Ingoldia

Unbekannt ·Reychsgeschichten

Beschreibung

Reych Nr. 203 — Ingoldia. Reychschronik aus Band IV (a.U. 126-149).

Volltext

203 Ingoldia
In den Schlussworten der vorausgegangenen Chronik wurde berichtet, dass das Reych Ingoldia
a.U. 117 in eine neue Burg, die vierte seit der Reychsgründung, umgezogen ist. Sie befindet sich
im Cavalier Hepp, einem Befestigungsbau aus der Zeit vor der Gründung der Schlaraffia errichtet
von dem Baumeister Klenze. Heute befindet sich das Stadtmuseum der Stadt Ingolstadt in diesem
Gemäuer.
Die Räume für die Burg „Auf der Schanz” sind von der Stadt angemietet. Die Rtt Bratzl und Red-
manet haben ein hervorragendes klassizistisches Interieur für die Einweihung am 9.11. a.U. 117
geschaffen. An diesem Dekor hinter dem Thron hat sich bis heute nichts geändert; es findet nach
wie vor die Bewunderung von einreitenden Gästen.
Am 17.4. a.U. 134 beging die Ingoldia ihr 75. Stiftungsfest. Die Feierlichkeiten wurden im Festsaal
des Ingolstädter Stadttheaters ausgerichtet. Es war ein gar glänzendes Fest mit vielen hochkarätigen
Einritten aus den fernsten Gemarkungen mit hervorragender Untermalung durch unser Reychsor-
chester unter der Führung von Rt Bankerl.
Aber dann entstand eine Sorge um die Burg. Noch ein paar Jahre hin, dann lief der 25-jährige Miet-
vertrag mit der Stadt Ingolstadt aus. Wohin sollten wir, wenn die Stadt uns den Mietvertrag kündigt?
Etliche potentielle Objekte wurden in der Stadt beurteilt, aber so recht begeistern konnte man sich
für keines. Die Jahre vergingen und dann flatterte die fristgerechte Kündigung des Mietvertrages für
die Burg ins Haus. Es wurde eng.
Doch dann die erlösende Meldung. Die Stadt verlängerte unseren Mietvertrag bis zum Jahr 2015.
Die Verlängerung des Mietvertrages ist vor allem auf die emsige Tätigkeit unseres Rt Antikwirt,
profaner Vorsitzender des Vereins Ingoldia e.V., zurückzuführen. Durch geschicktes und diplomati-
sches Verhandeln mit der Stadt und dem Museum gelang es ihm, die Vorteile einer Fortführung des
Mietvertrages mit der Stadt hervor zu heben. So wurde z.B. ein Museumsförderverein gegründet,
in dem alle Ingoldiasassen Mitglieder sind. Die Zusammenarbeit mit dem Museum wurde aus-
geweitet z.B. durch die Nutzung der Burg durch das Stadtmuseum für besondere Anlässe. Diese
Zusammenarbeit hat sich bestens bewährt.
Auf Grund dieser Entwicklung wurde der Beschluss gefasst, die Burg zu renovieren und auch tech-
nisch aufzurüsten. Die Renovierung hat viel Einsatz gefordert, persönlich von den Sassen, aber
auch finanziell im Rahmen von Ausgaben für die Handwerker. Das Aus- und wieder Einräumen der
Burg und viele Handgriffe wurden durch Eigenleistung erbracht. Aber dann erstrahlte die Burg im
neuen Glanz, der Mief durch lange und intensivste Nutzung der Burg war Vergangenheit, die tech-
nischen Erneuerungen leisteten ihre Dienste. Schätze wie Fotografien unserer Altvorderen, beim
Ausräumen in dunklen Ecken vorgefunden, hängen nun für alle sichtbar in der Burg. Am 14. Herbst-
mond a.U. 144 wurde zum ersten Mal in der renovierten Burg gesippt.
In den Jahren zwischen a.U. 125 – a.U. 135 hat uns Oho arg zugesetzt, da viele alte Sassen gen Ahal-
la reiten mussten. Aber es begann auch eine Zeit des Wiederaufbaus, in der viele neue Sassen zu
unserem Reych gestoßen sind. Zwischendurch hatte die Ingoldia die stärkste Junkertafel im Uhuver-
sum mit 14 Junkern und Knappen. Trotzdem sank die Zahl unserer Mitglieder auf 64 verglichen mit
75 vor 25 Jahren. Unsere Traditionssippungen d.h. die Hubertussippung, die „Schazmajorsippung”,
die Sippung unter dem Thema „Das Reychsorchester hat den Ton” und die Sommer-„Sippung in
der Au” sind nach wie vor sehr beliebt und werden gut besucht. Somit wurde die Tradition über die
Jahre erfolgreich erhalten.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
204 Castellum Visurgis
Die Gemarkung des Castellum Visurgis litt in den letzten zwei Jahrzehnten unter dem profanen
wirtschaftlichen Rückschritt. Werften und andere größere und in ihrem Gefolge auch kleinere Betrie-
be mussten schließen. Die Bevölkerung änderte teilweise ihre soziale Zusammensetzung.
Das erschwerte, die gen Ahalla gerittenen Sassen über die Junkertafel mit neuem Blut und neuem
Geist zu ersetzen. So verringerte sich die Sassenzahl des Reyches auf durchschnittlich 25 Recken.
Dennoch erlebten wir gut besuchte Sippungen dank unseres aufgeschlossenen, toleranten Thrones
in wechselnder Besetzung, aber auch dank des Ansehens, das inzwischen hoch bejahrte Sassen
unseres Reyches durch ihr Wirken und Reisen im Uhuversum in der Vergangenheit begründeten.
Die Rtt Eheti-eht und Rasmus halfen, das Reych Malmöhus zu gründen. Rt Eheti-eht ist als Clavi-
cimbel-Meister in den Sprengeln wohlbekannt. Rt Pe-Pe und Premje ritten durch unzählige Reyche
im gesamten Uhuversum. Rt Premje leitete 34 Storchenritte, bevor er diese Aufgabe einem Nach-
folger übergab.
Unsere kleinere Sassenzahl setzt sich aus sehr unterschiedlichem Temperament und Geist zusam-
men, so dass Fechsungen und Vorträge jede Sippung abwechslungsreich gestalten: Auch das ist
ein Grund für die vielen Einritte, für die wir unseren Freunden aus den benachbarten und fernen
Reychen sehr dankbar sind. Natürlich unterstützten schlaraffische Feste das Interesse der auswär-
tigen Schlaraffen an unserem Reych:
Mehrere Herings-Turneyen im Abstand von etwa drei Jahrungen erfreuten Burgfrauen und Schla-
raffen, Visurgis’ Sassen und viele Gäste; am 6.11. a.U. 145 trafen sich die nordischen Reyche zur
Sprengelsitzung und zur anschließend fröhlichen Sippung in der Festburg im profanen Farge an der
Unterweser; an gleicher Stelle erregte am 28.4. a.U. 148 das 5. Nordschlaraffische Musikfest unter
der Leitung des Rt Tassatur (389) mit vielen Sängern und Instrumentalisten, dirigiert von Rt Dudice-
lli (369) bei den zahlreichen Gästen, deren Tross und allen Visurgen größte Begeisterung.
Am 21.1. a.U. 149 ehrten die Visurgen, deren Thron, viele eingerittene Freunde und der Sprengel-
fürst Rt Don Miguel (52) mit nicht enden wollenden Gratu-Lulu und den Orden für 50-jährige Treue
zu Schlaraffia zwei sehr verdiente Sassen: Rt Premje und Rt Rasmus.
Ihr Beispiel und das ihrer Generation soll uns – etwas – jüngeren Sassen Ansporn sein, auch in den
nächsten Jahrzehnten den Idealen Pragas unter den schirmenden Fittichen des Uhu zum Gedeihen
und zur Freude unseres Bundes nachzustreben.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
Quelle: Chronik Band IV, S. 334-335