Palatium Barbarossae

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 278 — Palatium Barbarossae. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

278 Palatium Barbarossae
Die letzten 25 Jahre unseres kleinen, aber stolzen Reyches waren geprägt von Kontinuität und
freundschaftlicher Harmonie. Die Rotbartsburg, die seit a.U. 117 unser Domizil ist, dient uns auch
nach über 30 Jahrungen noch immer treu als Veste. Der „Zahn der Zeit” hinterließ jedoch deutliche
Spuren, ein Eigentümerwechsel hat uns das „Leben als Mieter” sehr erschwert. Intensive Bemü-
hungen für eine neue schlaraffische Bleibe laufen und der Chronist ist sich sicher, dass die Tage
unserer Burg am jetzigen Standort gezählt sind. Der ES unseres Reyches „Schorsch von Kusel” ,
der Pfälzer Mundartdichter Paul Münch, gab uns mit seiner These, dass die Weltachse mitten durch
die Pfalz gehe und ständig geschmiert werden müsse, die Anregung, einen „Konvent der Pfälzer
Weltachsöler” auszurufen. Der erste Konvent fand a.U. 125 auf Burg Lichtenberg bei Kusel statt. In
der Jahrung 149/150 werden wir bereits den 18. Konvent der Weltachsöler zelebrieren. Die Konvent-
Sippungen sind weit über unsere Grenzen hinaus bekannt und bei Sassen, Burgfrauen und Tross
gleichermaßen beliebt. Der fünfmalige Besuch des Konvents sichert neben einem Brustschild auch
den Titul „Burggraf zu Lichtenberg”.
Absoluter Höhepunkt des letzten Vierteljahrhunderts war aber zweifelsfrei die Festsippung des 75.
Stiftungsfestes am 4.10. a.U. 144. Die „gute Stube” der Stadt Kaiserslautern, die städt. Fruchthalle,
diente als Festburg und war mit rund 300 Sassen und Gästen bis an die Grenzen ihrer Kapazität
ausgebucht. Die Sippung wurde zur Jubelfeier, deren „Kraftakt” der Thron und die Sassen unseres
kleinen Reyches bravourös meisterten. Eine besondere Ehre war die zeitgleiche Tagung des ASR
in unseren Gemarkungen und seine Teilnahme an dieser großartigen Festsippung. Auch wenn wir
seit über 7 Jahrungen keinen Ahallaritt mehr zu verzeichnen hatten, haben wir uns in den letzten 25
Jahren doch schmerzhaft von vielen guten Freunden für immer verabschieden müssen. Beispielhaft
für diese Freunde, sei in dieser Chronik „Unser lieber Großfürst” Rt Merkantilus der Stetsbereite
genannt, der es uns Dank seiner großherzigen Stiftung ermöglicht, auch weiterhin den ausrittfreu-
digen Schlaraffen-Nachwuchs mit dem „Merkantilus-Orden” auszuzeichnen und das Turney um die
Schaumlethe-Kette auszurichten. Unser lieber Großfürst Rt Urophil der Drüsenjäger, der 35 Jahre
als Oberschlaraffe fungierte und unser Reychsgeschehen maßgeblich beeinflusste, hat sich a.U.
145 auf sein „Altenteil” zurückgezogen und ist seither mehr an der Junker- als an der Rittertafel zu
finden. Erwähnenswert sind die guten familiären Bande, die wir zu unserem Mutterreych und zu
unseren Schwestern pflegen. Vor allem mit dem h.R. Aula Regia haben sich herzliche Beziehungen
entwickelt und die gemeinsamen Sippungen zu Beginn der Sommerung auf der Altenbaumburg
scheinen Tradition zu werden. In der 80. Jahrung seines Bestehens hat unser Reych den aus Kusel/
Pfalz stammenden Jahrhunderttenor Fritz Wunderlich zum Ehrenschlaraffen erkürt. In einer an-
spruchs- und stimmungsvollen Festsippung wurde der große Sohn unserer westpfälzischen Hei-
mat zum „ES Belmonte” erhoben und sein künstlerisches Lebenswerk den über 150 schlaraffischen
und profanen Sippungsteilnehmern ausführlich vorgestellt. Diese glanzvolle Festsippung hat es
verdient als ein besonderes „schlaraffisches Erlebnis” bezeichnet zu werden. Voller Zuversicht bli-
cken wir Sassen der Palatium Barbarossae in die Zukunft. Gegen Ende der Winterung 148/149 sit-
zen an der Junkertafel 7 Junker und 2 Knappen. Zeitgleich hat es eine solch stattliche Zahl an eige-
nem schlaraffischem Nachwuchs in der 80-jährigen Reychsgeschichte bislang noch nicht gegeben.
Ein frischer Wind durchweht derzeit unser Reych und auch die Frage nach einer neuen Rotbartsburg
können wir nun Dank Uhus Hilfe beantworten. Wir werden eine neue Burg bauen und diese zu Be-
ginn der Winterung 150/151 festlich einweihen und mit schlaraffischem Leben füllen.
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279 Orbaha Chattensis
A.U. 129 wurde unsere Orbaha Chattensis 60 Jahrungen alt; so haben wir über die ganze Winterung
auf vielfältige Weise in den Sippungen des 60. Jubiläums gedacht. Eine Sternstunde im Sippungsge-
schehen war die 1397. Sippung a.U. 132 in der Festburg im Sängerheim. In einer feierlichen, humor-
vollen Sippung wurden drei „Hundertjährige” Freunde geehrt. Unser Kantzler Graf Amati war 40
Jahre und die Oberschlaraffen Rt Edisohn und Rt Biberschwanz waren je 30 Jahre, also zusammen
100 Jahre, in Amt und Würden.
A.U. 136 konnte die 1.500 Sippung gefeiert werden. Sie war zugleich die GU-Feier für die Rt Lord
Evergreen und Großfürst Menilaos und die UrsFeier für die Rt Thumbold und Dra-ht-cula.
Großfürst Edisohn, unser „Patriarch”, wollte aus gesundheitlichen Gründen nicht länger als Ober-
schlaraffe fungieren und es folgte ihm auf den Thron Rt Un‘er kann‘t. Kurze Zeit später (a.U. 137)
stellte Großfürst Biberschwanz nach nunmehr 33 Amtsjahren das Amt eines Oberschlaraffen zur
Verfügung; seinen Platz nahm Rt Lehrlauf ein .
A.U. 141 erhielten unser ErbK Graf Amati und unser Patriarch Großfürst Edisohn den GU-Orden
für 50 Jahre Zugehörigkeit zu Allschlaraffia und Rt Cimbelhauer diese Auszeichnung aufgrund des
Beginns seines 80. Lebensjahres. ErbO Rt Fürst Buna konnte für sein 20-jähriges Thronjubiläum
geehrt werden.
A.U. 141 ging Rt Un‘ er kann‘t in seine norddeutsche Heimat zurück. Für ihn wurde Rt Vorwitz zum
Oberschlaraffen gewählt. Rt Fürst Buna verließ nach 21 Jahren als Oberschlaraffe den Thron. Es
folgte ihm Rt Rackett. Wenn auch der Wechsel auf dem Thron nun häufiger erfolgte, so blieb doch
die Kontinuität und die harmonische Atmosphäre auf dem Thron und im Reych erhalten.
Vieles wäre es wert, in einer Chronik genannt zu werden, doch alles Streben im Reych steuerte auf
das 75. Stiftungsfest zu, das am 18.10. a.U. 144 stattfand.
In einem dem feierlichen Anlass würdigen Rahmen, dem Kurhaus-Hotel, konnte das Reych ein
glanzvolles Fest begehen. Über dreihundert Freunde und Burgfrauen gaben uns die Ehre und waren
voll des Lobes über die gelungene Festsippung. Allen, die daran teilnehmen konnten, wird diese
Sippung als ein besonderes Erlebnis lange in Erinnerung bleiben.
Auch nach diesem Fest wurde manche aus dem normalen Sippungsgeschehen herausragende Sip-
pung gefeiert. Im Christmond a.U. 144 wurden die Brillanten zum GU-Orden an Rt Schmollis und
ein Jahr später an Rt Lord Evergreen verliehen. Wenn es eines weiteren Beweises für das gedeihliche
und gesunde Klima in der Orbaha bedarf, so war dies die gemeinsame Feier für 50-jährige Zugehö-
rigkeit zu Allschlaraffia für die Rtt Biberschwanz, Cimbelhauer, Sonny-Boy und Phantomas.
Gewaltige Reychseinritte aus dem Uhuversum wie der des h. R. Truna Bavariae oder des h. R. Duis-
bargum und insbesondere des geliebten Mutterreiches Brema sollen stellvertretend für die vielen
Einritte genannt werden, deren sich unser Reych erfreuen darf. Sie sind der Beweis dafür, dass wir
als kleines Reych im Spessart für unsere Gastfreundschaft und für die Attraktivität unserer Sippun-
gen einen guten Ruf genießen.
Wir alle wünschen uns, dass dieser schlaraffische Geist unter den jetzigen Oberschlaraffen Rt Wirr-
Duell (ab a.U.145), Rt Rackett und Rt Vorwitz in die ferne Zukunft wehen und unter dem Motto „in
arte voluptas” allen Freunden viele glückliche Stunden bescheren möge.
Eine seit Jahrungen wohlgefüllte Junkertafel schafft die Voraussetzungen und erleichtert die Um-
setzung dieses Wunsches.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 377-378