Reych Nr. 24

Klimt, Gustav

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Klimt, Gustav
Titel: Kuss
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 14.07.1862 in Baumgarten bei Wien
Gest.: 06.02.1918 in Wien-Neubau

Volltext

österreichischer Maler Er stammte aus mehr als bescheidenen Verhältnissen. Mit den Einkünften eines einfachen Handwerkes musste sein Vater 7 Kinder aufziehen. Das Geburtshaus des Malers stand draußen in der Vorstadt. Klimt besuchte lediglich 8 Jahre hindurch die Volks- und Bürgerschule, der bei den unteren Klassen übliche Bildungsweg. Sein großartiges Wissen eignete er sich im Laufe der Jahre autodidaktisch an. Von Natur aus kräftig gebaut, trainierte er nicht nur den Geist, sondern auch den Körper. Er war ein liebenswürdiger Mensch, wenn auch in sich gekehrt. Bis etwa 1892 stand er völlig unter dem Einfluss seines Lehrers Ferdinand Laufberger. 1898 fand er mit dem Bildnis von Sonja Knips erstmalig seinen eigenen Stil. Sein malerisches Werk ist nicht umfangreich. Es umfasst nach dem 1967 erschienenen Oeuvre-Katalog von Johannes Dobai nur 222 Klimt war ein Perfektionist und trennte sich höchst ungern von seinen Bildern, an denen er immer von neuem etwas zu verbessern fand. Der erste große Wiener Auftrag war die Dekoration der Stiegenhäuser des neuen Burgtheaters. Es folgten die Zwickel-Bilder des Stiegenhauses des Kunsthistorischen Museums in Wien. 1897 kam es zur ereignisreichen Gründung der Wiener Sezession. Er, der Enge seiner Herkunft entwachsen, Wortführer. Künstlervereinigung, die Zeitschrift „Ver Sacrun", war für ihn von großer Wichtigkeit. So erschienen hier erstmals Reproduktionen sowie Ausstellungsfotos. In diesem Zusammenhang steht auch die Tätigkeit Klimts als Plakatentwerfer. 1900 entfesselte der inzwischen etablierte Maler einen Skandal. Die Fakultätsbilder für die Wiener Universität, für deren Ausführung er erwählt wurde, bildeten den Stein des Anstoßes. Klimt war es gewohnt, dass ein Teil des Publikums seinen Schöpfungen, wie z. B. „Nuda veritas" ein kleiner, subtil gemalter Akt, mit Unverständnis gegenübertrat, was er zumeist gelassen hinnahm. Klimts Leben war ohne Zweifel voller Stürme, Angriffe, Verleumdungen und Aufregungen. Es ist keine Frage, dass sich die Phantasie nicht nur an den Bildern wie „Femme fatale" sondern auch an seiner virilen Person selbst entzündete. Sein Atelier, wo er, den massigen Körper unter einem weiten Umhang verborgen, arbeitete, war in den Augen vieler eine Stätte sublimierter Sinnlichkeit. Als die „Klimt-Gruppe" nach einer Auseinandersetzung die Sezession verließ, gelang es den Verbleibenden nicht, die Reihe glanzvoller Ausstellungen fortzusetzen. Die bereits 1903 gegründete „Wiener Werkstätte" war nun ohne Zweifel Wortführer der progressiven Künstler Osterreichs. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt