Reych Nr. 267

Kreutzer, Conradin

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kreutzer, Conradin
Titel: Alphorn
Reych: Nr. 267 Porta Alpinae Constantiae
Geb.: 22.11.1780 in Thalmühle
Gest.: 14.12.1849 in Riga

Volltext

deutscher Kapellmeister und Komponist Die Vorfahren Kreutzers stammen fast alle aus dem oberschwäbischen Gebiet. Der Vater Johann Kreutzer, ein Mühlenbesitzer aus Eggenweiler, heiratete nach dem frühen Tod seiner ersten Frau in Meßkirch Anna Maria Hegele. Der Ehe entsprangen elf Kinder, deren drittes der spätere Komponist war. Über die ersten Lebensjahre Kreutzers gibt es keine genauen Angaben. Das musikalische Talent scheint jedoch früh entdeckt worden zu sein. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er von Joh. Baptist Rieger, dem damaligen Chorregenten. Der Vater Conradins entschloss sich, seinen Sohn in die Benediktinerabtei Zwiefalten zu schicken. Dort erfolgte eine Unterrichtung in klassischen und orientalischen Sprachen, in Rhetorik, Philosophie, Theologie und auch Musik im Dienste der Liturgie mit der Pflege des Chorgesanges. Dazu gesellte sich Musiktheorie und Orgelspiel bei dem damals berühmtesten Kontrapunktisten Oberschwabens, Pater Ernestus Weinrauch. 1796 kam der Kriegsschrecken über das Kloster, die Schule musste geschlossen werden. Kreutzer fand Aufnahme in der Klosterschule des Prämonstratenser Reichsstifts in Schussenried von 1796-99. Dort schrieb er auch seine erste Komposition für Chor und Orchester zu einem Gedicht von Pater Kirchmaier, das für den Erzherzog Karl geschrieben war. Außerdem soll er mit 18 Jahren eine Symphonie und ein Klavierkonzert geschrieben haben. Laut Matrikeleintrag der Universität Freiburg bar er als Student der Rechte eingetragen mit dem Vermerk: „hörte bereits nach der ersten Prüfung mit dem Studium auf. Fleiß nachlässig." Hier taucht erstmalig die romanisierte Schreibweise seines Vornamens Conradin statt Konrad auf, wohl wegen seiner Verehrung Conradins von Schwaben, der ihn bis ins hohe Alter hinein als Opernstoff beschäftigte. Hier entstand die erste und bekannte Oper „Die lächerliche Werbung". Der Erfolg dieser Oper war der Anlass für Kreutzer, sich nun ganz der Musik zu widmen. Von Freiburg aus begann sein unstetes Wanderleben zunächst in die Schweiz und 1804 nach Wien. Dort nahm er Unterricht in Kompositionslehre bei Albrechtsberger, dem Lehrmeister Beethovens. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich durch Klavierstunden und Musizieren in Adelshäusern. Die dortigen Opernversuche brachten keinen Erfolg. 1810 lernte er den Würzburger Mechaniker Leppich, den Erfinder des „Panmelodikon" kennen. Kreutzer erreichte auf diesem Instrument solide Fertigkeiten, dass er mit Leppich Konzertreisen von Wien durch Deutschland, die Schweiz und nach Paris unternahm, die volle Säle einbrachten. König Friedrich überließ ihm in Stuttgart das kleine Schauspielhaus für Konzerte. Die dort aufgeführten Opern „Feodore“ und „Conradin von Schwaben" brachten nicht den erhofften Erfolg. Schließlich erhielt Kreutzer die Stelle des Hofkapellmeisters und 1814 des Direktors der Oper. Erfolg, Ruhm und Ehre erlangte er mit seinen eigenen Liedkompositionen und Vertonungen Uhland'scher Gedichte, was ihm mit seinen Opern oft versagt blieb. Einige Werke seien hier genannt: „Die Insulanerinnen", „Taucher“, ,,Alimon und Zaide", „Die Nachtmütze", „Die Alpenhütte" und „Der Herr und sein Diener". Wegen vieler Intrigen bat er im Juli 1816 um seine Entlassung und zog nach Schaffhausen, wo er als Dirigent des Musikkollegiums die Konzerte leitete. Nach Zwischenaufenthalten in Augsburg und Berlin wurde er Hofkapellmeister beim Fürsten Carl Egon in Donaueschingen. Auch hier hatte er im März 1822 um seine Entlassung gebeten. Anschließend wirkte er in Wien als Kapellmeister am Kärntnertortheater mit Unterbrechungen. Die Oper „Libussa" in Wien, „Melusine" in Berlin, „Das Nachtlager in Granada" am Josefsstädtertheater in Wien, brachten ihm die erhofften großen Erfolge. 1840 verließ er Wien, begleitete seine Tochter Cäcilie, die Sängerin war, auf ihren Konzertreisen und zog 1848 nach Riga, der letzten Station seines unruhigen Wanderlebens, wo er ein Jahr später einem Schlaganfall erlag. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt