417 Hala Salensis
Eines der ersten Dokumente des Stammtisches zu Halle an der Saale in neueren Zeiten ist eine Art
Vademecum des Winters 1994/95. Ein Blatt reichte aus, um alles Wichtige festzuhalten: die Uhuta-
ge (mittwochs wie noch heute), das Lokal, die Namen der 4 teilnehmenden Pilger; der Planungs-
stratege war Dr. Hans-Henning Schmidt, längst Rt Oratorius der Stimmige (79), und Rt Stoffokles
der Dreiarmige (357).
Angefangen hatte alles mit einer Ausstellung. Auf der Suche nach ehemaligen halleschen Vereinen
stieß die Theaterhistorikerin Margrit Lenk auf die „Geschichte einer merkwürdigen Vereinigung”,
wie man die gemeinsam mit Erik Neumann (dem heutigen Rt Histofix vom letzten Drücker) ge-
staltete und am 18.9.1994 eröffnete Kabinettausstellung nannte. Es war zugleich das Datum der
Wiedergeburt Schlaraffias in der Salzstadt Halle - eine Wiedergeburt, weil es zum einen 1887 (am
11.02. a.U. 28) mit Hilfe des Mutterreiches Berolina (2) zur Gründung der Hala Saxonum (93) kam
(bis zur Selbstauflösung 1907 - a.U. 48), und weil des weiteren 1915 (am 6.3. a.U. 56) mit Hilfe des
neuen Mutterreiches Lipsia (3) die Hala (199) gegründet wurde, deren Auflösung 1937 - a.U. 78 dem
damaligen Regime in Deutschland geschuldet war. Der „urschlaraffische” Gründungsversuch einer
Colonie Salzmark (15.01. - 30.10.1933 - a.U. 74) sei nur am Rande erwähnt.
Die Mitgliedschaft und Lenkung im und durch das Reich Lipsia (3), hier sei besonders deren Rt
Ballstaff der Elfmeterschreck genannt, ließ die halleschen Jungschlaraffen reifen, so dass am 17.10.
a.U. 139 die Sanktionierung zur Colonie Hala Salensis (417) unter Beteiligung von Honoratioren der
Stadt und rund 300 schlaraffischen Freunden erfolgen konnte. Die Reichsgründung in der Salzgra-
fenburg erfolgte am 14.10 a.U. 141. Dankbar sei der langjährig-wohlwollenden Begleitung durch den
nunmehrigen Ehrenvorsitzenden des Sprengels 5/6 gedacht, des Rt Sym-Bartibas der Brillante (2).
Trotz jahrelangem Nomadentum (immer wieder musste die Burg gewechselt werden und zog das
Reich von Gaststätte zu Gaststätte) stieg die Zahl der Sassen auf 30. Seit Winterungsbeginn a.U.
148 gibt es endlich die selbst gestaltete und zentral gelegene Salzgrafenburg im Kellergewölbe der
Emil-Abderhalden-Str. 48.
Die Verbindung zum Mutterreych Lipsia (3) ist fest und greift Traditionen vergangener Zeiten auf:
jährlich alternierend finden die gemeinsamen Ha-Li- bzw. Li-Ha-Sippungen statt. Alle zwei Jahre
wird im sommerlichen Erntemond das Giebichensteinfest auf der Oberburg Giebichenstein ausge-
richtet, in dessen Verlauf wiederkehrend das Schicksal Ludwig des Springers im Mittelpunkt steht
(im Erntemond a.U. 148 bereits zum 8. Male).
Zwei Turniere sind nennenswert: das Minneturney (dem Sieger winkt eine schwere Kette) und das
Kochlöffelturney. Die reichseigene Publikation „Reychs-Postille” erschien mittlerweile bereits mehr
als 50 mal. Das Reich Hala Salensis hat sich bisher 4 Botschafter und 5 Ehrenritter erwählt; 4 der
eigenen Sassen sind selbst Botschafter und 2 Ehrenritter.
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
418 Brucsella
Um 580 wird im Flüsschen SENNE eine Kapelle errichtet, um die sich eine „Siedlung im Bruch”,
Brucsella, entwickelt, die bereits im 15. und 16. Jahrhundert eine hervorragende Rolle spielt. Dort,
wo heute die Zinnen der Senneburg zu erkennen sind und das grün-rote Banner stolz in der Luft
knattert, herrschte allerdings tiefe Uhufinsternis als Rt Knispel der Tüvtler aus dem h.R. Lulutetia
Parisiorum (385) seine Schritte in diese liebliche Gemarkung setzte.
Bald vermisst er jedoch das frohe schlaraffische Treiben, hält Umschau und findet schließlich ande-
re Fahrende, welche gleich ihm das Verlangen spüren, dem Uhu hier ein beständiges Nest zu bauen
In der Nähe befand sich das Reych Antwerpia, welches von 1892 bis 1924 bestand.
Zu einem ersten Treffen des schlaraffischen Stammtisches lädt Rt Knispel in seine Heimburg am
24.2. a.U. 129 den Rt Malta-sius der plata-onische Barba-rosa (nun 366), Rt Bur(r)o-Kratex der amt-
liche Streuner (275) sowie einen weiteren Sassen (Rt Protonikuss (385), der bald von der schlaraffi-
schen Bildfläche verschwindet).
Vereinbart werden regelmäßige Treffen an jedem 1. Mittwoch im Monat zunächst in den Heimbur-
gen der Ritter, später im Restaurant des 1. Schildknappen. Hier gesellt sich Rt Obotrit der Piepen-
schmöker (370) hinzu. Bald schon haben wir gar eine kleine Burg für uns. Das erste Vademecum
wird für die Winterung 129/130 erstellt, denn das schlaraffische Spiel findet nun in kleiner Beset-
zung statt.
Das h. R. Dusseldorpia (54) übernimmt die Mutterschaft. Einige ihrer Sassen unterstützen uns
sehr: Rt Fluor der Edle (+), Rt Vite Vite mit seinen Freunden. Die Bande stiller Zuneigung führen zur
Ziehmutterschaft der Aquisgranum (94). Der Stammtisch wächst auf stattliche Größe, doch Oho
schlägt fürchterlich zu: innerhalb kürzester Zeit ziehen mehrere Sassen in ferne Gefilde, und sichere
Kantonisten bleiben weg.
Zur Festigung des verbleibenden Kreises finden die Sippungen nur noch einmal monatlich statt.
Zu Beginn der Jahrung 131 werden zwei Schildknappen von der Dusseldorpia, ein Jahr später ein
weiterer Schildknappe von den Aquisgranen weiß gekugelt. Wir erfahren Verstärkung durch den
Zuzug zweier Sassen, Rt Ekmar-Son (398) und Rt Goldköpfchen (193). Die Winterungsabschluss-
sippungen sind im Uhuversum schnell bekannt. Ab a.U. 133 schließt sich der spätere Rt Lingual der
Brüsseler Zitherwolf (†) als wesentliche Stütze an.
Wir ziehen um in eine neue Notburg, es geht bergauf. Die entscheidende Wende wird a.U. 137-
138 erzielt, als unser Nachwuchs bei den Aquisgranen zum Ritter geschlagen wird (Rt Logiche, Rt
Klaus-ehé-witz, Rt O‘Wey, Rt Temerär). Die Rtt Or-Fevre (237), wld Rt Illu-Fex und Rt Bo-t‘Amicus
(77) schließen sich uns an. Im Windmond a.U. 138 findet die erste Feldlagerzusammenkunft statt,
am 27.3. a.U. 140 erfolgt die Colonieerhebung, und am 27.4. a.U. 142 die Sanktionsfeier, beide feier-
lichen Akte in den festlichen Räumen eines Historischen Theaters (im Hotel Plaza).
Doch wieder hat Oho die Brucsella in den letzten Jahrungen mit Ahallaritten und Wegzug von
Sassen heimgesucht. Die Fluktuation im profanen Brüssel ist hoch, Nachwuchs zu finden schwie-
rig, denn unser Augenmerk wird weiterhin auf Qualität des Nachwuchses gerichtet sein, auf dass
Brucsella wachse und gedeihe!
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