Reych Nr. 165

Eugen von Savoyen

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Eugen Prinz von Savoyen
Titel: Eurogenius
Reych: Nr. 165 Kremsia Wachaviae (Krems)
Geb.: 18.10.1663 in Paris
Gest.: 21.04.1736 in Wien

Volltext

österreichischer Feldherr und Staatsmann Prinz Eugen war der jüngste Sohn des Prinzen E. Moritz von Savoyen-Carignan und von Olympia Mancini, einer Nichte des Kardinals Mazarin. Von Ludwig IV. abgewiesen, trat der Prinz 1683 in das kaiserliche Heer ein. Er stand beim Entsatz Wiens und der Einnahme Ofens im Kampf und entschied 1687 die Schlacht bei Moháes. Sei 1689 kämpfte er in Italien gegen die Franzosen und wurde 1693 zum Feldmarschall ernannt. 1696 erhielt er den Oberbefehl im Türkenkrieg und errang den entscheidenden Sieg bei Zenta am 11. Sept. 1697. Im Spanischen Erbfolgekrieg schlug Eugen nach einem kühnen Alpenübergang die Franzosen bei Capri am 9. Juli und bei Chiari am 1. Sept. 1701 und behauptete sich 1702 vor Luzzara gegen 1703 ließ er sich das Präsidium des Hofkriegsrates übertragen. Gemeinsam mit dem Herzog von Marlborough vernichtete er in der Schlacht bei Höchstadt am 13. Aug. 1704 das bayrisch-französische Heer in Süddeutschland. In Italien konnte Eugen zwar die Schlacht bei Cassano 1705 nicht gewinnen, erfocht aber dann den glänzenden Sieg von Turin am 7. Sept. 1706, der die ganze italienische Halbinsel den Kaiserlichen auslieferte. In den Niederlanden siegte er zusammen mit Marlborough bei Oudenaarde und Malplaquet (1708 und 1709). Als Kaiser Karl VI. durch den Abfall Englands und den Abschluss des Utrechter Friedens gezwungen wurde, den Spanischen Erbfolgekrieg zu beenden, führte Eugen 1714 die Friedensverhandlungen von Rastatt und Baden. Im neuen Türkenkrieg 1716-18 errang er den Sieg bei Peterwardein und eroberte die Festung Belgrad, die im Volkslied „Prinz Eugen, der edle Ritter" fortlebt. Bis 1724 war er Statthalter der neuen österreichischen Niederlande. Als erster Ratgeber und Vertrauter des Kaisers bewies er einen politischen Scharfblick, der ihn zu einem der hervorragendsten Staatsmännern Österreichs machte. 1734 trat er in hohem Alter noch einmal im Polnischen Thronfolgekrieg an die Spitze der kaiserlichen Armee, errang aber erstmalig im Kampf gegen die Franzosen am Rhein keine Erfolge. Als ein Freund von Kunst und Wissenschaft sammelte Eugen eine auserlesene Bibliothek und baute das Schloss Belvedere in Wien im Barockstil aus. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt