Reych Nr. 2

Lincke, Paul

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lincke, Paul
Titel: Glühwürmchen
Reych: Nr. 2 Berolina (Berlin)
Geb.: 07.11.1866 in Berlin
Gest.: 03.09.1946 in Hahnenklee

Volltext

deutscher Komponist Paul Lincke war der Sohn eines Magistratsdieners, der nebenbei auch Aushilfsmusiker war. Die erste musikalische Ausbildung erfolgte in Wittenberge in der Stadtmusikkapelle unter Kleinow. Lincke war als Geiger und Fagottspieler besonders begabt, das Klavierspiel hatte er selbst erlernt, ohne Unterricht zu nehmen. In Berlin spielte er meist an Possenbühnen, wie am Ostend-, Zentral- oder Königstätter Parodie- Am 1.9.1893 wurde er erster Kapellmeister und Hauskomponist des großen Berliner Varietés „Apollotheater". Neben Couplets und Begleitmusik für artistische Vorführungen komponierte er Musik zu parodistischen Einaktern, Liedern, Tänze, Schlager und vor allem Operetten und Gesangspossen. 1897 kam seine erste Operette „Venus auf Erden" heraus. Danach wurde er an das Théatre Folies- Bergéres nach Paris geholt. 1899 wieder im Apollotheater, komponierte er „Frau Luna", deren durchschlagender Erfolg sein weiteres Schaffen bestimmte. Es folgten: „Im Reich des Indra", durch dessen mitreißende Melodien seine Popularität erneut wuchs. Den Durchbruch zur Weltklasse der Operettenkompositionen vollendete „Lysistrata“ mit dem „Glühwürmchen-Idyll". Besonders populär wurde auch sein „Berliner Luft“-Marsch. Es folgten „Donnerwetter- Tadellos und Hallo", die große Revue und die Operetten „Grigri“ und „Casanova“ sowie die Filmoperette „Der Glückswalzer". Lincke hatte fast ganz Europa und die USA bereist. Die nach dem ersten Weltkrieg eingetretene Wandlung in der Unterhaltungs- bzw. Tanzmusik hat Lincke ignoriert. Seit dieser Zeit wurde es ein wenig ruhiger um ihn, bis er 1940 die Operette „Der Liebestraum" herausgab. 1943 ging er nach Marienbad. Nach dem zweiten Weltkrieg lebte er in Arzberg und in Hahnenklee- Bockswiese/Harz. Zur Berliner 700-Jahrfeier bekam er 1937 die Silberne Ehrenplakette, zu seinem 75. Geburtstag wurde er unter Verleihung einer weiteren Ehrenkette und der Goethe-Medaille zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Den angebotenen Professorentitel hatte er abgelehnt. Poststempel, Briefmarken und ein Paul-Lincke-Ring wurde in Anerkennung seines großen Wirkens herausgegeben und das Kottbuser Ufer in Berlin Kreuzberg in Lincke-Ufer umbenannt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt