Beschreibung
Klaus, Reinhold
Titel: Farbenreich
Reych: Nr. 219 Ferrochalybbsia (Waidhofen/Ybbs), erk.
Geb.: 17.05.1881 in Warnsdorf / Böhmen
Gest.: 04.11.1963 in Waidhofen/Ybbs
Volltext
österreichischer Maler, Grafiker und Buntglasmaler wld. Sasse des Reyches Ferrochalybbsia (219) Als profunder Beobachter bewegte Prof. Reinhold Klaus sich künstlerisch im Bereich des Märchenhaften, der positiven Phantasie. Seine Haupttätigkeit, 30 Jahre als künstlerischer Betriebsleiter der Fa. Geyling, Wien, zwang ihn einerseits zur Realität mit Wirtschaftlichkeit, andererseits hing seine Seele im Märchenhaften. In seiner Lehrtätigkeit konnte er auch seine menschliche Seite verwirklichen. Klaus wurde 1881 als Sohn eines Handwebers geboren und besuchte die Weberfachschule. Er wollte aber Maler werden und wanderte 1898 zu Fuß nach Wien, wo er 1902 an der Kunstgewerbeschule mit überdurchschnittlichem Erfolg abschloss. Im gleichen Jahr erhielt er den Österreichischen Staatspreis. 1904 ging er nach Dresden an die Königlich-Sächsische Akademie der bildenden Künste, bereits als 25-jähriger wird er als Professor an die Hochschule für angewandte Kunst nach Hamburg berufen, nebenbei nahm er noch ein Lehramt an der Kunstgewerbeschule in München an. 1914 wird er zu den Fahnen gerufen, im gleichen Jahr heiratet er in die Firma der Glasmalerei Geyling, Wien, ein. Einer seiner aus dieser Ehe entsprungenen Söhne war Rt Glasmalan (296). 1923 kam er an die Kunstakademie Wien, wo er 1938 als Professor in den Ruhestand trat. Der Höhepunkt war seine Bestellung zum stellvertretenden Leiter der Akademie. Sein Lebenswerk ist gewaltig. Als Glasmaler erschuf er u.a. die Nibelungen-und-Minnesänger-Fenster des Leipziger Buchgewerbemuseums, die Fenster der Musikhalle in Göteborg, der Musikhalle in Berlin, das große Rosettenfenster des Veits-Doms in Prag und die 7 großen Glasfenster in der Michaelerkirche St. Pölten. Er war beteiligt an der Wiederherstellung der Glasfenster der Stadtkirche Stein a.d.Donau und den im 2. Weltkrieg zerstörten Fenster des Stephansdoms in Wien. Den letzten Staatsauftrag erhielt Klaus 1956/57, 2 überdimensionale Wand-Sgraffiti im Heergeschichtlichen Museum, Wien, die Krieg und Frieden darstellen. Nach dem 2. Weltkrieg ließ sich Klaus mit seiner zweiten Frau in Waidhofen nieder. Die vielen Motive von Land, Stadt und deren Leben prägten seinen Neubeginn im Aquarell und Holzschnitt. Er schuf große Bildkompositionen, hervorzuheben ist jene mit 6 x 3 m im Gemeinderatssaal Waidhofen. Im Reych Ferrochalybbsia wurde er a.U. 91 Kn 46, später Rt Farbenreich aus dem Märchenland. Die damals wiedererstandene Ferrochalybbsia war ein Aufbauwerk der ganzen Sassenschaft. Der ganze Thronaufbau, die Rostra und das Reychswappen bezeugen Klaus´ Werke. Rt Farbenreich verstarb nach 13-jähriger Zugehörigkeit zu unserem Bund am 04.11.1963 in Waidhofen, wo er auch begraben liegt. (Text entnommen der Laudatio zur ES-Erkürung von Rt Bastl (219))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt