First im Felde

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 289 — First im Felde. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

289 First im Felde
Gleich zu Beginn des Berichtzeitraumes (a.U. 124) mussten wir eine neue Burg suchen. Ein alter
Rübenkeller im Gasthaus Wagner wurde mit dem Arbeitseinsatz der Sassen, den Spenden vieler
Reyche und Freunde und einem Kredit zur neuen Burg. Zehn Jahre später erfolgte eine Erweiterung.
Die Bauarbeiten koordinierte Rt Don Pero. In der neuen Burg hat sich ein besonders reges schla-
raffisches Treiben entwickelt. Aus dem Sippungsgeschehen sind einige wiederkehrende Sippungen
besonders erwähnenswert:
Im Lethemond findet die Heimatsippung mit der Verleihung des „Ordens der grünen Mark” statt.
Bedingung für die Erringung dieser Auszeichnung ist der Besuch aller steirischen Reyche in einer
Winterung und eine heimatbezogene Fechsung. Im Windmond leitet seit zwei Dezennien OÄ Rt
Don Pero die „Jagasippung” mit dem Turney um den „I-schiaß-Vierling-Orden” und hervorragen-
der Wildbretatzung.
Die „Uhubaumfeyer” mit Burgfrauen wird seit a.U. 125 ebenfalls von Rt Don Pero celebriert, wobei
„derer Engelein Chor” unter der Leitung des OI Rt Tulli eine besondere Feststimmung verbreitet.
Die Sauschädl-Sippung mit einer schmackhaften Atzungsspende der Hospesia findet im Eismond
statt. Die „Fastnachtsippung” mit Burgfrauen ist seit über drei Jahrzehnten eine Domäne des OK Rt
Lord Spleen. Musikgruppen haben diese Sippung immer bereichert; besonders häufig Rt Glatzioso
mit seiner Kapelle. Im Lenzmond folgt die „Konzertsippung”, die seit mehr als drei Jahrzehnten
ebenfalls vom OK Rt Lord Spleen geleitet und organisiert wird.
Dazu muss erwähnt werden, dass seinerzeit Rt Schmetternich einen Großteil zur Ausrichtung die-
ser Sippung beigetragen hat.
Die „Lenz- und Liebesippung” mit dem „Zwiebelfischturney” und Burgfrauen im Ostermond ist der
letzte Höhepunkt der Winterung. OI Rt Tulli leitet diese Sippung seit einem Jahrzehnt mit großer
Umsicht.
In das vergangene Vierteljahrhundert fielen zwei große Gründungsfeste. A.U. 130 das 60., gepaart
mit der Verleihung der Brillanten zum Großursippenorden an den damals noch einzigen lebenden
Erzschlaraffen wld Rt Unser Felge, sowie a.U. 145 das von allen gerühmte 75. Stiftungsfest.
Diese Feiern, mit einer riesigen Freundesschar, waren herausragende Ereignisse unseres Schlaraf-
fenlebens und Beweise für die Kreativität und Beliebtheit des Reyches. Die Pflege der Freundschaft
ist uns ein großes Anliegen. Ausrittmeister Rt Terrameter zeigt sich hier besonders eifrig. Unter an-
derem unternimmt er mit der „Viererbande” alljährlich ausgedehnte Ausritte in Germaniens Gauen,
die schon zu mehreren Reychsein- und ausritten führten.
Die SommerKrystallinen tragen dazu bei, das Völkchen der Schlaraffen über die Sommerung hin-
weg bei guter Laune zu halten. Der alljährliche Familienausflug, stets im Heumond, ist seit Jahr-
zehnten ein beliebtes Treffen der eigenen Sassen und einer Vielzahl von Freunden aus nah und fern.
All diese schlaraffischen Aktivitäten haben unser südöstlichstes Reych der europäischer Gemarkun-
gen zu einer großen Familie zusammengeschweißt.
Zu uns stoßen immer wieder erfrischende junge Freunde, die sich hervorragend in die Gemeinschaft
einfügen und uns so die Gewähr bieten, dass wir voll Zuversicht in die Zukunft blicken können.
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291 Geraha
Der Band II der Chronik des Verbandes Allschlaraffia schloss mit der sich im Nachhinein als visio-
när im besten Sinne erwiesenen Feststellung, dass das Reych Geraha aller profanen Not trotzend,
seine Bewährungsprobe bestanden hat. Namhaften und unerschrockenen Freunden ist es zu ver-
danken, das Banner des Uhus während der Zeit der Diktatur und des großen Weltenbrandes, in
dessen Verlaufe die alte „Häselburg” in Schutt und Asche versank, immer wieder bewahrt zu haben,
um es eines Tages wieder weithin sichtbar in den Gemarkungen Geras zu errichten.
Doch blieb die Uhufinsternis noch viele Jahre über diesem Teile Deutschlands gesenkt; es galt,
unter Einbeziehung tatkräftiger Sassen aus den verlorenen Gebieten Deutschlands neue Kräfte zu
erwecken, um den Fortbestand des Reyches unter den nunmehr herrschenden Bedingungen zu
gewährleisten.
So konnte die erste denkwürdige Sippung nach dem Kriege am 1. des Heumondes a.U. 91 im Beleg-
schaftsraum des Rt Wolltaire stattfinden, zu der Herrlichkeit Rt Reimbrandt 13 Reyche, darunter das
zwischenzeitlich erloschene Mutterreych Glauchavia und das nunmehr 100jährige Schwesterreych
Castrum Plaviense begrüßen konnte.
Wie der Chronist sowohl aus eigenem Erleben, als auch aus der Sichtung des lückenlos auch über
die uhufinsteren Zeiten geführten inzwischen 4 Bände umfassenden Schmierbuches, um das sich
insbesondere Rt Loriux der zeichnende Fechser und Rt Collasch von der Schwarzen Ente in unnach-
ahmlicher Weise verdient gemacht haben, entnehmen konnte, war es vor allem Rt Tschingbum der
Notenlotse, der nahezu ein halbes Jahrhundert als Kantzler des Reyches mit Strenge und Konse-
quenz das schlaraffische Spiel einforderte.
Zu dieser Zeit gelang es auch, durch Eintritt der Kn 42 (Rt Tartar), Kn 43 (Rt Euro) und Kn 44 (Rt
Nauta) in den schlaraffischen Bund, die durch die uhufinsteren Zeiten in der Sassenschaft ent-
standene demografische Lücke zu schließen. Dem in einem Dorfgasthof festlich begangenen 25.
Stiftungsfest folgte nach weiteren 25 Jahrungen am 11. d. Lm. a.U. 121 das 50. Stiftungsfest in der
Heimburg des Rt Ampullo, zu dem neben Sassen des besonders befreundeten Reyches Asciburgia
auch Rt Jur Ass das Vollblut, ER des Reyches, dessen Wirken im Leuchten der „Blauen Kerze” immer
wieder Maßstäbe setzte, begrüßt werden konnte.
Schließlich wurden durch Mauerfall und Wiedervereinigung beider deutscher Staaten die profanen
Voraussetzungen geschaffen, dass das Reych Geraha a. U. 133 endlich wieder eine eigene Burg, die
neue „Häselburg”, in Besitz nehmen konnte. Zwischenzeitlich konnte nun auch Rt Tartar der Ge-
würzte als Nachfolger des unvergessenen Rt von Rechtswegen der Ehe-Chauffierte sein 25. Thronju-
biläum begehen und als Oberschlaraffe des Äußeren die aus nah und fern angereisten Gastrecken
zum großen Fest der Feierlichen Wiederaufnahme in Allschlaraffia am 2.11. a.U. 137, das in bewähr-
ter Weise von Solisten des Allschlaraffischen Orchesters musikalisch umrahmt wurde, begrüßen.
Eine eigens gestaltete Festschrift kündete schließlich im weiten Uhuversum vom 75. Stiftungsfest
des Reyches am 22.4. a.U. 147, zu dem 75 Gastrecken eingeritten sind.
Am 19.11. a.U. 148 konnte in einer Festsippung das 15jährige Bestehen der „Häselburg” gefeiert
werden; den Rittersaal zieren u. a. die Bildnisse der Ehrenschlaraffen Sagittarius (Heinrich Schütz),
AntiMars (Otto Dix) und Bau-Häußler (Thilo Schoder). Letzterer war Gründungsschlaraffe des Rey-
ches und entwarf als bedeutendster Vertreter des Neuen Bauens in Thüringen im Jahre 1929 das
Gebäude, in dem die „Häselburg” noch viele Jahre allen Schlaraffen vertrauten Unterschlupf bieten
möge!
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Quelle: Chronik Band IV, S. 382-383