Reych Nr. 284

Roth, Eugen

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Roth, Eugen Hieronymus Dr.
Titel: Eugenius Humanus
Reych: Nr. 284 Kobea Japonica (Kobe)
Geb.: 24.01.1895 in München
Gest.: 28.04.1976 ebenda

Volltext

deutscher Schriftsteller und Dichter Nachdem Roth sein Leben im wesentlichen in der Isarmetropole verbracht hatte, sagte er von seiner Vaterstadt: „Vom Ernst des Lebens halb verschont, ist der schon, der in München wohnt". Im Vorwort zu Band 1 seiner gesammelten Werke „Anekdoten und Erinnerungen" schreibt er selbst seinen Lebenslauf: „Ein Lexikon meines Lebens zu schreiben von A-a bis zum letzten Zynismus, war noch nie meine Absicht und da überdies die unerschütterliche Treue meiner Leser bei der Zehnmarkgrenze ins Wanken gerät, ist es wieder einmal bei einem Büchlein geblieben. Dies und das liegt noch als unbewältigte Vergangenheit in der Schublade, anderes wurde verworfen und ein Rest ist auf dem Prokrustesbett der Setzerei verröchelt. Damit die Leser, die es genauer wissen wollen, ein paar Anhaltspunkte haben, setze ich ganz schlicht einige Lebensumstände hierher: Ich bin am 24. Januar 1895 in München geboren, in der Augustinerstr. 21, das Haus steht noch. Im Erdgeschoss betrieb mein Großvater ein kleines Altertümergeschäft, im 4. Stock wohnten wir, mein Vater als Zeitungsschreiber, mehr und mehr wachsend zu einer stadtbekannten Persönlichkeit. Bei den „Münchner Neuesten Nachrichten" (der heutigen Süddeutschen Zeitung) wurde ich später lange Jahre Mitarbeiter, zuletzt sogar ein „Vorgesetzter“, bis mich 1933 nach ein paar tausend umbrochenen Nummern selbst der „Umbruch“ ereilte. Ich ging in München, im Kloster Ettal und wieder in München aufs Gymnasium, zog 1914 in den Krieg und wurde vor Zypern schwer verwundet. 1922 machte ich meinen Doktor als Germanist. Meine medizinischen Kenntnisse habe ich ausschließlich als Patient erworben. Von 1912 - 1925 wohnten wir in der Karlstr. 20, bis auch die Roths den Braunen weichen mussten. Ich zog in die Wiedermayerstr. München liegt für mich immer noch an der Isar, nicht an der Würm, deren Umkreis, Gern und Nymphenburg, seit 1945 unsere Heimat geworden ist. 1938, spät genug, heiratete ich. Meine Frau Klotilde, geb. Philipp ist eine Buchbindermeisterin. Die Kindheit meiner Söhne, Thomas und Stefan, habe ich in „Unter Brüdern" beschrieben. Die Mitläufer meines Lebenslaufes - von Tausenden tritt jeweils kaum einer in Erscheinung - erklären sich aus sich selbst. Es sind nicht viele, denen ich vieles zu verdanken hätte. Doch soll dem alten Freund unserer Familie, dem Dr. Otto Billinger, der uns Buben in unermüdlichen Wanderungen die Schönheit Oberbayerns erschloss, ein spätes Wort des Nachruhms gelten." Nach 1933 lebte er als freier Schriftsteller in München. Seine sämtlichen Werke wurde 1977 vom Carl Hanser Verlag in München und Wien in 5 Bänden herausgegeben. Besonders bekannt geworden ist Eugen Roth durch .,Die Frau in der Weltgeschichte" und seine „Ein Mensch-Gedichte". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt