wird die Gelegenheit geboten, einen Kellerraum in eine schmucke Burg umzu-
gestalten, denn die bisherige Notburg, die Kegelbahn von nebenan wird von den Inhabern in eine
Weinstube umgestaltet, die zusätzlich vom Reych für große Festsippungen genutzt werden kann.
Überschattet wird die Winterung allerdings durch den Ahallaritt des Ez Rt Don Renko, der viele
Jahre als Oberschlaraffe wirkte. Die alljährlich im Windmond stattfindende Leonhardi-Sippung lockt
immer wieder zahlreiche Freunde aus den verschiedensten Gemarkungen an. Ist sie doch eine
typisch bayrische Sippung, die ganz in der Tradition der berühmten Leonhardi-Fahrt in Bad Tölz
stattfindet.
A.U. 131 werden dem Reych Räumlichkeiten einer ehemaligen Metzgerei in Wolfratshausen als Burg
angeboten. In der Hoffnung auf Linderung des Nachwuchsproblems wegen der besseren Verkehrs-
anbindung und der größeren Bevölkerungsdichte im Raum Wolfratshausen stimmt das Reych dem
Umzug zu. Die neue Burg steht aber unter keinem guten Stern. Wider Erwarten wird die behördliche
Genehmigung zur Nutzung der angemieteten Räumlichkeiten als Vereinslokal nicht erteilt.
Die neue Burg muss daher bereits nach wenigen Sippungen aufgegeben werden. Dies hat für das
Reych nicht nur den Verlust des investierten Mammons, sondern auch einiger Sassen zur Folge, die
in anderen Reychen sesshaft werden, oder ganz aus Schlaraffia austreten.
Zunächst wird in einem Gasthaus in Wolfratshausen gesippt, bis uns Ez Rt Algovinus in seinem
Hotel in Bad Tölz einen Raum als Notburg zur Verfügung stellt. Vorübergehend kann auch ein Raum
im Franziskanerkloster in Bad Tölz angemietet werden, der aber nach kurzer Zeit wegen Eigenbedarf
wieder gekündigt wird. Wieder muss die Notburg bei Rt Algovinus erneut in Anspruch genommen
werden. Trotz dieser Widrigkeiten kann das 25. Stiftungsfest am 29.4. a.U. 136 im Kurhaus von Bad
Tölz festlich begangen werden. Unter der Funktion von Ez Rt Standfest, sowie den Rt Gstanzl und Ez
Rt Strato findet mit zahlreichen Freunden und Gästen von nah und fern ein bunter Sippungsablauf
statt, der durch belebenden schlaraffischen Geist geprägt ist.
Dank Uhus Weisheit werden diese schweren Zeiten schließlich überwunden, denn es gelingt dem
Reych in Geretsried eine neue Heimstatt zu finden. Mit dem verbliebenen Reychsschatz und groß-
zügigen Spenden wird in ungezählten Arbeitsstunden durch die Sassen aus nüchternen Kellerräu-
men eine anheimelnde Flößerburg geschaffen, in der seit dem Lethemond a.U. 138 fröhlich gesippt
wird.
Im Windmond a.U. 144 kann die 1.000 Sippung des wieder erstarkten Reyches gefeiert werden.
Kurz nachdem die Würdenträger des Reyches ihrem Ez und ErbO Rt Standfest die Urkunde des
Allschlaraffenrates für 40-jährige Treue zu Allschlaraffia in seiner Heimburg überreicht haben, reitet
dieser verdiente Sasse im Windmond a.U. 147 in die lichten Gefilde Ahallas.
Er, der Jahrzehnte eine der starken Säulen des Reyches war, wird unvergessen bleiben. Die Sassen
blicken dank eines aktiven Nachwuchses optimistisch in die Zukunft. Dazu ist man auch zuversicht-
lich, dass die Besitzergreifung so vieler Burgen der Vergangenheit angehört und mit der Flößerburg
in Geretsried für immer ein glückliches Ende gefunden hat.
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