79 Suerina
Der letzte Eintrag über die Suerina befindet sich im Band II der „Allschlaraffischen Chronik” und
betrifft die glorreiche Reychsfehde mit der hohen Berolina vom 12. im Windmond a. U. 90.
Im Band III wird die Suerina nicht erwähnt, denn über das Reych war seit 1945 in den ostdeutschen
Gemarkungen wiederum eine uhufinstere Zeit hereingebrochen. Dennoch sippten regelmäßig und
streng nach Spiegel und Ceremoniale Sassen der Suerina im Verborgenen, d. h. in Heimburgen,
wenn auch von der Staatsmacht argwöhnisch beäugt. Die vielseitige Unterstützung von Freunden
aus westlichen Gemarkungen in dieser Zeit war für die Suerina lebenserhaltend. Erst seit dem Ende
der uhufinsteren Zeit, also seit a. U. 130 (profan 1989), konnte sich die Suerina wieder frei entfalten.
„Der Freiheit Hauch wehet mächtig durch die Welt” – mit diesem Thema begann in der Sippung am
10. im Windmond a. U. 130 ein neues Kapitel in der Geschichte der Suerina. Zahlreiche Freunde aus
benachbarten und ferneren Reychen halfen, damit die Suerina in den Bund „Allschlaraffia” wieder
aufgenommen werde.
Stellvertretend sollen genannt sein die hohen Reyche Im Sachsenwald, Lubeca, Hammonia und
Ante Portas Mundi. Besondere Aufbauhilfe leisteten die Rtt Käptn Fiete, Piepenkerl, Marzi-Pan und
Peer-Du. Die Rtt Equosan und Endlos wurden dauerhaft in der Suerina sesshaft. Die feierliche Wie-
deraufnahme erfolgte am 19.4. a. U. 138 im Hotel Astron im profanen Schwerin-Krebsförden.
Ein Sasse der Suerina muss wegen seiner Verdienste besonders gewürdigt werden: Rt Babyfex der
Vielgeliebte. Ein Nebengelass baute er zur Schlaraffenburg, der Niklotveste, um. Seine Heimburg
wurde in der Uhufinsternis zum organisatorischen und geistigen Zentrum der Suerina. Nach der
Wende war er es besonders, der die Voraussetzungen zur Wiederaufnahme in Allschlaraffia schuf.
Im Uhuversum wurde das Reych vor allem mit Rt Babyfex gleichgesetzt. Leider musste er viel zu
früh, wenige Tage vor seinem 59. Wiegenfeste, am 6.12. a.U. 141 seinen Ritt gen Ahalla antreten. In
der Folgezeit fiel es der Suerina nicht leicht, seinen dringenden Appell „Lasst kein Vakuum entste-
hen” beständig umzusetzen.
Durch das Engagement eigener Sassen und dankenswerter Weise durch die Hilfe der Freunde aus
den benachbarten Reychen konnten schwierige Situationen überwunden werden. Langsam stabili-
sierte sich das Reych.
Nach Notburgen in verschiedenen Gaststätten wurde ab der Winterung 146/147 die Suerina endlich
dauerhaft sesshaft. Als Mieter bei den hiesigen Logen durften die Sassen im Kellergewölbe eine
herrliche Burg einrichten. Zielstrebig arbeitet das Reych an seinem Bestand. Anno Uhui 148/149 ste-
hen 22 Sassen in der Stammrolle, davon 15 Ritter, 3 Junker und 4 Knappen. Mehrere Sassen wirken
weit über die Reychs- und Sprengelgrenzen hinaus, z. B. im Allschlaraffischen Orchester.
Schlaraffische Freundschaft, Kunst und Humor bestimmen den Geist der Sippungen. Ganz im Sin-
ne der Erzschlaraffen der Suerina ist für unser Spiel nicht die Quantität, sondern die Qualität das
Entscheidende.
Ein Höhepunkt unseres Spiels ist das Turney um die „Silberne Laute”, das die besten Barden von
weit und breit im Lenzmond zu uns zieht.
Am 9.3. a.U. 146 fand die 2.500 Sippung statt. Am 23.10. a.U. 151 wird die Suerina ihr 125. Stiftungs-
fest begehen.
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80 Aquae Thermae
In den Berichtszeitraum fallen zwei besondere Ereignisse unserer Reychsgeschichte. Am 28.9.
a.U.126 galt es, das hundertjährige Bestehen unserer Aquae Thermae zu feiern. Im Stadttheater
Baden fand eine fulminante Festsippung statt, an der fast 700 Sassen mit Tross teilnahmen. Mit
der Organisation dieses Festes schuf sich unser Rt Herzblut ein bleibendes Denkmal. Die Regie
lag nach einem Drehbuch der Schriftstellerin Trude Marzik in den Händen von Rt Scho-wieda (24).
Neben vielen Fechsern hatte Vindobonas Rt Riacherl (Burgschauspieler Richard Eybner) einen sei-
ner letzten großen Auftritte. Im musikalischen Teil der Fechsungen standen unser Rt Heinrich von
der Lobau (Heinrich Strecker) und unser Rt und ES Edelweiß (Karl Komzak) im Mittelpunkt, dessen
Walzer „Badner Madln” den Abschluss der Festsippung bildete. Ein Festball im Kongresshaus war
würdiger Abschluss eines festlichen Tages. Am 4.5. a.U.138 konnte unser Reych die Hundertjahrfeier
des Basta-Ordens begehen. In der Fechsungsfolge wurde ein Bogen von der Stiftung des Ordens
durch unseren Ritter und nunmehrigen ES Basta bis in die Gegenwart geschlagen. 97 Basta-Orden
aller Klassen und ein Wiking-Orden konnten dabei verliehen werden, wodurch sich die Zahl der
damals lebenden Basta-Ritter auf über 850 erhöhte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass
nach einer Adaptierung der Statuten des Wiking-Ordens nunmehr jeder Schlaraffe, der zum Zeit-
punkt der Verleihung alle Reyche und Colonien besucht hat, um diese Auszeichnung einkommen
kann. Heute freuen wir uns immer wieder über Besuche von nun schon 10 lebenden Trägern des
Wiking-Ordens. A.U. 143 durfte Aquae Thermae erstmals eine Sitzung des ASR ausrichten. Eini-
gen Mitgliedern des ASR konnten bei der darauf folgenden Basta-Feier auch Basta-Orden verliehen
werden. Aquae Thermae hat auch bewusst Wert darauf gelegt, in der Stadt Baden angemessen in
Erscheinung zu treten. So gelang es a.U. 135 im Badener Rosarium das einzige Uhu-Denkmal im
öffentlichen Raum zu errichten. Der vom Bildhauer Matthias Hietz geschaffene Uhu war eine Stif-
tung unseres Rt Kau-Kahn, während das Reych die Kosten für Sockel und Beschriftung übernahm.
Auch wurden mehrfach Matineen zur Förderung der SOS-Kinderdörfer veranstaltet. Diesem Ziel
dienten auch immer wieder musikalische Krystallinen. Schon anlässlich des Basta-Jubiläums hatte
es eine öffentlich zugängliche Ausstellung mit Bildern schlaraffischer Künstler gegeben. Als wir
einen großen Teil des graphischen Nachlasses unseres Rt Dackl (Franz Markart) erhielten, fand im
Rollettmuseum eine Sonderausstellung seiner Werke statt. Für den Herbst a.U.149 ist eine Ausstel-
lung im Heim der Kunst vorgesehen, um die Geschichte unseres Reyches und das künstlerische
Schaffen von Schlaraffen der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Seit mehreren Jahrungen steht eine
Sippung im Zeichen von für unsere Stadt bedeutenden historischen Persönlichkeiten, die stets
unnachahmlich von unserem Ehrenpilger Altbürgermeister Prof. Wallner gestaltet wird. Unsere
Schwefelburg bedurfte seit ihrer Errichtung vor über 50 Jahrungen dringend einer Renovierung.
Die im Sommer a.U. 148 durchgeführten Arbeiten haben dank des besonderen Einsatzes einiger
weniger Schlaraffenbrüder eine deutliche Verbesserung gebracht. Leider galt es in diesen Jahrungen
auch, von lieben Freunden Abschied zu nehmen. Von den zahlreichen Ahallaritten seien erwähnt
unsere Künstler Rt Diriphonastus (Hans Eichinger), Rt Tön-Ohr (Joseph Maschkan), Rt Prestissimo
(Kurt Cerne) und Rt Jarosate (Jaro Schmied). Wir beklagten aber auch den Verlust von Freunden, die
wesentliche Mitgestalter waren, wie Patriarch Rt Nagib, die Erbwürdenträger Rt Xaverl, Rt Clou und
Rt Frauenlob und allzu früh gen Ahalla gerittene Zukunftshoffnungen wie Rt Drucki-Mucki, Rt Chaos
und Rt Heksa. Im Concilsjahr freut sich unser Reych wieder über eine beachtliche Junkertafel und
bereitet sich frohgemut auf das 125. Stiftungsfest - das im Lethemond a.U. 151 begangen wird - vor.
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84 Herbipolis
Mit großem Stolz konnte das Reych Herbipolis am 13.03.a.U.126 die Gründung der Colonie ihres
zweiten Tochterreyches „Zu den Teutschherren” feiern. Am 11.10. a.U.127 fan
[… Fortsetzung im Originalband]