242 Duisbargum
25 Jahrungen – eine lange Zeit, und doch wie im Fluge vergangen. Man hält inne und erinnert sich.
Ist die Duisbargum noch die Alte? Nun, das Schwarz unserer Rüstung, symbolisch für die Kohle des
Ruhrgebiets, ist einwenig matter – doch das hoffnungsvolle Grün strahlt dafür umso intensiver.
Der Alters-Durchschnitt der Sassenschaft, vom Junkermeister bei jeder Neuaufnahme neu verkün-
det, bleibt – auf hohem Niveau – in etwa konstant, die Sassenzahl war in der weiteren Vergangen-
heit rückläufig, doch mit jetzt 33 Sassen geht´s wieder aufwärts. Schuld daran war natürlich Oho,
hat er doch viele verdiente Freunde gen Ahalla entführt, allen voran unseren unvergesslichen Rt
Wollywood, der als Junkermeister unser Reych geprägt und als eifriger Ausreiter im Uhuversum
bekannt gemacht hat.
Auch unseres liebenswerten Altkantzlers Sunis sei an dieser Stelle in Dankbarkeit gedacht, ebenso
unseres Rt Electron, der durch seine eigenwilligen Kreiseltheorien den Ruf der Duisbargum als
mathematisches Reych mitbegründete und dessen Sassenzählungen als Marschall unter Zuhilfe-
nahme der imaginären Zahl immer – kaum nachprüfbar – stimmten. Auch von unserem geliebten
Großfürsten Struffi, einer der tragenden Säulen unseres Reyches, mussten wir inzwischen Abschied
nehmen.
Die Ehrlichkeit des Chronisten gebietet es, auch zu berichten, dass ab a.U. 134 für eine geraume
Zeit ein Zustand herrschte, bei dem „Einigkeit der Burg entfloh” und der vielen Sassen große Sorge
bereitete. Wie so oft: ein gut gemeintes, jedoch missverständliches Wort, das auch prompt miss-
verstanden wurde, verletzte persönliche Eitelkeiten und ein „eisernes” Verharren auf einmal einge-
nommenen Positionen führten letztendlich zum Verlust dreier wertvoller Freunde. Wir wären jedoch
keine Schlaraffen, wäre es uns nicht gelungen, die aufgestauten Spannungen zu beseitigen – ein in
dieser Zeit verliehener Titul „Der fröhliche Blitzableiter” zeugt davon – und wieder zum eigentlichen
und schönen Teil unseres Spiel zurückzukehren.
So konnten wir unser 75. Gründungsfest in schlaraffischer Tradition feiern, und dank gemeinsamer
Anstrengungen wurde es ein großer Erfolg. Rt Strahlfroh brachte in seiner Festrede nicht den üb-
lichen geschichtlichen Rückblick, sondern er sang das Loblied auf die „Dilettanten”, die ja in des
Wortes eigentlicher Bedeutung Dinge nicht zum Broterwerb, sondern zum eigenen Vergnügen tun.
Die Parallelen zu Schlaraffia lagen nahe und wurden entsprechend abgehandelt. Seine abschließen-
de Aufforderung: „Dillettiert, vergnügt Euch, Ihr seid das Fest!” wurde bereitwillig aufgegriffen, so
sprang der Funke der Begeisterung sofort über, und die gute Stimmung blieb dank der wohlabge-
stimmten Funktion der drei Oberschlaraffen Rt C-epediculus, Strahlfroh und Strawwelpit und der
Qualität der Beiträge eigener und befreundeter Sassen den ganzen Abend erhalten. Nach einem
virtuosen Violinvortrag unserer Burgmaid De Gusto kannte der Jubel keine Grenzen.
Aber auch verdiente Freunde galt es in dieser Zeit zu ehren, und in diesem Zusammenhang sei auch
einmal unserem Sprengelfürsten, Rt Salomon gedankt, der nicht nur an jeder Festsippung dabei
war, sondern seine Beiträge jeweils abstimmte und so den Ausgezeichneten stets eine besondere
Freude bereitete. Waren es nun die Ballade für Rt Caramurú, der selbstgefertigte Uhu aus Rheinton
für Rt Tonrein oder die persönlichen Worte an die Rt Struffi und Bolko, sie waren der krönende
Abschluss einer jeden Festsippung. Noch eine Besonderheit, die wohl kaum ein Reych aufzuwei-
sen hat: vier profane Brüder, und alle vier sind sie Sassen unseres Reyches, zwei Alt-Ritter, ein
Jung-Ritter, ein Junker. Irgendwann werden sie die „Firma” wohl übernehmen! Und die Junkertafel:
Sangesfroh und wortgewaltig! Um unsere Zukunft ist uns nicht bange.
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245 Culminaha
Präsentierte sich in der Chronik zum 125-jährigen Bestehen Allschlaraffias das Reych Culminaha
in der profanen und weltberühmten Quellstadt Kulmbach „als ein überaus lebendiger Uhuhorst,
zu dem Gastrecken aus allen Teilen des Uhuversums immer wieder gerne einreiten”, so darf diese
Aussage auch die folgenden 25 Jahrungen bis zum heutigen Tag überschreiben.
Wenngleich Oho auch das Reych derer Culminahen nicht verschonte, so zeugten doch ein stetes
frohgemutes Sippen und so manch strahlender Höhepunkt im Reychsgeschehen von der weiterhin
ungebrochenen Lebenskraft des Reyches und seiner Sassen. Zunächst garantierten dafür die Herr-
lichkeit en Rt Bo-vidl, Rt Schmunz und Rt Forch-di-net.
Mit Elan und glücklicher Hand führten sie das Reych in das bevorstehende Vierteljahrhundert.
Die 75-Jahr-Feier am 1.5. a.U. 140 im Festsaal der profanen Plassenburg, zelebriert von den nunmeh-
rigen Herrlichkeiten, den Rtt Aans-nuch, Schmunz und Pharmeur darf sicherlich eine Sternstunde
Schlaraffias genannt werden. Einmalig war an diesem Festtag wohl auch Culminahas Gastfreund-
schaft. Ohne (!) Brückenzoll zu erheben, hatte Culminaha zum Fest geladen und ungezählte, hoch-
edle Schlaraffenfreunde samt Burgfrauen gaben dem Reych die Ehre.
Im Lenzmond a.U. 144 überstrahlte besonderer Glanz die festlich geschmückte Dreisteinenburg:
ASR Rt Van der Goschen überreichte unserem hoch verdienten Großfürsten Rt Münzer die Brillan-
ten zum GU-Orden.
Das Ende der Winterung a.U. 144 brachte für Culminahas Sassen aber auch einen schmerzlichen
Einschnitt. Die in nahezu 30 Jahrungen lieb gewonnene „Burg zu den drei Steinen”, im profanen
Ratskeller Kulmbachs gelegen, musste widriger Umstände wegen aufgegeben werden. Entschlos-
senheit und Tatkraft der Ritterschaft ermöglichten es jedoch, noch in der darauf folgenden Winte-
rung eine neue, die nunmehr dritte „Burg zu den drei Steinen” zu beziehen.
Unter maßgeblicher Führung der Rtt Bier-Gynt, Schmunz und Quadratus erstand in kürzester Zeit
der prächtige Bau. Der großen Kunst der Burgfrau Schmunz verdanken wir dabei die Übertragung
der wertvollen, von wld Rt Maxis einst geschaffenen Wandfresken. Nicht nur Uhu fühlte sich so
im neuen Horst auf Anhieb wohl. Am 7.10. a.U. 144 konnte die gar feierliche Burgweihe vollzogen
werden.
Derart gerüstet konnte das Reych Culminaha im Eismond a.U. 145 zur Mutter-Töchter-Sippung
laden. Großmutter Norimberga, Mutter Baruthia, die Schwestern Curia Salensis und Zwo Pruggen,
und natürlich das gastgebende Reych, sippten frohgemut im Glanz der neuen Burg. Allein Uhus
Fügung war es, dass sich daraus eine alljährliche Gemeinschaftssippung mit dem Schwesterreych
Curia Salensis entwickeln sollte.
Ein weiterer Höhepunkt in Culminahas Geschichte verbindet sich mit dem Hornung a.U. 148: Schla-
raffisches Urgestein, Großfürst Rt Hello vom Druckebold, erfuhr höchste Ehrung: Galt es doch 50
Jahrungen erfüllten Schlaraffenlebens zu feiern. Sprengelfürst Rt Horakles schmetterte seine Hexa-
meter nicht nur zur Freude des Jubilars.
Heute führen als Oberschlaraffen die Rtt Sua Fregger, Knapp dran und Galileo das Reych ins nächs-
te Vierteljahrhundert Allschlaraffias.
41 muntere sesshafte Ritter, drei Fahrende, zwei Junker, vier hoffnungsvolle Prüflinge, dazu 10 Eh-
renritter und fünf Amici zeigen das Reych auch weiterhin als „einen überaus lebendigen Uhuhorst”,
zu dem auch in Zukunft Gastrecken aus allen Teilen des Uhuversums immer wieder gerne einreiten
werden.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s