Barcinonensia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 366 — Barcinonensia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

366 Barcinonensia
Auch wenn die nächst gelegenen Reyche im Schnitt rund 1000 km entfernt liegen, erfreuen wir uns
einer akzeptablen Einrittsquote. Nicht wenige Freunde besuchen uns in Treue, Jahr für Jahr. So kann
es passieren, dass ein Wortgefecht zum Auslöser einer Reychsfehde wird.
Drei Vitudurum Recken (397) fühlten sich beleidigt und forderten unser Reych zum Duell (126/127).
Da es der Zufall wollte, dass an diesem Abend auch Freunde der Heylbronnen (286) bei uns zu Gast
waren, war auch der Austragungsort sofort bestimmt. Dass die Vituduren das Duell knapp gewan-
nen, wollen wir nur nebenbei erwähnen. Hervorheben jedoch möchten wir die daraus resultierende
Freundschaft und innige Verbundenheit, die auch heute noch andauert.
A.U. 131 verdrängte uns der Immobilienboom aus Barcelonas Stadtmitte. Positiv einzureihen ist die
Tatsache, dass wir dadurch, wenn auch zirka 20 km von Barcelona entfernt, in San Cugat Räumlich-
keiten als Eigentum erwerben konnten. Unser Rittersaal bietet Platz für 40 Personen. Wir verfügen
auch über eine zweckmäßig eingerichtete Küche, Toiletten, Umkleideraum und ein Sitzungszimmer.
Da unsere Sassen aus allen Himmelsrichtungen kommen, hat der neue Standort keinen negativen
Einfluss, und so sippen im Schnitt über 2/3 der Sassenschaft jeden Montag fröhlich bis nahe an die
Mitternachtsstunde.
Einen weiteren Höhepunkt bildete unser 25-jähriges Stiftungsfest (19.03.135) unter dem Motto
„Gaudi bei Gaudí”. Unser Aufwand und die Mühe lohnten sich. Über 200 Gastrecken aus rund 80
Reychen nahmen an unserer Festsippung teil. Der lobende Nachhall aus aller Munde begleitete
unser Reych über Jahre.
Ab zirka a.U. 141 machte sich in den etwas südlichern Gemarkungen von Denia schlaraffisches
Leben bemerkbar. Rt Alpino (366) verfolgte das Treiben am Stammtisch mit großem Interesse.
Sein Vorschlag, unser Reych soll die Mutterschaft übernehmen, fand einstimmiges Gehör. Die
sehr disziplinierten Anwärter machten unsere Bemühungen schnell zur Freude. So kam es, dass
wir am 4.10. a.U. 144 das Feldlager offiziell ins Leben rufen konnten. Am 14.10. a.U. 146 folgte die
Colonie-Gründung gekrönt durch ein entsprechendes Fest, und 2 Winterungen später am 13.10.
a.U. 148 folgte die Sanktionsfeier wieder im Rahmen eines gut gelungenen, schönen Festaktes. Die
hohe Perla Costa Blanca (422) ist in kurzer Zeit zu einem stattlichen Reych mit knapp 30 Sassen
angewachsen.
Nicht nur Erfreuliches, auch Nachdenkliches gehört zu unserer Geschichte. Unser Mutterreych Don
Quijote (352) musste wegen Mangel an Nachwuchs endgültig die Tore schließen. Ein Schritt den
wir alle sehr bedauern, der uns aber gleichzeitig mahnend daran erinnert, dass sich auch bei uns
eine Lösung zu diesem Problem mehr und mehr aufdrängt. Unsere Sassenschaft hat einstimmig
beschlossen, die Tradition der Don Quijote zu übernehmen.
In den verflossenen 25 Jahren haben uns leider viele liebe Freunde für immer verlassen. Ein ganz
herzliches Dankeschön für das reichhaltige Erbe an schlaraffischem Gut sei hier kundtgetan.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
367 Porta Arduennae
Am Rande von Eifel und Ardennen in der Euregio sippt die als „ein kleines, aber schönes Reych”
apostrophierte Porta Arduennae in der „Burg ob der Rur” in Düren. Das massive Hofgebäude,
durch eine Toreinfahrt mit Stellplätzen zugängig, konnte seit a.U. 113 ausgestaltet und a.U. 148 auf
weitere Jahre gepachtet werden.
In all den Jahrungen hat sich eine Reihe Sassen tatkräftig um unsere Burg verdient gemacht - dar-
unter als Burgvogt und Oberschlaraffe weiland Rt Brenntono sowie derzeit Rt Hertzlich. Unter den
sieben Freunden des Beginns, die bis a.U. 124 schon ihren Ritt gen Ahalla antreten mussten, war
auch Rt T-horaz-i-kuss, der Geburtshelfer der Porta. Denn als der jungen Colonie das Aus drohte,
stellte er die Verbindung zur von nun an „neuen” Mutter Berolina her. Ihr sowie den „weiteren”
Müttern, Aquisgranum und Castellum Novaesium, sind wir daher intensiv verbunden.
Für unser Vademecum hat Rt Philofix trefflich eine Genealogie gefechst, die den merkwürdigen
Stammbaum dieses im Uhuversum einmaligen „A-B-C-Reyches” erläutert.
Als besonderen Reychsausritt erwähnen wir den gen die hohen Reyche Erforda und Geraha a.U. 137,
mit dem wir in den Jahrungen nach der Wende einen kleinen Beitrag zur Wiederbelebung Allschla-
raffias in den neuen Bundesländern leisten wollten. Unser weiland Oberschlaraffe Rt Scara-Pillus
organisierte diesen Ritt noch vom Krankenbett aus. Er, wie andere künstlerisch tätige Sassen unse-
res Reyches, nutzten und nutzen unser Spiel, um in der Burg ob der Rur den Freunden ihre Werke zu
präsentieren, so Rt Flö-Tastro, Rt S-poet-terix und Rt Tif(t)Fany. Öffentlich präsentierten in der Stadt-
bücherei Düren ihre Ausstellungen: 1995 Rt Scara-Pillus „Kunst und Technik der Intarsie, Bilder und
Gegenstände”, 1997 Rt Bras-a-fro(h) Fotos „Köpfe und Gesichter Afrikas” und insbesondere 1993
weiland Rt Saeg-etorix „Bilder vom Wegesrand zwischen Aken (Elbe) und Aran (Eire)” sowie den
„Ungezogenen Kaktus”. Dessen Gedichte und Aquarelle gaben den Anstoß für das gleichnamige
Turney in der Porta.
Seit a.U. 124 mussten wir die EZ Rt Don Papelo und Rt Cellofex gen Ahalla ziehen lassen, so dass
von den EZ nur noch Rt Schnauze unter uns weilt, dem es aber leider nur noch selten vergönnt ist,
mit uns sippen zu können. Ziehen lassen mussten wir auch weitere 23 Sassen und 8 Ehrenritter.
So zählt das Reych zurzeit 34 Sassen inklusive unserer stattlichen Junkertafel. Sie gewann im Wett-
streit mit der Junkertafel der hohen Herbipolis am 14.4. a.U. 148 in der Gemarkung des h. Reych
Confluentia das Turney um den Firlefanzhumpen. Seither darf sie sich stolz „beste Junkertafel des
Uhuversums” nennen. Der Humpen - gestiftet vom langjährigen Junkermeister unseres Reyches,
wld Rt Firlefanz der Versatile - ist zu weiterem Spiel zurückgekehrt an seinen Ursprungsort.
Rt Firlefanz wusste um die befreiende Wirkung unseres Spiels, er hat seine tiefen Gedanken zum
Wesen unseres Bundes in seiner lesenswerten kleinen Schrift „Über den tieferen Sinn des schla-
raffischen Spiels” niedergelegt. Teil dieses Spiels ist auch der Ausritt zu Freunden im Uhuversum,
und so ist die Porta mit ihrem oft großen Fähnlein in den rheinischen Sprengeln als ausrittsfreudig
bekannt. Ebenso erfreuen uns zahlreiche Freunde aus den Weiten des Uhuversums mit ihren Ein-
ritten. Unsere kleine Burg bietet dem güldenen Ball den rechten Rahmen, sich in entspannter und
herzlicher Atmosphäre fürtrefflich zu bewegen. Das unüberhörbare rheinische Idiom gibt uns unter
den Stämmen Allschlaraffias eine unverwechselbare Note. Mit vorwiegend nichtprofessionellen -
aber nicht minder engagierten - Kunstliebhabern unter Rittern, Junkern und Knappen entwickeln
wir uns zu einem recht musikalischen Reych, das sich zum Sippungsschluss selbstbewusst-ironisch
gern als „Berolinas ganzer Stolz” verabschiedet.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 451-452