219 Ferrochalybbsia
Im Auf und Ab jeden Reyches, endet oder beginnt manches, gibt es Glanz- und Lichtpunkte im
schlaraffischen Geschehen. So endete a.U. 129 die Reihe der Banditen-Sippungen (nach ER Rt Ban-
dit-nie-Ruh, Brunsviga), die mit dem gemeinsamen Storchenritt begonnen hatten.
A.U. 133 waren es die berühmten Eisenwurzensippungen, die zur Belebung der Einritte in die Nach-
barreyche im Wechsel ausgerichtet wurden; der Orden „Ritter von der Eisenwurzen” war und ist
die Belohnung. Die Anregung zu diesem Orden kam u.a. von Rt Bohriton, dessen Vorfahren aus
dem Sensen-Schmiede-Gewerbe kamen, die faktisch die ersten „Fließband-Erzeuger” waren; diese
geschichtliche Erinnerung lag ihm sehr am Herzen.
Vielleicht ist es auch ein besonderes Zeichen der Kontinuität eines abseits liegendes Reyches, wenn
es a.U. 135 elf Sassen beherbergte, die unserem Bund 40 Jahrungen und a.U. 143 drei Sassen (Rt
Flötele, Rt Baut´s und Rt Schau-Schau) 50 Jahrungen die Treue hielten.
Ein fulminantes Fest war a.U. 137 das 75. Stiftungsfest als Freundschaftssippung mit über 200 Ein-
ritten.
Und was wäre eine Chronik, wenn nicht auf Sassen hingewiesen würde, die im laufenden Gesche-
hen unseres Reyches formgebend, betonend, inspirierend wirken oder gewirkt haben: z.B. Rt Bully,
der „Ausgleich des Reyches”, war 33 Jahrungen am Thron; oder Rt Arrigo, 24 Jahrungen Oberschla-
raffe und zuvor 8 Jahrungen Junkermeister, der als Fungierender stets freisprechend den güldenen
Ball zu werfen verstand; oder Rt Baut´s als Künstler, Karrikateur und Titelfinder; oder Rt Du-red
als begnadeter Maler und Wirt in der „Oismühle”, wo über 25 Jahrungen lang die berüchtigten
Blunzensippungen celebriert wurde; oder Rt Schau-Schau, der 38 Jahrungen als Kantzler und Cere-
monienmeister für das Reych tätig war und unter anderem den Titul „G´wissenswurm” erhielt; oder
Rt Flötele, zur Zeit mit 55 Schlaraffenjahren unser Ältester (sicherlich ein Unikum, der mit über 50
Jahrungen den Dienst als Herold versah).
Die Beziehungen zu den Nachbarreychen, Styria, Linzia, Gamundia, Medelike, Castra Montana,
Castellum Erolatium, Hippolytana und Castellum Cellense sind nach wie vor sehr herzlich. Die Frei-
singerburg wurde durch die Hilfe zahlreicher Hände (Burgbaumeister Rt Arrigo) erweitert, sodass
für alle mehr Platz geschaffen wurde.
Ein großer Sprung über den Teich wurde zum 50. Stiftungsfest des HR Rio Carioca gemacht; ein
ehemaliger Sasse unseres Reyches, Rt Facado de Corcovado war Gründungsritter, und unser Reych
war „Ziehmutter”. Um diese alten Bande wieder aufzufrischen, ritten OÄ Rt Bastl und K Rt Rigl zu
diesem gewaltigen Fest!
Schlussendlich hat unser kleines – abseits der „Heerstraße” liegendes – „Kleinstadt-Reych” seine
Sassenzahl um die fünfzig gehalten, ein hoffnungsvoller Ausblick in die Zukunft!
C h r o n i k B a n d I V d e r A l l s c h l a r a f f i a ® m i t I n h a l t s v e r z e i c h n i s d e r 4 C h r o n i k e n O s t e r m o n d 1 5 3 , L a n g s a m , P s e u d o - S c h w a b , T a u r r i e s e u s
221 An der Klausen
Die „Klausen” ist anders! Das Reych zeichnet sich aus durch überdurchschnittlich viele „Blitzproto-
kollanten”„, durch Herzenswärme, gelebte Freundschaft, Waage halten zwischen dem Besuch eige-
ner Sassen und den Einritten, das neue Erscheinungsbild, mehr Licht, optimale Tonanlage, hohes
Niveau der Darbietungen, ein gewogenes Maß an Wandlungsfähigkeit und Experimentierfreude,
echte Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, Inspiration aber auch unorthodoxe Spontaneität.
Die Junkertafel macht sich gut, Nachwuchs wächst erfreulicherweise stetig heran. Die „Vortrags-
Landschaft” schafft ein interessiertes Stammpublikum und aktiviert zur regen Mitarbeit, aber auch
Küche und Keller machten die Klausen weit über die Gemarkungen Austrias bekannt.
Deshalb ist das Interesse an unserem Sippungsgeschehen ein stets zunehmendes und ein erfreu-
lich homogenes Zusammenleben, bunte Krystallinen, viel Humor aber auch Kultur in allen Spiel-
arten werden geboten. Wir sind ohne Zweifel stolz darauf, dass sich das Reych in der Zeit seit dem
letzten Chronikbeitrag stetig weiter aufwärts entwickelt hat.
Nicht unwesentlich daran beteiligt ist die neue Liechtensteinburg, die wir mit Beginn der Winterung
a.U. 142/143 im Kellergewölbe des „Beethoven-Hauses” im Zentrum von Mödling beziehen konn-
ten. Zuvor hatten wir sie mit viel Eigeninitiative und handwerklichem Können zu einem gemütlichen
Uhu-Nest ausgebaut.
Auch uns haben viele Einzelspenden eigener und befreundeter Sassen aber auch befreundeter Rey-
che, denen allen das Wohlergehen unseres Reyches ein echtes Anliegen ist, die hohen Kosten des
Burgbaues abdecken geholfen. Wir Klausner fühlen uns im Beethoven-Gedenk-Haus, wo er die
Missa Solemnis komponierte, außergewöhnlich wohl - Uhu sei Dank dafür!
Ungeachtet der Belastungen durch den Burgbau hat die Klausen stets die Tradition der Vorfahren
gepflegt und (unter anderem) aus den Spenden anlässlich der „Hilarius-Feier”, der „Klausner Fes-
seln der Freundschaft”, der „Bettgeher” und Widmung von Schnorrbeutelerlösen Not leidenden
Reychen unter die Arme gegriffen und ihnen auch mit Sachspenden Freude bereitet. Ganz groß-
artig verlief die Sippung anlässlich von 77 Jahrungen Reychsbestand zu der Rt Sketch (24) sagte:
„Ich habe in meiner dreißig jährigen Zugehörigkeit zur Schlaraffia schon zahlreiche Stiftungsfeste
miterlebt, doch keines entsprach so meiner Vorstellung wie das Eure. Keine Lobeshymnen, kein
Weihrauch – ein echtes Familienfest, locker vom Hocker, zum Vergnügen aller. Dank denen, die
dabei waren.”
Im Herbst a.U. 148 gestalteten wir unseren ersten Beitrag zur „Drei-Burgen-Sippung”„, die jährlich
abwechselnd von den Hohen Reychen Ferrostadia (231), First im Felde (289) und nun auch der
Klausen ausgerichtet wird. Die gelungen abgestimmte Programmfolge im Wasserschloss zu Kot-
tingbrunn beinhaltete auch Auftritte des Nachwuchses der lokalen Musikschule.
All dies ermöglicht nicht zuletzt ein Thron, bestehend aus den Rtt Capo Duro, Struwwelpeter und
Veltlin, dessen gemeinsames Lebensalter von exakt 221 Jahren Anlass für eine weitere gar festliche
Veranstaltung im Ostermond a.U. 149 ist. Auf die homogene Mannschaft der übrigen Würdenträ-
ger soll dabei allerdings nicht vergessen werden! Man sagt richtigerweise: ludum ludite (lulu) für:
spielet das Spiel!
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