286 Heylbronnen
Die am 26.10. a.U. 115 (1974) eröffnete Burg im „Käthchenhaus” zu Heilbronn, in der mancher
unserer heutigen Sassen zum Ritter geschlagen wurde, war uns 29 Jahre lang gute Heimstatt. Die
stilvolle Burg war aber nur durch die ersteigung von 63 Stufen zu erreichen.
Im Jahre 2002 erwarb die Stadt Heilbronn das Gebäude, indem sich die Kätchenburg befand und
schaffte Verunsicherung über die künftige Nutzung des Hauses. Inzwischen hatte Rt Bayufex den
Baubürgermeister von Neckarsulm, Herrn Grabbe, (heute Rt Harleyking) als Pilger im Reych ein-
geführt. Ein altes Fachwerkhaus in der Neckarsulmer Löwengasse sollte saniert werden und der
dortige Kellerraum schien als Burg geeignet.
Nach langen und mühevollen Vorplanungen durch die Ritter Harleyking, Mc Ernich sowie Immer-I
sollte die Burg mit großem Anteil an Eigenleistung erstehen. Die Hauptlast der Eigenleistung über-
nahmen die Rt Bon-i-fex und Bäng-Kerle.
Heute steht man vor einem einfachen kubischen Bau, der die Garderobe, Toiletten und die Reychs-
rumpelkammer enthält. Eine breite Treppe führt in die Vorburg mit geräumiger Reychsküche und
ein paar Stufen tiefer ist man im Rittersaal mit seinem einzigartigen Ambiente - ein ehemaliger
Gewölbekeller - welcher durch die Rt Croquis, Sigma u.a. ausgestaltet wurde. Im Windmond a.U.
144 wurde die Burg feierlich eingeweiht.
Fünfundsiebzig Jahre Heylbronnen!
Es kam schon etwas dick aufeinander. Der Umzug in die neue, eigene Burg und das große Fest. Es
findet in Neckarsulms „guter Stube”, der Ballei statt, die von den Rittern Prints, Ulk und Wim de
Jong festlich dekoriert wurde. Am 17.4. a.U.145 füllt sich der Saal mit bunten Rüstungen der Sassen
aus 56 Reychen von den Oberschlaraffen Rt Stillborn, Ulk und Wim de Jong herzlichst begrüßt. Rt
Van der Goschen überbringt die Grüße des Allschlaraffenrates und der Sprengelfürst Rt Famoso
übernimmt den Aha. Herzliche Grußworte, vom Mutterreych Baruthia, der Ziehmutter Stutgardia,
den Reychen Onoldia, Wetiflar und Norimberga dokumentieren unsere gegenseitige, freundschaft-
liche Verbundenheit.Das besondere Gedenken gilt dem Gründer unseres Reyches Rt Defrecher der
Hafermahler. Über 450 Sassen mit Tross genießen die gar gewaltigen Feierlichkeiten.
Von unserer schlaraffischen Freundschaft zeugen heute nicht nur die von Sassen des gesamten
Uhuversums besuchten Sippungen in der eigenen Burg, sondern auch die gut besetzte Junkertafel.
Das allzeit fröhliche Reych Heylbronnen hat eine erfreuliche Zukunft vor sich!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
287 Cambodunum
Wenn wir über ein Vierteljahrhundert zurückblicken, werden uns im Auf und Ab des Lebens immer
wieder strahlende Höhepunkte unvergessen bleiben. Ein solcher Höhepunkt war wohl das 70. Stif-
tungsfest, das wir im Ostermond a.U. 140 in der Festburg des Gasthofes „Zum Hirsch” in Sulzberg
bei Kempten feiern konnten.
Eine große Zahl von Freunden aus nah und fern war dazu eingeritten, um mit uns in schlaraffischer
Freundschaft zu feiern. Wir gedenken in großer Dankbarkeit jener Sassen, die unser Reych gegrün-
det und nach der uhufinsteren Zeit wieder belebt haben. Dankbar sind wir auch jenen, die das
Reych über Jahrzehnte hinweg getragen und geprägt haben. So war es für uns eine große Freude,
als unser hochverehrter Rt Amadi am 30.1. a.U. 136 mit der seltenen Auszeichnung des Lorbeer
zum Großursippenorden geehrt wurde. In bewundernswerter Rüstigkeit feierte er noch mit uns sein
100. Wiegenfest. Als er uns kurze Zeit später für immer verlassen musste, haben wir einen Freund
verloren, der unserem Bunde über 45 Jahre in Treue angehört hatte.
Unser in Ahalla weilender Rt Fidigeigei, ehemaliger Erbkantzler und Träger der Brillanten zum
Großursippenorden, hat uns als begeisterter Musicus manch schöne Melodie hinterlassen. Wenn
an jedem Uhutag seine Willkommhymne für die eingerittenen Freunde in unserer Burg erklingt,
werden wir immer an ihn erinnert.
Nach 54 Jahren Zugehörigkeit zu unserem Bund ist er a.U. 147 für immer von uns gegangen. Zu
seinen Verdiensten um unser Reych gehört vor allem die Erhaltung der roten Laterne. Als ihr Kustos
brachte er sie immer wieder zum Erglühen. Mit diesem Ahnen und dem Titul „Ritter der roten La-
terne„ werden jene Ritter ausgezeichnet, die nach Beendigung der Sippung für eine bestimmte Zeit
zu einer frohen Krystalline in der Burg verweilen.
Durch neuere historische Studien und Forschungen wurde das Leben und Wirken eines Mitbegrün-
ders unseres Reyches Cambodunum in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Es handelt sich um un-
seren Rt Sakrisch. Unter seinem profanen Namen Andor Àkos wurde er als Architekt und Künstler
im profanen Kempten und weit darüber hinaus bekannt. Als a.U. 70 unser Reych gegründet wurde,
hatte er schon die Stiftsburg fertiggestellt und mit hohem künstlerischem Anspruch ausgestattet.
Im profanen Jahr 1940 fand er als Opfer einer unmenschlichen Rassenideologie einen gewaltsamen
Tod. Anlässlich einer Ausstellung über sein Lebenswerk hat OI Rt Frohfex in einem öffentlichen
Vortrag an ihn und sein tragisches Schicksal erinnert.
Zu seinem Gedenken errichtete unser Reych gemeinsam mit dem Heimatverein eine Erinnerungs-
tafel an einer von ihm erbauten Kirche. Bewusst erlebte Tradition und Liebe zur Heimat prägen viele
unserer Sippungen und Veranstaltungen; Heimat und Mundart, Kultur und Natur sind Themen, die
sich auch in den Kristallinen der Sommerung niederschlagen.
Eingebunden in den Kreis des Bodensee-Vademecums reichen unsere freundschaftlichen Bezie-
hungen auch über Landesgrenzen hinweg und finden ihren Niederschlag in vielen schlaraffischen
Begegnungen.
So strebt unser Reych Cambodunum, auch dank des vorhandenen Nachwuchses, mit Uhu-Begeis-
terung dem 80. Stiftungsfest entgegen.
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