Beschreibung
Saphir, Gottlieb Moritz
Titel: Satir
Reych: Nr. 80 Aquae Thermae (Baden bei Wien)
Geb.: 08.02.1795 in Lovasbéreny
Gest.: 05.09.1858 in Baden bei Wien
Volltext
österreichischer Schriftsteller Als Sohn eines jüdischen Steuerbeamten in Lovas-Bereny (ungarisches Komitat Weissenburg) geboren, wurde er 1822 in Wien Mitarbeiter an der Theaterzeitung, gab dann in Berlin von 1826-29 die „Berliner Schnellpost" und den „Berliner Kurier" heraus, ging 1830 nach Paris, 1832 nach dem Übertritt zum Protestantismus nach München, kehrte 1834 nach Wien zurück, wo er in Gemeinschaft mit Bäuerle die Theaterzeitung redigierte und ab 1837 die Zeitschrift „Der Humorist" herausgab, die er bis zu seinem Tode fortführte. Von seinen zahlreichen humoristischen Schriften wurde das „Fliegende Album für Ernst, Scherz, Humor und lebensfrohe Laune" sowie sein „Konversationslexikon für Geist, Witz und Humor" am meisten gelesen. So sah sich Gottlieb Saphir selbst: „Ich wurde vom Schicksal zum Juden bestimmt, von meinen Eltern zum Handelsmann, von meiner Erziehung zum Dorfrabbiner, von den Verhältnissen zum armen Teufel, vom Zufall zu seinem Fangball und trotz dieser Bestimmungen bis jetzt ein so ehrlicher und aufrichtiger Christ, wie er nur sein kann, Eigentümer eines mittellosen Intendanzrates-Titels, bürgerlich befugter Redakteur der Stadt Wien und aller umliegenden Ortschaften, lebenslänglicher Prätendent des Titels „deutscher Humorist", geistreicher Schriftsteller von Gnaden einiger befreundeter Blätter, Hof- und Leibvorleber verschiedener Wohltätigkeitsanstalten, populärer Volks-Charakter ohne gefährliche Folgen, Besitzer vieler Anhänger, die mir nichts ins Knopfloch hängen können, Inhaber eines steuerfreien Renommees mit dem dazugehörigen Gottesacker und Ernten im freien Feld, Anführer von einigtausend Pränumeranten, die für mich ins Wasser der „Humoristen“ gehen. Und wer hat das alles aus mir gemacht? Etwa mein Genie, mein Glück, meine Protektion? Oh nein, niemand anders als das deutsche Klima und meine robuste Roßnatur" (Aus „Biographisches" „Lebende Bilder aus meiner Selbstbiographie"). Er fand seine letzte Ruhe in Baden/Wien. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt