Zu den Gyssen

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 276 — Zu den Gyssen. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

276 Zu den Gyssen
Das Reych war auch in diesen 25 Jahren ein lebendiger, gefestigter und weit über die Grenzen hinaus
beliebter Hort Schlaraffias. Und... es hat endlich eine eigene Burg! Dafür wurde a.U. 131 mit Mut,
großem eigenem Aufwand an Mammon und Arbeit ein Grundstück mit Werkhalle erworben und zu
unserer Hessenburg umgebaut und gestaltet. Es ist ein Schmuckstück geworden! Wir sind stolz,
zumal wir ca. 15 Jahre später schuldenfrei sind!
Spiegelgerechtes, humorvolles Spiel, niveauvolle Kunst-, Themen- und Burgfrauen-Sippungen so-
wie das jährliche Fest der Gleybergritter mit dem beeindruckenden und in höchstem Maße vom
schlaraffischen Ceremoniale getragenen Ritterschlag sind wie bislang Markenzeichen des Reyches.
Darüber hinaus sind hier aber auch das in unserem Reych kreierte und gepflegte Spiel der Truch-
sesse, die Freude, sich im Duell zu messen, und die Sommerkristallinen als Spiel und Freundschaft
belebende Elemente zu nennen. An besonderen Höhepunkten schlaraffisch-gesellschaftlicher Art
ragen die Jubiläen des 60. und 75. Stiftungsfestes heraus. Das 60. feierten wir mit einer bunten
Folge von Fechsungen und musikalischen Vorträgen, das 75. nach dem Motto „zurück zu den Ur-
sprüngen Schlaraffias, dem Theater” im Musentempel der Stadt.
Mit dem von Rt Boni als Hofnarr inszenierten ca. einstündigen ,,schlaraffischen Prolog”, einer Fest-
aufführung des Musicals ,,My Fair Lady” durch das Theaterensemble und dem nachfolgenden Fei-
ern in allen Räumen des Musentempels war es ein glanzvolles Fest. An persönlich-schlaraffischen
Jubiläen konnte das Reych 30 Urs, 19 GU, 4 Träger der Brillanten sowie je einen Großkristall und
Lorbeer zum Großkristall feiern.
Darüber hinaus seien als Ausdruck großer Kontinuität in der Besetzung der Wahlwürden 12 Ernen-
nungen zu ErbO, ErbK, ErbJ, ErbSch, ErbM, ErbC und ErbW zu erwähnen sowie Engagement und
Leistungen der Rtt Ebigon, Stückche und Ter-Lahn hervorzuheben, die in dieser Zeit das 30- und
20-jährige Thronjubiläum bzw. 20 Jahre K feierten.
Die Sassenzahl des Reyches ist von 55 über 63 a.U. 129 auf 45 a.U. 149 gesunken. 29 Neueintritten
standen 31 Ahallaritte und 7 Austritte entgegen. Bei den Ahallaritten, von denen jeder uns sehr ge-
troffen hat, sei der des Reychsfürsten Brummerich a.U. 145 hier besonders erwähnt.
Als neuer Reychsfürst wurde Rt Ebigon vom Reych aufs Schild gehoben. Die Freundschaft zu den
Nachbarreychen wird durch zahlreiche Ausritte sowie die Einritte der Freunde in unser Reych ge-
festigt. Darüber hinaus wurde – nun schon über 60 Jahre – die besondere Verbundenheit mit dem
Reyche Wormatia in den jährlichen Freundschaftssippungen und zu anderen Anlässen gepflegt.
Die zahlreichen Ordens- und Titulverleihungen unseres Reyches und die Erkürung von 13 Land-
grafen und 5 Ehrenrittern in diesem Berichtszeitraum sind Ausdruck der Verbundenheit mit den
Nachbarreychen und der Wormatia. Auf dem Gleyberg werden dabei die Treuesten der Treuen seit
a.U. 139 mit dem eigens dafür gestalteten ,,Gleybergstein”ausgezeichnet und bei den Ordensfesten
neben den konventionellen Orden die neu kreierten und individuell gestalteten Orden ,,Stein am
Band” oder ,,Stein im Brett” verliehen.
Bleibt der Blick in die Zukunft: Das Reych Zu den Gyssen stellt sich freudig-optimistisch und aktiv
den Herausforderungen und wird als fester, der Tradition verpflichteter Bestandteil Allschlaraffias
weiterhin blühen!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
278 Palatium Barbarossae
Die letzten 25 Jahre unseres kleinen, aber stolzen Reyches waren geprägt von Kontinuität und
freundschaftlicher Harmonie. Die Rotbartsburg, die seit a.U. 117 unser Domizil ist, dient uns auch
nach über 30 Jahrungen noch immer treu als Veste. Der „Zahn der Zeit” hinterließ jedoch deutliche
Spuren, ein Eigentümerwechsel hat uns das „Leben als Mieter” sehr erschwert. Intensive Bemü-
hungen für eine neue schlaraffische Bleibe laufen und der Chronist ist sich sicher, dass die Tage
unserer Burg am jetzigen Standort gezählt sind. Der ES unseres Reyches „Schorsch von Kusel” ,
der Pfälzer Mundartdichter Paul Münch, gab uns mit seiner These, dass die Weltachse mitten durch
die Pfalz gehe und ständig geschmiert werden müsse, die Anregung, einen „Konvent der Pfälzer
Weltachsöler” auszurufen. Der erste Konvent fand a.U. 125 auf Burg Lichtenberg bei Kusel statt. In
der Jahrung 149/150 werden wir bereits den 18. Konvent der Weltachsöler zelebrieren. Die Konvent-
Sippungen sind weit über unsere Grenzen hinaus bekannt und bei Sassen, Burgfrauen und Tross
gleichermaßen beliebt. Der fünfmalige Besuch des Konvents sichert neben einem Brustschild auch
den Titul „Burggraf zu Lichtenberg”.
Absoluter Höhepunkt des letzten Vierteljahrhunderts war aber zweifelsfrei die Festsippung des 75.
Stiftungsfestes am 4.10. a.U. 144. Die „gute Stube” der Stadt Kaiserslautern, die städt. Fruchthalle,
diente als Festburg und war mit rund 300 Sassen und Gästen bis an die Grenzen ihrer Kapazität
ausgebucht. Die Sippung wurde zur Jubelfeier, deren „Kraftakt” der Thron und die Sassen unseres
kleinen Reyches bravourös meisterten. Eine besondere Ehre war die zeitgleiche Tagung des ASR
in unseren Gemarkungen und seine Teilnahme an dieser großartigen Festsippung. Auch wenn wir
seit über 7 Jahrungen keinen Ahallaritt mehr zu verzeichnen hatten, haben wir uns in den letzten 25
Jahren doch schmerzhaft von vielen guten Freunden für immer verabschieden müssen. Beispielhaft
für diese Freunde, sei in dieser Chronik „Unser lieber Großfürst” Rt Merkantilus der Stetsbereite
genannt, der es uns Dank seiner großherzigen Stiftung ermöglicht, auch weiterhin den ausrittfreu-
digen Schlaraffen-Nachwuchs mit dem „Merkantilus-Orden” auszuzeichnen und das Turney um die
Schaumlethe-Kette auszurichten. Unser lieber Großfürst Rt Urophil der Drüsenjäger, der 35 Jahre
als Oberschlaraffe fungierte und unser Reychsgeschehen maßgeblich beeinflusste, hat sich a.U.
145 auf sein „Altenteil” zurückgezogen und ist seither mehr an der Junker- als an der Rittertafel zu
finden. Erwähnenswert sind die guten familiären Bande, die wir zu unserem Mutterreych und zu
unseren Schwestern pflegen. Vor allem mit dem h.R. Aula Regia haben sich herzliche Beziehungen
entwickelt und die gemeinsamen Sippungen zu Beginn der Sommerung auf der Altenbaumburg
scheinen Tradition zu werden. In der 80. Jahrung seines Bestehens hat unser Reych den aus Kusel/
Pfalz stammenden Jahrhunderttenor Fritz Wunderlich zum Ehrenschlaraffen erkürt. In einer an-
spruchs- und stimmungsvollen Festsippung wurde der große Sohn unserer westpfälzischen Hei-
mat zum „ES Belmonte” erhoben und sein künstlerisches Lebenswerk den über 150 schlaraffischen
und profanen Sippungsteilnehmern ausführlich vorgestellt. Diese glanzvolle Festsippung hat es
verdient als ein besonderes „schlaraffisches Erlebnis” bezeichnet zu werden. Voller Zuversicht bli-
cken wir Sassen der Palatium Barbarossae in die Zukunft. Gegen Ende der Winterung 148/149 sit-
zen an der Junkertafel 7 Junker und 2 Knappen. Zeitgleich hat es eine solch stattliche Zahl an eige-
nem schlaraffischem Nachwuchs in der 80-jährigen Reychsgeschichte bislang noch nicht gegeben.
Ein frischer Wind durchweht derzeit unser Reych und auch die Frage nach einer neuen Rotbartsburg
können wir nun Dank Uhus Hilfe beantworten. Wir werden eine neue Burg bauen und diese zu Be-
ginn der Winterung 150/151 festlich einweihen und mit schlaraffischem Leben füllen.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 376-377