Reych Nr. 217

Kernstock, Ottokar

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kernstock, Ottokar
Titel: Ottokar der Festenburger
Reych: Nr. 217 An den Pruggen (Bruck / Mur)
Geb.: 25.07.1848 in Marburg an der Drau
Gest.: 05.11.1928 auf Schloß Festenburg

Volltext

österreichischer Pfarrer und Dichter Als Sohn eines Kameralbezirkskommissionärs und kaiserlichen Rates geboren, studierte Kernstock erst Rechtswissenschaft und Germanistik in Graz, bevor er in das Augustiner-Chorherrenstift in Vorau eintrat. Dort studierte er Theologie, Urkundenlehre und Paläolographie. Hier öffneten sich ihm die Schätze einer kostbaren Büchersammlung, die den Sinn für Wesen und Werden seines Volkes auf Grund seltener Zeugnisse der Vergangenheit schärften. In langen Jahren wirklich emsiger Forscherarbeit lebte er sich so innig in Denken, Fühlen, Ausdruck und Umwelt deutscher Vergangenheit ein, dass er wie kein zweiter Dichter seiner Zeit, außer Scheffel, seine Dichtungen künstlerisch zu gestalten vermochte . Er trug nicht Gefühle und Gedanken in sie hinein, sondern ließ die Landsknechte und Scholaren, seine Ritter und Mönche die Welt von damals so sehen, wie sie zu ihren Zeiten aussah und ließ sie reden und singen, wie es ihnen damals in den Sinn kam. Von 1872-77 war er als Stiftsarchivar und Bibliothekar in Vorau tätig, erhielt dort 1871 die Priesterweihe und wurde später Pfarrvikar in Festenburg. Eine Berufung an die Lehrakademie der Pädagogik in Wien von 1916-17 gab er schließlich auf, um bis zu seinem Lebensende in Festenburg Kernstock schrieb zahlreiche Gedichte, patriotische Lieder U. a. die österreichische Nationalhymne von 1934-38, historische, theologische und archäologische Werke. Die bekanntesten Dichtungen sind: „Aus dem Zwingergärtlein", „Turmschwalben", „Der redende Born", „Verloren und wieder gefunden", „Die wehrhafte Nachtigall", „J. Cyriakos Hackhofers Festenburger Gemälde", „Christkindleins Trost" und „Ausgewählte Feuilletons und Gedichte". 1916 gab Kernstock zusammen mit Rosegger den „Steirischen Waffensegen" heraus. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt