Bisonia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 182 — Bisonia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

182 Bisonia
Als a.U. 125 die letzte Chronik erschien, zählte unser Reych noch 34 sesshafte Sassen; dieser Sas-
senstand blieb in den folgenden zehn Jahrungen konstant.
A.U. 126 wurde unser 75. Stiftungsfest mit über 200 Einritten gebührend gefeiert, und in den darauf
folgenden Jahrungen konnten wir mehrere denkwürdige Ritterschläge celebrieren. Ein Höhepunkt
in unserer Reychsgeschichte war es, als wir a.U. 134 Gastgeber der 14. Reychstagung des Landes-
verbandes Schlaraffia Nordamerika waren.
Dank gebührt den Veranstaltern, insbesondere wld Rt Domofex, der sich in aufopfernder Weise
für dieses Fest eingesetzt hatte. Die Reychstagung verlief so gut, dass die Bisonia im Uhuversum
wieder im Gespräch war. Weitere Höhepunkte waren das 80., 85.,90.,und 95. Stiftungsfest, unsere
2.500 Sippung sowie der alle zwei Jahrungen stattfindende Erieachsenritt. Das Reych bewährte sich
auch in einigen Reychsfehden, die bestens ausgefochten wurden, und schließlich wurden wir auch
für zwei Reychsfehden als Fehderichter auserkoren.
Einer unserer Stützen, Rt Merkuri, als unermüdlicher Reiseleiter im Uhuversum ein Begriff, wurde
vor kurzem vom LVNA mit der silbernen Verdienstmedaille geehrt.
Bemerkenswerterweise konnten wir im vergangenen Vierteljahrhundert durchwegs in ein und der-
selben Burg sippen, und zwar in unserer im Uhuversum bekannten Niagaraburg mit all ihrem hand-
geschnitztem Burgmobilar.
Es war unvermeidbar, dass wir im vergangenen Vierteljahrhundert von vielen altbewährten Recken
und Schlaraffenfreunden für immer Abschied nehmen mussten. Hiervon seien nur einige erwähnt,
die auch außerhalb unserer Gemarkungen bekannt waren: die Rtt Widerhall, Amigo, Kajak, Hamur,
Domofex, Ramses, Umso-Desto, Danubio und Lontano.
In den letzten 10 Jahrungen nahm unsere Sassenschaft immer mehr ab, sodass wir in den letzten 5
Jahrungen mit nur zwei Oberschlaraffen und einem Dutzend Unentwegter sippten. Selbst die Frage
wurde laut, ob wir vielleicht die Burg verkaufen und uns auflösen sollten. Doch dem Widerstand
einiger Ritter ist es zu verdanken, dass dieser Plan nicht in die Tat umgesetzt wurde.
A.U. 147 erlosch unsere Ziehtochter, das h.R. SyracUHUsa, und wir übernahmen als Fahrende vier
ihrer verwaisten Ritter. Wir sind der Hoffnung, dass alles wieder einen Aufschwung nehmen wird
und sehen mit zwei Prüflingen den Freuden eines Ritterschlages entgegen.
An jedem Uhutag erwerben wir unser Schlaraffentum von Neuem. Die führenden Kräfte mögen
wechseln, wir stoßen auf neue Namen und hören von neuen Taten. Doch die alte Schlaraffia Biso-
nia, als Verkörperung der schlaraffischen Idee, bleibt zeitlos.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
188 Baruthia
Zu Beginn des Berichtszeitraums erlebte unser Reych Baruthia mit 70 wackeren Recken eine Glanz-
zeit unter lange Jahre amtierenden Herrlichkeiten. Eine gut gefüllte Burg, glanzvolle Fechsungen
und geistvoller Humor prägten die Sippungen. A.U. 128 konnte Schlaraffia Baruthia feierlich ihr im
Uhuversum viel beachtetes 75. Stiftungsfest begehen, das maßgeblich vom damaligen Granden
Baruthias, Rt An-t-onym, gestaltet und vorbereitet wurde. Ritter vom Schlage eines Skalpello, Hop-
fokles, Quell-Bert, Philomen, Muh-Hackl oder Minnesang zierten die Reihen Baruthias.
Eine ernste Herausforderung war dann a.U. 132 der Verlust der geliebten langjährigen Gralsburg in
der Badstraße. Aber auch diese Widrigkeit wurde mit einem Zwischenaufenthalt in „Sankt Notbur-
ga” durch die Umsicht der fungierenden Herrlichkeiten mit viel Improvisationstalent gemeistert.
Währenddessen wurde großenteils durch Eigenarbeit vieler Sassen eine neue Burg festlich gerüstet;
zahlreiche Tituls, die von dieser Mitarbeit und auch der vom Abbau der alten Burg künden, zieren
viele tapfere Recken. Im Beisein des Bayreuther Oberbürgermeisters konnte in der Winterung a.U.
135/136 die neue Gralsburg bezogen werden, die von ihrem Zuschnitt her ideale Voraussetzungen
für das schlaraffische Spiel bietet und allgemeine Bewunderung im Uhuversum findet.
Wie stets wurden die engen Bindungen Baruthias zum Mutterreych (Norimberga) und zu den
Tochterreychen (Culminaha, Curia Salensis, Heylbronnen, An den Zwo Pruggen), aber auch zum
hohen Reych Gallia Helvetica gepflegt. Großer Beliebtheit erfreu(t)en sich auch die gemeinsamen
Reychsausritte mit dem Stinkelefanten oder regionale Schlaraffentreffen wie in St. Adelhofen oder
die „Culmruthia” in Neudrossenfeld.
Bei all dem fröhlichen Spiel blieb auch Baruthia Ohos Tücke nicht erspart. Fast jede Jahrung muss-
ten beliebte, das schlaraffische Leben prägende Sassen den Ritt gen Ahalla antreten. Es fällt immer
noch schwer, die Lücke, die diese Sassen hinterlassen haben, wieder zu schließen. Jeder trug auf
seine Art zum Gelingen des schlaraffischen Spiels bei. Daneben hinderten die Profanei, aber auch
Bresthaftigkeit viele Sassen, z.B. Rt Wafner, daran, an den Sippungen teilzunehmen und das Spiel
zu bereichern.
„Unwiederbringlich” würde Ehrenschlaraffe Stechlin oder John Maynard (Theodor Fontane) diesen
Verlust titulieren. Aber eine muntere Junkertafel – in manchen Jahrungen wohl gefüllt – garantiert
den Fortbestand des Reyches. Gut ausgebildet durch die oft viele Jahrungen amtierenden Junker-
meister führen die jungen Sassen das schlaraffische Spiel weiter.
Wie alle anderen Reyche im Uhuversum muss sich auch Baruthia einer sich wandelnden Zeit an-
passen und trotzdem versuchen, Altbewährtes und Altgeliebtes zu retten. Dazu besteht bei allen
Sassen der Wille, zumal – wenn auch leider mit stark schwankender Teilnahme – die Sippungen
besucht und Freundschaften zu anderen Reychen weiterhin gepflegt werden.
Am Ende der Winterung a.U. 148/149 sind die derzeit 63 Sassen des Reychs bereits damit beschäf-
tigt, ihr 100. Stiftungsfest a.U. 153 vorzubereiten und die ungebrochene Kraft unseres Bundes im
Geiste von Kunst, Humor und Freundschaft eindrucksvoll zu dokumentieren.
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Quelle: Chronik Band IV, S. 325-326