342 Aula Regia
„Die Aula Regia baut weiter mit am schlaraffischen Riesenbau” - diese Vermeldung beendet die
kurze Darstellung der Colonie in der Chronik 100 Jahre Schlaraffia. Ob wir diesem Anspruch in den
itzo 50 Jahrungen gerecht geworden sind? Dies werden uns – hoffentlich – die Freunde im weiten
Uhuversum kundtun, wenn wir in dieser Jahrung am 11.10. unser 50. Stiftungsfest feiern.
Aus der Colonie ist ein ‚„starkes” Reych geworden; zählte die Sassenschar a.U. 100 29 Recken, so
waren es a.U. 125 bereits 36. Heute gestalten 53 Schlaraffenbrüder ein facettenreiches lebhaftes
Spiel gemäß getreuer Beachtung von Spiegel & Ceremoniale in unserer Salpurck am Uffhubtor zu
Ober-Ingelheim. Diese Entwicklung resultiert nicht nur aus dem eigenen Nachwuchs, sondern auch
durch die Seßhaftwerdung erfahrener Schlaraffenfreunde aus anderen Reychen.
Eine stolze dankbare Freude ist es für uns, dass wir noch vier Erzschlaraffen wertschätzend beglei-
ten dürfen. Es sind dies unsere Freunde Campinian der Wasserläufer, Don Lethario das Pittermänn-
chen, Drusus mit dem Spritzchen und Raumulus das Heimchen.
Im hohen Reych Colonia Agrippina sippt unser ehemaliger Sasse Don Biskito der Anfeuernde. Das
junge Reych stabilisierte sich unter der eloquenten Führung des Triumvirates im Oberschlaraffat,
nämlich der Rtt Alwinor, Drusus und Flohrest, die über mehrere Dekaden das Reych maßgeblich
mit hohem Engagement prägten.
Zentrale Elemente unseres Sippungsgeschehens sind die engen freundschaftliche Bande mit den
Sassen aus den uns benachbarten Reychen, insbesondere unserer Mutter Wormatia (39) und unser
Ziehmutter Moguntia (45). Dies findet nicht zuletzt dadurch seine Bestätigung, dass wir derzeit 15
Freunde zu Ehrenrittern erkürt haben.
In der Sippungsgestaltung werden die schlaraffischen Ideale auf vielfältige Weise zur Entfaltung
gebracht. Themensippungen, die häufig auch den Ehrenschlaraffen gewidmet sind, regen uns zu
immer neuen Gedanken an. Höhepunkte erleben wir im Turney um die Faust-Kette und im Turney
um die Funke-Kette.
Von der Aula Regia selbst wurden zwei Ehrenschlaraffen erkürt, und zwar ES Schinderhannes (Carl
Zuckmayer) und ES Cosmograph (Sebastian Münster) mit der besonderen Note. Gern nutzen wir
die Gelegenheit hin und wieder größere Festsippungen zu celebrieren. Beispielhaft zu benennen
sind unsere 1.000 Sippung am 4.2. a.U. 133, die Feier zum 1.250 Wiegenfest unseres Namensgebers
Kaiser Karl der Große am 4.4. a.U. 139 (selbiger ritt persönlich hoch zu Ross in die Festburg ein)
und unser 40. Stiftungsfest am 24.10. a.U. 139.
Auch die im Reych erste Verleihung des Großkristalls zum Großursippenorden an unseren Senator
Rt Obentraut am 14.12. a.U. 145 wurde in gar feierlicher Weise begangen. Weitere Mosaiksteine
sehen wir in Gemeinschaftssippungen, die wir mit anderen Reychen - überwiegend in historischen
Festburgen - vorbereiten und durchführen.
Großen Zuspruch erfahren unsere inzwischen legendären mehrtägigen Reychsausritte in fernere
Gemarkungen, um mit dortigen Freunden die Freude am schlaraffischen Spiel zu teilen. Interessan-
te Angebote in den Sommerungen ergänzen das Sippungsgeschehen; im Wonnemond erfreut sich
die gemeinsame Spargelatzung, auch Balzgrafiade genannt, besonderer Beliebtheit.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
343 Bi de hoge BrÜch
In Ergänzung zur letzten Chronik ist noch zu berichten, dass unser Reych schon kurz nach seiner
Gründung zwei Ehrenschlaraffen erkürte. Unserem Gründungsritter Waldgeist zuliebe den ES „Flo-
rian” (Gerhard Hauptmann) und als Reych in der Mitte Schleswig-Holstein heimatverbunden den
ES „Lütt Matten” (Klaus Groth) als Garant der platt-deutschen Sprache, wie sie im Reyche getreu
gepflegt wird.
Ferner ist nachzutragen, dass der Rt Gock-Couleur a.U. 121 erneut eine Reychsfehde vom Zaune
brach, diesmal traf es das unmittelbare Nachbarreych, die h. Kilia. Nach mehreren äußerst knappen
Niederlagen gelang diesmal ein eindrucksvoller Sieg in Travemünde, die Walstatt wurde von der h.
Lubeca prächtig bereitet.
So gestärkt und in nimmermüder Arbeit an Hof und Hufe wurden diese gezielt erweitert, so dass
zum Einflussbereich des Reyches der nahegelegene Armensee einbezogen wurde musste. Zunächst
nur regelmäßig abgefischt, gelang es mit der Zeit dort eine starke Flotte zu stationieren zum Schut-
ze des Reyches.
Mit wechselnden Besatzungen werden maritime Übungen abgehalten, die sich inzwischen zu richti-
gen Seemanövern entwickelten und sich unter dem fachmännischen Oberbefehl des Rt Lord Hom-
blower auch in allen Nachbar-Reychen großer Beliebtheit erfreuen.
Auch zu unserer eigentlichen Heimatstadt Rendsburg wurden feste Bindungen weiter gestärkt ,
indem der Graf Gerhard der Große, der Gründer der Stadt und zeitweilig Herrscher über Schleswig-
Holstein und ganz Dänemark, in das Sippungsgeschehen aufgenommen wurde. Rt Veerkannt rief
a.U. 129 den ersten Convent der Ritter der Gerhards-Runde zusammen, die sich inzwischen beacht-
lich erweiterte und turnusmäßig zusammentritt.
Am 28.10 a.U. 144 haben wir einen dritten Ehrenschlaraffen erkürt: Benno Strandt. Er blieb seiner
Heimatstadt Hamburg treu. Aber wie so oft im Leben, auch im schlaraffischen, gilt der Prophet im
eigenen Lande nicht immer viel. Er fuhr viele Jahre in Hamburg Taxi, und avancierte über Nacht zum
bekannten Schlagertexter. Was er schrieb, gipfelt in ausgefeilten, überraschend witzigen Pointen.
Alle seine Lieder und Gedichte riechen nach Salzwasser und Hafen.
Benno Strandt schrieb nicht nur Heiteres, auch Besinnliches und vor allem platt-deutsche Texte
liebte er. Es war anfangs nicht einfach, ihn „durchzusetzen”, war er doch kein Goethe, Schiller oder
wie sie alle heißen. Aber das gab sich sehr schnell. Benno Strand wurde zum Ehrenschlaraffen „Fin-
kenhude”. Und zur Zufriedenstellung allerhöchster schlaraffischer Ansprüche haben wir ja notfalls
noch Klaus Groth und Gerhard Hauptmann.
Obwohl wir viele Freunde nach Ahalla entlassen mussten, hat sich der Sassenstand des Reyches
erfreulich gehalten, heute sind es 38 Schlaraffen. Die Junkertafel ist prall gefüllt und wir erfreuen
uns zahlreicher Einritte, was auch an der guten Betreuung durch unsere Ur- und Erbstyxin, Frau
Neumann, liegen wird. Ihre bodenständigen Atzungskreationen sind im Uhuversum sehr beliebt.
Am 22. im Windmond a.U. 149 feiert unser Reich sein 50. Gründungsfest.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s