175 Lietzowia
Das große schlaraffische Fest, das XIX. allschlaraffische Concil zu Berolina, war vorbei. Die Tochter
hatte der Mutter tatkräftig geholfen. Ihren Anteil daran hatte nicht zuletzt eine große Junkertafel.
Auch in den folgenden Jahrungen war diese eine Zierde des Reyches. Sie forderte die Junkertafel
des h.R. Truymannia zur Fehde.
Rt Firlefanz hatte einen Humpen gestiftet als Lohn für die beste Junkertafel des Uhuversums. Aus
welchem schlaraffischen Holz die Sassen geschnitzt waren, ist durch den Sieg aus diesem Wett-
streit und dem daraus resultierenden Titul bei dem jeweiligen Ritterschlag zu ersehen. Bei der ers-
ten eigenen Forderung durch die Junkertafel der Brundunen überließ man gerade wegen des großen
eigenen Einsatzes den Sieg diesen Freunden.
Zwei Höhepunkte gab es in der Jahrung a.U. 128: Die 2.000 Sippung und zusammen mit der Mutter
Berolina die Festsippung „200 Jahrungen Schlaraffen in Berlin”. Profaner Grund für solche Feierei
war das Jubiläum der Stadt: „750 Jahre Berlin”. Für die Berliner gab es den nächsten Höhepunkt
a.U. 130.
Die Lietzowia sippte am Donnerstag just zu der Stunde als in der Profanei die Mauer fiel. In der
Folge sippten die Sassen der bis dahin im Verborgenen blühenden Reyche oft mit uns. Ein erster
Höhepunkt war die Li-Po-Li-Sippung. Lipsia, Potsdamia und Lietzowia luden a.U. 131 zu einer Ge-
meinschaftssippung ein, so wie schon dereinst vor dem großen Weltenbrande. Die Idee des „Stern
des Ostens” wurde umgesetzt.
Der Besuch aller ehemaligen Ostreyche wird mit der Verleihung des Sterns des Ostens in der Ado-
nisveste belohnt. Zurzeit haben fast 200 Sassen diesen Ritt absolviert und tragen mit Stolz den
von den Adonisrittern gestifteten Orden. Die Unterstützung neu wiedererstandener Reyche ist so
sinnfällig geschehen.
Einige Sippungen der Lietzowia sind zur Tradition geworden: Da ist zuerst das Turney zu Themen
über Natur und Heimat um das Langsax-Schwert, das wld Rt Naturfex stiftete. Echt oder nicht ist
es begehrter Preis des Turneys.
Genannt sei auch die fechsungsfördernde Krawatte, die im Christmond als Thema für heitere Sip-
pungen „In memoriam Knips”, dem Turney-Stifter, sorgt. Ernsten Inhaltes sind die Fechsungen
beim Thema „Das hohe Lied der Freundschaft” , wenn auch Anekdotisches besonders zu Rt Cratzi-
oso seine Berechtigung hat, ist doch der „Ring des Cratzioso” dem Turneysieger vorbehalten.
Ohne Frage ist die Fischmeistersippung einmalig im Uhuversum. In der Adonisveste erhalten ver-
diente Freunde den Titul „Fischmeister vom Lietzensee”. Ein Spiel, das mit schwierigsten Prüfun-
gen verbunden nur wenigen Rittern vorbehalten ist.
Mit dem 150. Gründungsfest Allschlaraffias jährt sich auch zum 100. Male die Reychsgründung
Lietzowias. Wenige Sassen seien erwähnt, die das Reychsgeschehen in den letzten Jahren wesent-
lich bestimmten, alle zu nennen reichte der Platz nicht. Es waren dies vor ihren überraschenden
Ahallaritten ErbO Rt Orth-O-graf und ErbW Rt Assiduus. Die Verbindung noch zu den Altvorderen
Rt Siegmaul und Rt Erwinus schafft ErbO Rt Scribator bis in die heutigen Tage. Möge die Lietzowia
auch die nächsten 100 Jahrungen in fröhlicher Form ernsthaft spielen!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
177 Truymannia
Im sechsten Vierteljahrhundert des Bestehens Allschlaraffias ist die hohe Truymannia bei aller Tra-
ditionspflege auch neue Wege gegangen. In der Winterung a.U. 139/140 lud OK Rt Don Allegrotto
erstmals zu einer „Musik-Matinee mit Gästen” ein, aus der er bald eine eigenständige Kulturrei-
he entwickelte; mit Musikdarbietungen, Lesungen und Kabarettveranstaltungen sicherte sich das
Reych im lokalen Kulturangebot seinen - vorerst - kleinen Platz.
Im Internet wurde eine „homepage” installiert, deren künstlerische Gestaltung dem Hfm Rt Artypos
oblag. Ein knappes Dutzend Namen bestimmte das Gesicht unseres Reyches in diesen letzten 25
Jahrungen: Rt Atrius feierte sein Silbernes Thronjubiläum; Rt Bolzebub machte seine Fechsung
vom „Blauen Teddybär” uhuversal unsterblich; Rt Täät, truymannisches Urgestein, setzte sich an
die Spitze der 1. Letheschwadron, deren Nachfolgeeinheit seit gut drei Dezennien Weinbaugebiete
Deutschlands, Österreichs und Frankreichs durchreitet; Rt Janosch inspirierte als ErbJ unverges-
sene Junkernachtungen zum Thema „Niegelungen”; Rt Opulento folgte Rt Antaeus, der 18 lange
Jahre dem „e.V„ vorsaß und zweimal Sigiburg-Umzüge organisierte; Rtt Lord Skiffle und Con-Cord´
standen für „voice and rhythm” der truymannischen Skiffle-Band; Rt Synkopus vertrat den Sprengel
3 im ASO und verantwortete Text und Melodie der Willekumm-Hymne für einreitende Freunde;
Rt Don Allegrotto belebte als General-Zinkpfeifenmeister die Orgel wieder, die seit dem Ahallaritt
des Rt Ottozean, a.U. 118, verstummt war und führte bei Stiftungsfesten und Reychsfehden Regie;
Rt Bummelfechs verfasste die „synoptischen Chroniken” für das 90. und 100. Jubelfest der h. Truy-
mannia; Rt Jung Bobbing (189) ritt stolze 400 Mal in der Sigiburg ein.
Das als sehr „fürnehmb” geltende Reych verlegte seine langjährige Sigiburg im Hause des Rt Im-
merfroh, die als „schönste im Uhuversum” galt, nach einem Zwischenaufenthalt in der Dortmun-
der Kronenbrauerei in den historischen - und selbst burgbewehrten - Stadtteil Dortmund-Hörde.
Hier, im ehem. „Stiftshof”, erfreute sie sich als die „größte im Sprengel 3„ steigender Beliebtheit bei
Einreitern aus nah und fern. Die Zahl der Einritte stieg von rd. 200 a.U. 128 auf fast 400 a.U. 148,
die der Truymannen sank in dieser Zeit von 62 auf 47 Sassen.
Die Truymannia folgte damit leider dem Trend vieler Bünde und Freundeskreise, die sich mehr
und mehr um kleinere, aber treue Kerne zusammenzogen. Zwei Zahlen zur Ergänzung: 43 neue
Knappen wurden zwischen a.U. 126 und 149 im h. R. Truymannia zu Mitgliedern unseres Bundes,
31 unvergessene Freunde traten den Ritt gen Ahalla an. Die Junkertafel leistete in der Berichtszeit
wichtige Basisarbeit: Als „beste des Uhuversums” gewann sie zu Anfang zweimal den Firlefanz-
Humpen gegen befreundete Nachwuchs-Sassen, (deren Reyche hier ungenannt bleiben sollen!)
und gegen Ende die vom J Rt Pro-viel-ius gestiftete Kette, um die die „Jugend” des Sprengels 3
alljährlich in der Sigiburg wettstreitet. In den Sommerungen fanden sich die Knappen und Junker
zu Wanderungen „auf Schusters Rappen” zusammen und - seit a.U. 138 - die gesamte Sassenschaft
auf dem Areal der Heimburg des ErbO Quintenschlag, um sich von der vorausgegangenen „Tour
de Franz” zu erholen.
Insunders dem Ideal der Freundschaft fühlt sich das Reych Truymannia seit a. U. 147 mit zwei
jährlich wiederkehrenden Freundschaftssippungen („Mimegarda-Truymannia” und „Sprengel 3”)
verpflichtet. Für letztere stiftete K Rt Klavidoc eine Freundschaftskette.
Zweieinhalb Dezennien waren für uns eine reiche Zeit.
In Truymannias alten Mauern stand die Wiege von Ideen.
Schaukeln wir sie zärtlich weiter, wird das Reych schon fortbesteh´n…
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s