225 Confluentia
Ab 1980 (a.U. 121/122) befand sich unsere Burg - wegen Verkaufs der Vorgängerin - für 11 Jahre
im „Weinhaus Schwaab” direkt am Moselufer in Koblenz-Metternich. Dort wurde klein aber fein
gesippt, und unsere alljährlichen Lethesippungen fanden im benachbarten Felsenkeller unseres
Winzerhospes statt, eine wahre Bereicherung unseres Spiels und von Gastrecken gerne besucht.
Das Reych erbebte damals aber auch heftig wegen der versuchten Stammtischgründung „Antuna-
cum”. Aus eigener Kraft und mit allschlaraffischer Unterstützung konnten das Reych - zwar mit Ver-
lusten - aber dank schlaraffischen Geistes diese Prüfung letztendlich gut meistern. Die Notwendig-
keit einer „eigenen” Burg wurde aus vielerlei Gründen in den Folgejahren immer unausweichlicher.
Im August/September des Jahres 1987 (a.U. 128), nach vielen Planungen für viele andere Objekte in
Koblenz und Lahnstein, die Rt Sir Archi im Auftrag des Reyches betrieb, boten uns das Glück und
die Stadt Koblenz, beflügelt von unserem Rt Ouvert-Türe, die langfristige Nutzung und Betreuung
der ehem. Pallottiner-Kapelle in Koblenz-Ehrenbreitstein an. Das war damals zwar eine ursprüng-
lich zum Abbruch gedachte neugotische Bauruine aber, wie erkennbar, ein idealer Ort für unsere
Zwecke. Der damalige Vorstand - die Rtt Gutmuth, Micronorm und Polychrom - ließ sich diese
Gelegenheit nicht entgehen. Das Reych stimmte dem Projekt freudig zu, dessen reychsspezifische
Planungen der Rt Sir Archi als Generalburgbaumeister und als Co-Bauleiter im Auftrag des Vorstan-
des erbrachte und umsetzte. Mit Hilfe des Landes Rheinland-Pfalz erstand so ein bauliches Kleinod
wieder. Wir erhielten mit einem langfristigen Betreungs– und Nutzungsvertrag eine im Uhuversum
viel bewunderte Burg. Unsere finanzielle Basis für das Wagnis und die Innenausstattung hatte das
langjährige, umsichtige Walten des Schatzmeisters Rt Freut Euch und das Engagement sehr vie-
ler Burgbausteinspender gebildet. Seit der grandiosen Burgweihesippung am 9.11.1991 (a.U. 132),
pflegen wir dort das schlaraffische Spiel auch zur Freude der vielen einreitenden Freunde aus dem
ganzen Uhuversum. Das Reych hat sich inzwischen mit vielen Höhen und kleinen Tiefen bei 45 bis
50 Sassen stabilisiert und nennt seit geraumer Zeit eine stattliche Junkertafel sein eigen. Damit
verbunden ist die Hoffnung darauf, dass so das Burg-Kleinod erhalten werden kann und die Blüte
des Reyches anhält. Nicht zuletzt deshalb hat die Schlaraffia Confluentia im Februar 2004 auch ei-
nen gemeinnützigen Förderverein gegründet, der dem Erhalt des von uns genutzten und betreuten
Gebäudes dienen soll. Er hat ein informatives eigenes Internetportal unter http://www.fepke.de.
Mit dem Förderverein kommt das Reych neben der schlaraffischen Nutzung der ehemaligen Ka-
pelle zwei weiteren essentiellen vertraglichen Verpflichtungen nach. Diese sind die Öffnung des
Hauses für öffentliche kulturelle Veranstaltungen aller Art und dessen innerer baulicher Erhalt. Zwi-
schenzeitlich haben wir dafür bis zu neun Benefizevents per anno veranstaltet. Wir besitzen seit
a.U. 147 ein gut gepflegtes eigenes Reychs-Internetportal unter http://www.schlaraffia-confluentia.
de, mit dem wir das Uhuversum aktuell informieren. Zu unseren Besonderheiten gehört auch die
Pflege der Tradition der „Ritter vom Deutschen Eck”. Das festliche, uhuversale Gedenken und Ge-
schehen findet alle vier Jahre in repräsentativen Koblenzer Festburgen, nächstens a.U.149 statt.
In unserer 2.175 Sippung am 14.4.2007 aus Anlass unseres 85. Geburtstags und der Austragung
des „Firlefanzturneys” zwischen den h.R. Herbipolis und Porta Arduennae jährte sich auf den Tag
genau auch zum 60. Mal die Genehmigung der französischen Militärverwaltung zur „Wiederge-
burt” unseres Reyches nach der uhufinsteren Zeit. Am 19.04. a.U. 148 konnten wir der Wiedergrün-
dungsversammlung a.U. 88 gedenken und am 16.05. a.U. jährte sich ebenfalls zum 60. Male die
Wiedergründungssippung.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
226 Hala bavarica
Während sich in der vorhergehenden Epoche einschneidende Begebenheiten zutrugen, nämlich
eine Reychsfehde und der Bau der eigenen Burg, ist der Zeitraum von a.U. 125 bis 150 in deutlich
ruhigeren Bahnen verlaufen.
Nur ein Ereignis überstrahlte alle anderen: Das 75. Stiftungsfest, das im prachtvollen Ambiente des
Staatlichen Kurhauses zu Bad Reichenhall am 22.3. a.U. 138 in gar feierlicher Weise zelebriert wurde.
Dabei hatte sich die Hala bavarica zum Ziel gesetzt, an diesem Festabend den huldvollen Gratu-
lationen nur einen bescheidenen zeitlichen Rahmen zu überlassen, dagegen den Freunden auch
einen bunten Reigen von qualitätsvollen Fechsungen zu bieten, um so den einzigartigen Charme
Schlaraffias zu vermitteln.
Das ist unter der Regie der drei abwechselnd Fungierenden – OÄ Rt Pieks, OI Rt Lex mihi ars und
OK Rt Hegelin – zur Freude aller gut gelungen. Neben dem offiziellen Teil mit einer Festansprache
bewirkten dies viele großartige musikalische Darbietungen sowie beachtliche ernste und heitere
Wortvorträge von Sassen der verehrten Mutter Juvavia, der sonnigen Tochter Truna Bavariae, der
lieben Ziehschwester Stella Alpina, der hohen Styria und des eigenen Reyches.
Zur Festsippung kamen 178 Schlaraffen mit einem Tross von 112 Angehörigen aus 35 Reychen sowie
10 Gäste. Das ergibt zusammen die stattliche Gesamtzahl von haargenau 300 Teilnehmern.
Neben dem genannten Stiftungsfest beherrschte die Hala bavarica den schlaraffischen Alltag. Und
der war und ist es, der die größte Freude bereitet. Ganz „normale” Sippungen, sofern es in Schla-
raffia so etwas überhaupt gibt, wechselten sich ab mit Themensippungen wie zum Beispiel „Gott
mit Dir, Du Land der Bayern”, „Krachlederne”, „Münchhausen”, „Steckenpferde”, „Vom Reisen und
Wandern”, „Mundart” oder „Königlich Bayerisches Amtsgericht”.
Dazu kamen die jährlich gleich bleibenden Sippungen wie Ritterschlag, Uhubaumfest mit Burgfrau-
en, Heroenfeier mit dem Turney um die Funkekette, Rostrastafette, Katersippung mit Burgfrauen
am Ascherdonnerstag, Sänger- und Musikantentreffen, Adels- und Ordensfest sowie Ahallafeier
mit Gräbergang.
Neben den laufenden Sippungsabenden gab es noch Ausritte in befreundete Reyche, ferner Ge-
burtstagsfeiern von Schlaraffenbrüdern, die dazu ihre Freunde einluden. Eine davon übertraf alle
anderen: Das 80. Wiegenfest von ErbO Rt Hippeis, der am 20. des Erntemonds a.U. 135 zu einem
Hoftag auf „sein” Ritterschloss Pertenstein einlud.
Dort empfing der jugendlich wirkende Jubilar und Burgherr seine Gäste hoch zu Ross in schwerer
Rüstung. Vom Helm mit geöffnetem Visier über Brustharnisch und Bauchreifen bis zu den Bein-
röhren war alles der eigenen Rüstkammer entliehen, und alle Besucher wähnten sich in die Zeit des
Berufskriegerstands der Ritter im Hochmittelalter zurückversetzt.
Noch einmal blitzten die ritterlichen Tugenden auf: Untadeliger Lebenswandel, Treue, Schutz der
Schwachen, Frauendienst. Welch erstrebenswerte Ideale! Sie sind uns Schlaraffen seit dem einzig-
artigen Fest auf Burg Pertenstein noch mehr Ansporn und Verpflichtung.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s