Beschreibung
Koch, Robert
Titel: Mikrobenjäger
Reych: Nr. 128 Filadelfia (Philadelphia), erk. 07.03.155
Geb.: 11.12.1843 in Clausthal
Gest.: 27.051910 in Baden-Baden
Volltext
deutscher Forscher Robert Koch wurde am 11. Dezember 1843 in Clausthal geboren und starb am 27. Mai 1910 in Baden- Baden. Er das dritte Kind von 13 Geschwistern des Grubensteigers Herrmann und seiner Frau Henriette Koch. Bis zum Abitur besuchte er das humanistische Gymnasium in Clausthal und studierte dann Medizin an der Universität Göttingen. Es folgten ärztliche Tätigkeiten am Allgemeinen Krankenhaus in Hamburg sowie als Landarzt in Langenhagen bei Hannover. Später ging er als Landarzt nach Niemegk in der Mark Brandenburg. Nach dem Physikexamen wurde er zum Kreisphysikus in Posen ernannt. Neben seinem Beruf als Amtsarzt stellte er in seiner Freizeit bakteriologische Untersuchungen an Kaninchen, Meerschweinchen und sogar zwei Affen an. In dieser Zeit schrieb er über die Entstehung des Milzbrandes. Auf Grund dieser Veröffentlichungen im Jahre 1876 wurde er 1880 an das kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin berufen. 1885 ernannte man ihn zum ordentlichen Professor an dem neugeschaffenen Instituts für Hygiene in Berlin. Als Junge träumte er, als Naturwissenschaftler weit und breit zu reisen. Beginnend mit den Jahren 1883/1884 sollte dieser Wunsch in Erfüllung gehen. In den Jahren 1883/84 leitete er eine Cholera- Expedition nach Ägypten und Indien. 1890 reiste er wiederum nach Ägypten. 1896 erforschte er die Rinderpest auf Einladung der britischen Regierung in Südafrika. 1897 reiste er als Mitglied der deutschen Pestkommission nach Indien sowie nach Deutsch-Ostafrika. 1898/99 beschäftigte er sich mit der Malaria in Italien, Java und Neuguinea. 1905/1906 leitete er eine Schlafkrankheitsexpedition nach Deutsch-Ostafrika und Uganda. Schließlich reiste er privat 1908 in die USA und nach Hawaii und Seinen anfänglichen Erfolg verdankte er der Erforschung der Milzbrandinfektion. Anschließend wandte er sich der Wundinfektion zu. Aber der große Wurf in seinen Studien von Bakterien gelang Robert Koch im Jahre 1882 mit der Entdeckung des Tuberkelbazillus, Mycobacterium tuberculosis. Der Tuberkelbazillus erwies sich als ein außerordentlich schwieriger Zeitgenosse. Einmal wächst er sehr langsam auf Nährböden wie Agar Agar. Zweitens nimmt er nur zurückhaltend Farbstoffe zur mikroskopischen Darstellung an. Und drittens umgibt sich der Tuberkelbazillus mit einer wachsartigen Kapsel, die bis heute bei der Behandlung der Erkrankung erhebliche Probleme aufwirft. Als er am 24. März 1882 einen Vortrag über die 'Ätiologie der Tuberkulose' in Berlin hielt, war allen anwesenden medizinischen Wissenschaftlern klar, dass sie ein historisches Ereignis mit erlebt hatten. Deswegen herrschte absolute, Minuten andauernde Stille im Saal der Berliner Physiologischen Gesellschaft. --- Die Entdeckung des Tbc-Bazillus wirft ihre Strahlen bis in die Neuzeit. Es gibt bis heute keinen allgemein anerkannten Impfstoff zur Vorbeugung. Der hartnäckige Bazillus hat langsam eine Resistenz gegen alle Antibiotika entwickelt. Damit sind wir fast wieder in den 50er Jahren gelandet, als das erste Antibiotikum Streptomycin gegen Tuberkulose zur Behandlung kam. In späteren Jahren half er bei der Cholera-Epidemie in Hamburg, einer Typhus-Kampagne in Trier, die sich auch im Südwesten von Deutschland ausbreitete, sowie der Kampagne gegen die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika. Kein Erreger all dieser Erkrankungen ist jedoch vergleichbar mit Mycobacterium tuberculosis, dem Erreger der Schwindsucht oder Phthysis. Folgerichtig wurde ihm 1905 der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen. Viele andere Ehrungen folgten dem Nobelpreis. Die Schlaraffia Filadelfia wählte ihn zum Ehrenschlaraffen: Mikrobenjäger (Text: Rt. Perikles (128))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt