Nauinheimbia Wettereiba

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 247 — Nauinheimbia Wettereiba. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

247 Nauinheimbia Wettereiba
aurea
In der Allschlaraffischen Chronik zum 125. Bestehen unseres Bundes ist zu lesen, dass das Reych
auf mittlerweile 64 Sassen angewachsen ist. Mit Stolz stellen wir fest-, dass sich unsere Mitglie-
derzahl auch jetzt, 25 Jahre später, in diesem Bereich bewegt und dass wir nach wie vor guten und
zahlreichen Nachwuchs haben. Allein dies lässt uns mit Zuversicht in die Zukunft schauen.
Zahlreich sind die Einritte bei uns und es ist uns immer wieder Ansporn, wenn einreitende Freunde
sich über die große Einigkeit und Harmonie in unserem Reych freuen. Gebe Uhu, dass es weiterhin
so bleibt. Die Einigkeit zeigt sich auch darin, dass die Träger der Reychswahlwürden zumeist über
lange Jahre ihre Ämter gewissenhaft ausführen.
Es ist stets eine Freude, bei den vermehrten Reychsausritten zu Gast bei Freunden zu sein, wie wir
uns auch im Gegenzug freuen, in unserer Burg lieb gewordene und bekannte Gesichter ebenso
herzlich begrüßen zu können, wie neue Freunde.
In unseren Sippungen dominieren sehr oft Wort-Beiträge, die vielfach aus der Feder des Fechsers
geflossen sind. Seit einigen Jahren nehmen nun auch musikalische Vorträge einen größeren Rah-
men ein. Hier gebührt unserem Reychsquartett unter der Leitung von Rt Hydor und unserem uner-
müdlichen Rt Classico großer Dank.
In den vergangenen Jahrzehnten konnten wir sehr schöne Feste feiern zumeist im Kurhaus Bad
Nauheim: Das 60., 66. und das 75 Stiftungsfest. Ferner die 2.000 Sippung sowie Festsippungen
mit Ehrungen für unsere ältesten und treuesten Sassen, wie für die Rt Cravallo, Frequenz, Lynkeus,
Agilo und Stichelfex.
Aber auch viel zu viele Ahalla-Ritte mussten wir in den letzten Jahren beklagen, gerade unter denen,
die die Nauinheimbia nach dem Kriege mit enormem persönlichem Einsatz wieder aufgebaut und
zu neuer Blüte geführt haben. Dankbar erinnern wir uns an die Rt Noeck, Vinophil, Hexagoras, Fre-
quenz, Lynkeus und Cravallo – und an all die anderen, denen das Reych sehr viel zu verdanken hat.
Ihr Vorbild wird uns immer Beispiel bleiben.
Wahrzeichen der Nauinheimbia ist der „Dicke Turm” – das Ideal einer Schlaraffenburg. Mit seinen
knapp 6 m dicken Wänden und seinen Schießscharten ist der Turm ein stolzes und trutziges Bau-
werk, um das uns viele Reyche beneiden. Eben eine echte Burg, gebaut zwischen 1492 und 1495 als
Außenwehr der Friedberger Burg.
Der „Dicke Turm” gehört als Bestandteil der Burganlage dem Land Hessen, mit dem wir einen
Erbpachtvertrag bis zum Jahre 2044 abschließen konnten. Zumindest bis dahin bleibt uns diese
einmalige Burg gesichert. Wir müssen sie aber instand halten, was von Zeit zu Zeit größere und
aufwändige Renovierungsarbeiten erfordert.
Seit dem Jahr 1926, also praktisch seit Bestehen unseres Reyches sippen wir in dieser wunderbaren
Burg, dem „Dicken Turm”, unterbrochen lediglich durch die unselige uhufinstere Zeit.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
248 Athenae Gottingenses
Wie in der letzten Chronik berichtet, bezog die Athenae a.U. 107 eine neue Burg. Diese musste a.U.
136 aus monetären Gründen aufgegeben werden und wir fanden Unterschlupf im Braustübchen der
Göttinger Brauerei. Leider war nach 10 Jahren abzusehen, dass das Gebäude abgerissen werden
würde und so wurde eine neue Burg gesucht. Auf dem Gelände der Saline Luisenhall wurde ein ent-
sprechendes Gebäude gefunden und in Eigenleistung aller Sassen eine wunderbare Burg eingerich-
tet, die am 4.10. a.U. 147 feierlich geweiht wurde. Ein langfristiger Mitvertrag mit dem Hausherrn,
Rt Salinus, sichert nun diese Heimstätte.
Vom Sippungsgeschehen der Berichtsperiode sind besonders das 75. Stiftungsfest und die Reychs-
fehde Chasalla gegen Am Eschenwege hervor zu heben. Das Stiftungsfest fand am 4.12. a.U. 136 im
feierlichen Rahmen mit ca. 250 Teilnehmern im Hotel Freizeit Inn statt.
Ein Abend mit Grußwort des ASR und ausgewählten Fechsungen ging in die Annalen des Reyches
ein. Als Gastgeber für die erwähnte Reychsfehde richteten wir die Wallstatt auf Burg Ludwigstein,
die das h.R. Chasalla als erster verlies. Auch ist von einer Junkertafelfehde zu berichten, die gen die
Junkertafel des h. R. Ob der Hamel gefochten wurde. In der hohen Hildesia reichte es trotz kräftiger
Hiebe nur zu einem zweiten Platz.
Zwei Sippungen sind in der Zwischenzeit zu richtigen Traditionssippungen der Athenae geworden.
Zum Einen die jährlich im Windmond stattfindende Freundschaftssippung auf der Jugendburg Burg
Ludwigstein. Hoch über dem Werratal gelegen, bietet sie eine wunderbare Kulisse für unser Spiel.
Besonders der Einritt bei nahender Dämmerung im Schein einer Fackelgasse und das bunte Bild
der vielfarbigen Rüstungen sucht seinesgleichen im Uhuversum.
Ging früher der Blick von den Zinnen zu den Freunden, die im Verborgenen sippten, so freuen wir
uns nun über die offenen Reitwege zu den Reychen in Thüringen. Ein Jubiläum wird im Windmond
a.U. 149 mit der 50. Freundschaftssippung zelebriert. Die zweite regelmäßige Sippung ist alle zwei
Jahre die Regismontana-Gedächtnissippung. Diese ist besonders dem erloschenen Reych Regis-
montana (46), Königsberg, aber auch allen Freunden aus Ostpreußen gewidmet.
Zwei Ritter sollen stellvertretend für viele Sassen, die sich um das Reych verdient gemacht haben,
hier Erwähnung finden. Rt Dichtelflink war ein brillanter Fechser. Er nahm siegreich an unzähligen
Turnieren teil und wurde mehrfach als Faustritter, Funke- und Florestanritter ausgezeichnet.
Rt Dendrophilos hinter dem Berge lenkte über 25 Jahre als Oberschlaraffe mit weiser Hand die
Geschicke des Reyches ehe er im 77. Lebensjahr gen Ahalla ritt.
Als Auszeichnung wurde die etwas in Vergessenheit geratene Tradition der „Ritter vom Hainbund”
wieder belebt. Zu Rittern vom Hainbund werden Sassen gekürt, die mit der Athenae Gottingenses
besonders verbunden sind. Auch eine Anzahl von Ehrenhelmen konnte an Freunde, die regelmä-
ßig zu den Sippungen in die Athenae kommen und mit ihren Fechsungen die Abende bereichern,
verliehen werden. Besonders die enge und herzliche Verbindung zu Mutter Chasalla (51) und Toch-
ter Am Eschenwege (312) muss erwähnt werden. Viele Einritte zeigen von der freundschaftlichen
Beziehung.
Nun nehmen langsam jüngere Sassen Würden und Ämter ein, um so eine möglichst harmonische
Kontinuität in unserem schönen Reiches zu gewährleisten.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 361-362