Athenae Gottingenses

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 248 — Athenae Gottingenses. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

248 Athenae Gottingenses
Wie in der letzten Chronik berichtet, bezog die Athenae a.U. 107 eine neue Burg. Diese musste a.U.
136 aus monetären Gründen aufgegeben werden und wir fanden Unterschlupf im Braustübchen der
Göttinger Brauerei. Leider war nach 10 Jahren abzusehen, dass das Gebäude abgerissen werden
würde und so wurde eine neue Burg gesucht. Auf dem Gelände der Saline Luisenhall wurde ein ent-
sprechendes Gebäude gefunden und in Eigenleistung aller Sassen eine wunderbare Burg eingerich-
tet, die am 4.10. a.U. 147 feierlich geweiht wurde. Ein langfristiger Mitvertrag mit dem Hausherrn,
Rt Salinus, sichert nun diese Heimstätte.
Vom Sippungsgeschehen der Berichtsperiode sind besonders das 75. Stiftungsfest und die Reychs-
fehde Chasalla gegen Am Eschenwege hervor zu heben. Das Stiftungsfest fand am 4.12. a.U. 136 im
feierlichen Rahmen mit ca. 250 Teilnehmern im Hotel Freizeit Inn statt.
Ein Abend mit Grußwort des ASR und ausgewählten Fechsungen ging in die Annalen des Reyches
ein. Als Gastgeber für die erwähnte Reychsfehde richteten wir die Wallstatt auf Burg Ludwigstein,
die das h.R. Chasalla als erster verlies. Auch ist von einer Junkertafelfehde zu berichten, die gen die
Junkertafel des h. R. Ob der Hamel gefochten wurde. In der hohen Hildesia reichte es trotz kräftiger
Hiebe nur zu einem zweiten Platz.
Zwei Sippungen sind in der Zwischenzeit zu richtigen Traditionssippungen der Athenae geworden.
Zum Einen die jährlich im Windmond stattfindende Freundschaftssippung auf der Jugendburg Burg
Ludwigstein. Hoch über dem Werratal gelegen, bietet sie eine wunderbare Kulisse für unser Spiel.
Besonders der Einritt bei nahender Dämmerung im Schein einer Fackelgasse und das bunte Bild
der vielfarbigen Rüstungen sucht seinesgleichen im Uhuversum.
Ging früher der Blick von den Zinnen zu den Freunden, die im Verborgenen sippten, so freuen wir
uns nun über die offenen Reitwege zu den Reychen in Thüringen. Ein Jubiläum wird im Windmond
a.U. 149 mit der 50. Freundschaftssippung zelebriert. Die zweite regelmäßige Sippung ist alle zwei
Jahre die Regismontana-Gedächtnissippung. Diese ist besonders dem erloschenen Reych Regis-
montana (46), Königsberg, aber auch allen Freunden aus Ostpreußen gewidmet.
Zwei Ritter sollen stellvertretend für viele Sassen, die sich um das Reych verdient gemacht haben,
hier Erwähnung finden. Rt Dichtelflink war ein brillanter Fechser. Er nahm siegreich an unzähligen
Turnieren teil und wurde mehrfach als Faustritter, Funke- und Florestanritter ausgezeichnet.
Rt Dendrophilos hinter dem Berge lenkte über 25 Jahre als Oberschlaraffe mit weiser Hand die
Geschicke des Reyches ehe er im 77. Lebensjahr gen Ahalla ritt.
Als Auszeichnung wurde die etwas in Vergessenheit geratene Tradition der „Ritter vom Hainbund”
wieder belebt. Zu Rittern vom Hainbund werden Sassen gekürt, die mit der Athenae Gottingenses
besonders verbunden sind. Auch eine Anzahl von Ehrenhelmen konnte an Freunde, die regelmä-
ßig zu den Sippungen in die Athenae kommen und mit ihren Fechsungen die Abende bereichern,
verliehen werden. Besonders die enge und herzliche Verbindung zu Mutter Chasalla (51) und Toch-
ter Am Eschenwege (312) muss erwähnt werden. Viele Einritte zeigen von der freundschaftlichen
Beziehung.
Nun nehmen langsam jüngere Sassen Würden und Ämter ein, um so eine möglichst harmonische
Kontinuität in unserem schönen Reiches zu gewährleisten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
252 Gladebachum Monachorum
„Wenn die Zeitläufe es erlauben, sollte das Reych Gladebachum Monachorum einer guten Entwick-
lung entgegensehen.” Damit endet der Bericht im Band III der Chronik.
In der neuen Burg, die sicherlich zu den schönsten im Uhuversum zählt, entwickelte sich das schla-
raffische Leben dank einer straffen Führung des Thrones, den im Laufe der Jahrungen die Rt Antipa-
thos, van Deych, Gugl-Hupf, Alkibiades, Com-bit und Hawiwi zierten, neu.
Besonders die Rt von Blödelsteyn und Alkibiades belebten durch ihre zahlreichen Ausritte in die
Nachbarreyche die schlummernden Beziehungen, knüpften neue und machten so die Gladebachum
wieder interessant. Die Gemeinschaftssippung mit den Aquisgranen („Hart an der Grenze, aber ge-
konnt”) wurde zu einem Höhepunkt im rheinischen Sprengel.
Ein spielfreudiger Thron, heitere Fechsungen, eine muntere Sassenschaft – alles das lockte immer
mehr Sassen aus nah und fern in die Geroburg, auch wenn die Gladebachen alles andere als spie-
gel- und ceremonialefest sind.
Diesen Umstand fasste Rt Alkibiades in das Epitheton „Das unkomplizierte Reych am Niederrheyn”,
das Rt Hawiwi in einen graphisch wunderschönen Aufkleber umsetzte. Indem das Reych (altersmä-
ßig) junge Schlaraffen zu Ehrenritter erkürte, unterstrich es einmal mehr seine Unkompliziertheit.
Mehrtägige Reychsausritte (mit Burgfrauen), Sommerfeste, Uhubaumfeste festigten nicht nur die
Gemeinschaft der Sassen untereinander, sondern trugen auch dazu bei, dass die Gladebachum
Monachorum über die Grenzen des rheinischen Sprengels hinaus einen guten Namen erhielt.
Das zeigte deutlich das 75. Stiftungsfest, das die Sassen am 15.1. a.U. 141 im Festsaal der Gesell-
schaft Erholung feierte. Unter der spielfreudigen Funktion der Herrlichkeiten Com-Bit, Ro-stratege
und Öff-Öff bewies das Reych einmal mehr, dass es das unkomplizierte Reych am Niederrhein ist.
Unvergessen der Ritterschmaus, bei dem Messer und Gabel vom Tisch verbannt waren!
Wer dieses Fest erlebt hat, spürte, dass die Gladebachum Monachorum auf einem guten Weg ist,
das schlaraffische Spiel auch im profanen 21. Jahrhundert mit Leben zu erfüllen.
Der von den Altvorderen vorgegebene Weg ist vom „jungen” Nachwuchs aufgegriffen und in seiner
Art weitergeführt worden. Der Rahmen ändert sich, nicht aber das Bild!
So hat die Gladebachum Monachorum einen Generationswechsel durchgeführt - ohne Zwist und
Unstimmigkeiten. Voller Optimismus blickt sie der schlaraffischen Zukunft entgegen, die auch
nicht eine drohende Kündigung des Mietverhältnisses für die Gero-Burg trüben kann.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 362-363