Bey den Sieben Schwaben

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 382 — Bey den Sieben Schwaben. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

382 Bey den Sieben Schwaben
Die Jahre in der Weiherhaus-Burg brachten dem Reych viele Einritte. Die Räumlichkeiten waren
großzügig, allerdings mussten sie zu jeder Sippung neu schlaraffisch eingerichtet werden, was dank
unserer fleißigen Burgvögte immer gut gelang.
Die im Uhuversum bekannte Troika am Thron – Lutzifex, Staff und Verserich – lenkte das Sippungs-
geschehen weiterhin erfolgreich. Später folgten ihnen dann andere Ritter, so Pädagoras, Bogumil,
Vorwärts, Califex. Ein erster großer Höhepunkt war das 10. Stiftungsfest am 28.4. a.U. 125 in der
neuen Stadthalle zu Memmingen. Rt Jur-Ass verlieh den AHA in Anwesenheit von 352 Gastrecken
aus 69 Reychen.
Nach dem Weiherhaus fanden wir a.U. 127 eine Kellerburg im Küchlin-Haus. Endlich eine eigene
schöne Burg! Zur Einrichtung leisteten die Sassen viele freiwillige Arbeitsstunden, um das herrliche
Mobiliar einzubauen. Diese Burg hätte uns noch viele Jahre beherbergt, wenn nicht ein „Investor”
das Hotel ersteigert hätte und unsere Burg in eine Kellerbar umrüsten wollte. Wir kamen dann pro-
visorisch im „Weißen Ross” unter, wo die Burg um die Ecke gebaut war und manchmal drangvolle
Enge herrschte, wobei immer nur ein Teil der Sassen den Thron im Augen behalten konnte (und
umgekehrt).
Mit großer Mühe und einigen Beziehungen fanden wir dann unsere jetzige Burg im Antonier-Haus.
Die Architektin, die im Auftrag der Stadt die ehemaligen Klostergebäude restaurierte und umbaute,
richtet uns eine für schlaraffische Zwecke bestens geeignete Heimat ein, mit Sanitärräumen, Kü-
che und Nebenräumen ausgestattet. Das war a.U. 137, und seitdem fühlen wir uns rundum wohl.
Berühmt wurde der von wld Rt Ferraius als Ritterarbeit gefechste Stahl-Kronleuchter, der über der
Rittertafel schwebt. Rt Vau zwey Aha sorgte für die kunstvolle Ausmalung der Burg. Das Reych
machte sich auch einen Namen durch zahlreiche kulturelle Ausflüge während der Sommerungen,
organisiert von unseren Sommerherrlichkeiten. Rt Etatus leitete zahlreiche interessante Ausfahrten
zu den Kleinoden des württembergischen und bayerischen Barocks, was die Freundschaft und den
inneren Zusammenhalt stärkte. Jährliche Kunstsippungen und astronomische Sippungen lockten
viele Sassen aus Nah und Fern in unsere Burg.
Ein Aderlass für das Reych war die Gründung der heute so stolzen Tochter „In Frundsbergs Mauern”
zu Mindelheim. Den dortigen Sassen war die winterliche Fahrt nach Memmingen zu anstrengend
geworden. Nach zwei Winterungen aber waren die Lücken in unseren Reihen wieder geschlossen,
und wir haben regen Anteil am Leben der Tochter.
Am 10.1. a.U. 132 fand die 500. Sippung des Reyches statt. a.U. 133 verloren wir unseren OÄ Rt
Staff und a.U. 136 folgte ihm OÄ Rt Bogumil gen Ahalla. In der 504. Sippung hatte der Kantzler Rt
Terrinus zum 100. Mal das Schmierbuch mit seinen lustigen und originellen schlaraffischen Figuren
gefechst. Am 20.11. a.U. 144 feierte das Reych sein 30. Wiegenfest. Gleichzeitig beging unser Senior
Rt Großfürst mAs-voll sein 50. Schlaraffenjubiläum. Der Marschall registrierte über 130 Teilnehmer
an der Festsippung. Zu erwähnen ist noch die jährliche Quellsippung, die von den beiden profanen
Braumeistern des Reyches mit dem vorzüglichen naturtrüben Eigenbräu ausgerichtet wird. Man
hofft, dass dies so bleibt, und für die nächsten Jahrungen haben wir eine gut besetzte Junkertafel
mit viel versprechenden Talenten, die vom J Rt Schlaghart streng erzogen werden. Die drei Ober-
schlaraffen der Jahrung 148/149 – Quellgeist, Zahnziehbar und Adagietto - werden dafür sorgen,
dass unser Reych auch weiterhin fröhlich, kreativ, freundschaftlich und musisch und an Sassen
zahlreich bleibt.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
383 Castrum Siamesiae
Mit dem Reych Castrum Siamesiae in Bangkok/Thailand verhält es sich nun wirklich nicht wie mit
anderen Reichen. Exotisch wie die Stadt und das Land, so ist auch die Geschichte unseres Reiches.
Exotisch – chaotisch. Klein, aber nach wie vor fein ist unser Reych. Ein Reych, das mit immer wech-
selnden Sassen zu tun hat. Abgesandte von Firmen, Botschaft, Fahrende etc. Männer, welche nur
für kurze Zeit in unser schönes Land geschickt werden und Sassen, welche für viele Jahre hier leben.
Schlaraffen, die bereits als solche zu uns kamen und Schlaraffen, die erst hier in Thailand sesshafte
Sassen wurden. Und dennoch. Gerade weil unser Reych so weit weg vom europäischen Zentrum
Schlaraffias ist, hält sich der schlaraffische Gedanke hier beharrlich. Befruchtet werden wir hier in
Siamesiae durch die zahlreichen Einritte aus fremden Gauen, denn glücklicherweise liegt unser
Reych am Wege bei Reisen nach Asien und Australien. Quasi jeder Sasse macht hier auf seinem
Weg nach und von Australien bzw. Ländern in Asien Station und nützt seinen Aufenthalt vor Ort
zum Besuch unserer Sippungen.
37 Lenze zählt unsere Castrum Siamesiae mittlerweile. Trotz vieler Höhen und Tiefen, vieler Weg-
züge, Fahrendmeldungen verdienter Sassen sowie leider auch Ahallaritten musste und muss sich
unser Reych immer wieder besonders schnell regenerieren. Besonders stolz sind wir auf die beiden
Sassen thailändischer Nationalität, die Rtt Arte-rioso und Smeil-Ing, die beide a.U. 116 in unser
Reych eintraten und heute noch aktive Ritter sind. In den 37 Jahrungen unseres Bestehens sind wir
nun in unserer 12. Burg.
Es war a.U. 113, als die Rtt Nomadicus und Gishi d.h. Reyches „Kobea Japonica“ fahrend wurden
und sich im uhufinsteren Bangkok niederließen. In Bangkok trafen sie a.U. 114 dann DSR Rt Bon-
Jur (2) der seine in Bangkok lebende Burgmaid besuchte. Sogleich entstand der Gedanke, hier ein
Uhunest aufzubauen, wozu sich schon bald eine Gelegenheit ergab. Rt Raudi (257) machte mit
einer Schar von Sassen samt Tross auf einer Reise in Bangkok Station. Die drei „Ansässigen“ hatten
inzwischen schon ein paar profane Interessenten gefunden und am 10.3. a.U. 114 improvisierten die
eingerittenen Sassen im Oriental Hotel eine Sippung. Im gleichen Monat wurde die erste Sippung
des Feldlagers in Bangkok abgehalten. Am 6. 6. a.U. 114 überreichte der Pilger Kugler der präsumti-
ven Colonie einen wunderschönen Uhu, der heute noch für die Erleuchtung unsrer Oberschlaraffen
sorgt. Das Gründungsfest fand am 25.1. a.U 115 statt. Weit über hundert Sassen, Burgfrauen und
Tross aus dem ganzen Uhuversum nahmen daran teil. A.U. 114/115 zeichnete sich bereits ab, was
einmal die größte Sorge unsere kleinen Reyches werden sollte, nämlich die Abwanderung. Noch vor
der Gründungsfeier hatten uns die präsumtiven Ez Rtt Minivolt, Blondy, Rinaldo und Promusikus
sowie Kn 2 verlassen. Am 25.1. a.U. 116 dann der große Tag der Colonie „Castrum Siamesiae“, die
Sanktionierung zum Reych. Zur Feier ritten weit über 100 Personen ein. Sogar Reychsfehden wur-
den bereits in jungen Jahren des Reyches ausgetragen. A.U. 120 findet das Schlaraffische Concil zu
„Vindobona“ statt, erstmals ist die Castrum Siamesiae durch unseren Legaten OÄ Rt Sidam-Nuss
vertreten. A.U. 125 fand im Indira Hotel zu Bangkok das 10. Stiftungsfest des Reyches statt. Wir sind
ein Reych, quasi in der Diaspora. Geplagt durch Wegzüge, Austritte, Fahrende. Dazu das Burgen-
problem. Gebeutelt auch durch finanzielle Engpässe aufgrund der geringen Sassenschar bzw. der
zu leistenden Burgmieten. Und so sind wir stark angewiesen auf Einritte zur gegenseitigen Befruch-
tung. Genau so wie wir ein sicherlich außergewöhnliches Reych sind, schon auf Grund unserer Lage
und Situation, so ist für uns jedweder Einreiter herzlichst willkommen. Bringt er uns doch Kunde
von anderen Reychen, fernab und doch so nah, verbunden durch die Schlaraffische Idee.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r

[… Fortsetzung im Originalband]
Quelle: Chronik Band IV, S. 467-468