Truymannia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 177 — Truymannia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

177 Truymannia
Im sechsten Vierteljahrhundert des Bestehens Allschlaraffias ist die hohe Truymannia bei aller Tra-
ditionspflege auch neue Wege gegangen. In der Winterung a.U. 139/140 lud OK Rt Don Allegrotto
erstmals zu einer „Musik-Matinee mit Gästen” ein, aus der er bald eine eigenständige Kulturrei-
he entwickelte; mit Musikdarbietungen, Lesungen und Kabarettveranstaltungen sicherte sich das
Reych im lokalen Kulturangebot seinen - vorerst - kleinen Platz.
Im Internet wurde eine „homepage” installiert, deren künstlerische Gestaltung dem Hfm Rt Artypos
oblag. Ein knappes Dutzend Namen bestimmte das Gesicht unseres Reyches in diesen letzten 25
Jahrungen: Rt Atrius feierte sein Silbernes Thronjubiläum; Rt Bolzebub machte seine Fechsung
vom „Blauen Teddybär” uhuversal unsterblich; Rt Täät, truymannisches Urgestein, setzte sich an
die Spitze der 1. Letheschwadron, deren Nachfolgeeinheit seit gut drei Dezennien Weinbaugebiete
Deutschlands, Österreichs und Frankreichs durchreitet; Rt Janosch inspirierte als ErbJ unverges-
sene Junkernachtungen zum Thema „Niegelungen”; Rt Opulento folgte Rt Antaeus, der 18 lange
Jahre dem „e.V„ vorsaß und zweimal Sigiburg-Umzüge organisierte; Rtt Lord Skiffle und Con-Cord´
standen für „voice and rhythm” der truymannischen Skiffle-Band; Rt Synkopus vertrat den Sprengel
3 im ASO und verantwortete Text und Melodie der Willekumm-Hymne für einreitende Freunde;
Rt Don Allegrotto belebte als General-Zinkpfeifenmeister die Orgel wieder, die seit dem Ahallaritt
des Rt Ottozean, a.U. 118, verstummt war und führte bei Stiftungsfesten und Reychsfehden Regie;
Rt Bummelfechs verfasste die „synoptischen Chroniken” für das 90. und 100. Jubelfest der h. Truy-
mannia; Rt Jung Bobbing (189) ritt stolze 400 Mal in der Sigiburg ein.
Das als sehr „fürnehmb” geltende Reych verlegte seine langjährige Sigiburg im Hause des Rt Im-
merfroh, die als „schönste im Uhuversum” galt, nach einem Zwischenaufenthalt in der Dortmun-
der Kronenbrauerei in den historischen - und selbst burgbewehrten - Stadtteil Dortmund-Hörde.
Hier, im ehem. „Stiftshof”, erfreute sie sich als die „größte im Sprengel 3„ steigender Beliebtheit bei
Einreitern aus nah und fern. Die Zahl der Einritte stieg von rd. 200 a.U. 128 auf fast 400 a.U. 148,
die der Truymannen sank in dieser Zeit von 62 auf 47 Sassen.
Die Truymannia folgte damit leider dem Trend vieler Bünde und Freundeskreise, die sich mehr
und mehr um kleinere, aber treue Kerne zusammenzogen. Zwei Zahlen zur Ergänzung: 43 neue
Knappen wurden zwischen a.U. 126 und 149 im h. R. Truymannia zu Mitgliedern unseres Bundes,
31 unvergessene Freunde traten den Ritt gen Ahalla an. Die Junkertafel leistete in der Berichtszeit
wichtige Basisarbeit: Als „beste des Uhuversums” gewann sie zu Anfang zweimal den Firlefanz-
Humpen gegen befreundete Nachwuchs-Sassen, (deren Reyche hier ungenannt bleiben sollen!)
und gegen Ende die vom J Rt Pro-viel-ius gestiftete Kette, um die die „Jugend” des Sprengels 3
alljährlich in der Sigiburg wettstreitet. In den Sommerungen fanden sich die Knappen und Junker
zu Wanderungen „auf Schusters Rappen” zusammen und - seit a.U. 138 - die gesamte Sassenschaft
auf dem Areal der Heimburg des ErbO Quintenschlag, um sich von der vorausgegangenen „Tour
de Franz” zu erholen.
Insunders dem Ideal der Freundschaft fühlt sich das Reych Truymannia seit a. U. 147 mit zwei
jährlich wiederkehrenden Freundschaftssippungen („Mimegarda-Truymannia” und „Sprengel 3”)
verpflichtet. Für letztere stiftete K Rt Klavidoc eine Freundschaftskette.
Zweieinhalb Dezennien waren für uns eine reiche Zeit.
In Truymannias alten Mauern stand die Wiege von Ideen.
Schaukeln wir sie zärtlich weiter, wird das Reych schon fortbesteh´n…
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
181 Castellum Cornoviae
Über 320 festbereite Uhubrüder und Gäste feierten des Reyches 75-er in der 1807. Sippung am
27.04. a.U. 126. Der große Stadtsaal war voll besetzt. Das erlesene Programm begeisterte. Dieser
Erfolg wirkte fort: Der eigene Sassenstand stieg von 58 auf 69 und die hohe Zahl nachfolgender
Einritte sind eine fulminante Dokumentation.
Die alte Führungsgarde, wie wld Rtt Thespis, die Rtt Advocanto, Ahakadi, Gygant, und Nöck wurden
seither von jüngeren Wahlwürden abgelöst. Für die innere und äußere Stetigkeit für die Führung
der Reychsgeschäfte sorgten alsbald die Rtt Froh, Tiri Lu und Tobac, später Rtt Tel Ami Mauwurf
und Ras Port, tatkräftig unterstützt von Rtt Spezi Fex, Don Zahl Es, Atzlethe und Heck-Meck. Sie
alle zeichnet als Dank zumindest ein Erb W aus. Vier J zügelten ab a.U. 126 die Sassen der Jk-Tafel.
Zur Zeit verjüngen 19 Nachwüchsler nicht nur den Altersdurchschnitt der Sassenschaft, auch ihre
große Ausrittfreudigkeit beschert(e) dem Reych vermehrte Einritte und mannigfache Beziehungen.
Das Junkerturney tobt seit 46 Jahrungen mit zyklisch wechselndem Austragungsort zwischen den
Reychen 181, 230 und 375. Dem Sieger winkt als Wanderpreis eine besondere Junkerkette.
Und seit a.U. 120 lädt Castellum Cornoviae alle Hofnarren zum „HOFNÄRRISCHEN KONVENT”.
Diese humorvolle Sippung wirkt wie ein Magnet für Sassen und Gäste, sodass immer akuter Platz-
mangel herrscht. Der Konvent unter dem Vorsitz unseres ER Sketch (24), dem unser besonderer
Dank gilt, ist Ohrenschmaus, Augentrost und Zwerchfellmassage zugleich, denn die lieben Burg-
frauen und/oder musischen Vorträge bannen jeden Teilnehmer in „Uhus hofnärrisches Treiben”.
Ludwig Börnes (1786-1837) schrieb einst: „Humor ist keine Gnade des Geistes – er ist eine Gabe des
Herzens!”Und wir Cornovcen wissen sehr wohl zu unterscheiden zwischen lachhaft und herzhaft.
Beim 90. Stiftungsfest (2.232 Sippung am 29.04. a.U. 141) war der Stadtsaal wieder Schauplatz
einer Jubelsippung, vortrefflich ausgerichtet von der nachgerückten Reychsregierung. Öffentliche
Verwaltung und Presse waren zugegen. Behördliches Lob und „Stadtgespräche” wirkten positiv
nach. DAS alles konnte dazu beitragen, dass der Begriff „Geheimbund” für Schlaraffia nicht zutrifft.
Unsere Feste, die nach außen hin die Lebenskraft unseres Reyches (Bundes) bezeugen, finden ihre
Wurzeln zugleich im echt schlaraffischen Sippungsgeschehen sowie im getreuen Freundeskreis.
Die Stärke des Reyches liegt in der Sippungsgestaltung und -konzeption. Nicht minder wichtig ist
unsere atz- und lethefreudige NACHsippung, weil sie persönliche Kontaktaufnahmen zusätzlich
fördert. Man(n) geht dabei aus sich heraus!! Da der biologische Abbau leider Edles dezimiert, sip-
pen nur noch vier Ritter, die das 50. Stiftungsfest erlebten. Dazu erinnert die wappenreiche Ahalla-
Nische sowie das mit Konterfeis geschmückte Ahalla-Buch mit dem Wahlspruch „Ihr weilet unter
uns“ und erweckt im Betrachter Erinnungen: „Ja, ja, mit DEM hab ich auch gesippt!” Im Ostermond
a.U. 136 startet(e) der Versuch, das ehemalige mährische Reych Iglavia (90) wieder zu beleben. Der
Status Feldlager ist angesichts der vielen Probleme mit Burg, Nachwuchs, Sprache, Finanzen - in
Anerkennung der Bemühungen vorerst als TEILERFOLG zu werten. die weitere Entwicklung wird
vorangetrieben. Die Cornovcen-Burg wurde im letzten Jahrzehnt nochmals umgestaltet, klimatisiert
und eine monderne Küche eingerichtet. Eigene Styxinnen verwöhnen aller Freunde Gaumen. Für
den OR schufen wir einen eigenen Sitzungsraum mit einem umfangreichen, interessanten Archiv-
bereich. Unsere Burg ist ein uhuversumweit geschätztes Juwel und eine bildliche Dokumentation
des schlaraffischen Spiels. Eine besondere Informationsquelle ist auch unsere stets aktuelle Heim-
seite im Internet. Kraft des Sassenstandes steuern wir frohgemut auf die nächste Sternstunde un-
sers Reyches – das 100. Stiftungsfest a.U. 151, zu.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 323-324