Reych Nr. 248

Kant, Immanuel

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kant, Immanuel
Titel: Imperativ
Reych: Nr. 248 Athenae Gottingenses (Göttingen)
Geb.: 22.04.1724 in Königsberg
Gest.: 12.02.1804 ebenda

Volltext

deutscher Philosoph Kant war der Sohn eines Riemermeisters, besuchte von 1732-40 das pietistisch geleitete Gymnasium „Fridericianum" in Königsberg und studierte anschließend bis 1746 Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie. Von 1747-54 war er an verschiedenen Stellen als Hauslehrer tätig. 1755 habilitierte er sich als Magister der Philosophie. Nachdem er 1763 die ihm angebotene Professur der Dichtkunst ausgeschlagen hatte, nahm er 1770 die seinen Wünschen entsprechende Professur für Logistik und Metaphysik an. 1786 und 1788 war er Rektor der Universität in Königsberg. Seine freien religiösen Ansichten brachten ihn 1794 in Konflikt mit dem reaktionären Ministerium Wöllner, das ihm die Schriftstellerei auf diesem Gebiet verbot. 1796 stellte Kant seine Vorlesungstätigkeit aus gesundheitlichen wesentlichen naturwissenschaftlicher Art. Schon als Student hatte er 1746 eine Abhandlung „Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte" zur Zensur eingereicht. 1755 erschien sein naturphilosophisches Hauptwerk „Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt". Dies war eine Erklärung der Entstehung des Planetensystems, die unabhängig davon auch von dem Naturforscher Laplace vertreten wurde und deshalb als Kant-Laplacesche Theorie bekannt wurde. Kants Magisterdissertation „De igne" behandelte das Wärmeproblem, seine Habilitationsschrift „Principiorum cognitionis metaphisicae nova dilucidatio" erörterte metaphysische Grundfragen. Das veranlasste Erderschütterungen. 1756 vertrat Kant in seiner Schrift „Monadologia physica" eine dynamische Auffassung der Materie. In seinen Schriften der 60er Jahre traten rein philosophische Probleme in den Vordergrund, wie in „Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren" (1762), „Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes" (1763), Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen" (1764), „Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral" (Antwort auf eine Preisaufgabe der Berliner Akademie) und „Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik". Ab 1770 gelangte Kant zu einem philosophisch eigenen Standpunkt, dem Kritizismus. In seiner Dissertationsschrift zum Antritt der Professur „de mundi sensibilisatque intelligibilis forma et principiis" entwickelte er die kritizistische Auffassung von Raum und Zeit. 1781 erschien sein Hauptwerk „Die Kritik der reinen Vernunft". Es folgten „Beantwortung der Frage: was ist Aufklärung", „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten". Der zweiten, veränderten Auflage der „Kritik der reinen Vernunft" (1787) folgte 1788 „Kritik der praktischen Vernunft" und 1790 die „Kritik der Urteilskraft". In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Kant an einem umfassenden Werk „Übergang von den metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft zur Physik". Seit 1864 steht ein von Rauch modelliertes Standbild auf dem Paradeplatz von Königsberg. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt