Beschreibung
Schinkel, Karl Friedrich
Titel: Bauakademiker
Reych: Nr. 340 Porta Alegrensis (Porto Alegre)
Geb.: 13.03.1781 in Neuruppin
Gest.: 09.10.1841 in Berlin
Volltext
deutscher Baumeister und Maler Schinkel kam 1794 nach Berlin, um bei David und Friedrich Gilly zu studieren. Von 1803 bis 1805 bereiste er Italien und Frankreich, um sich als Maler weiterzubilden. Ab 1808 malte er in Berlin ausgezeichnete Architektur- und Landschaftsbilder sowie Kirchengemälde und Theaterdekorationen. 1810 wurde er Bauassessor und arbeitete für den preußischen Staat. 1815 wurde er bereits Geheimer Oberbaurat auf Anregung Wilhelm von Humboldts. 1830 wurde er Leiter des Amtes für Bauwesen. Seinen Ruf begründete Schinkel durch das Gebäude der neuen Königswache unter den Linden und durch den Bau des Schauspielhauses. Obwohl Klassizist, versuchte er auf romantischen Neigungen die Gotik neu zu beleben. Wie kein anderer verstand er es, die Form eines Gebäudes in harmonischen Einklang mit seiner Zweckbestimmung zu bringen. Sein Talent war außerordentlich vielseitig, wenn er sich als Maler, Bildhauer, Bühnenbildner und Schriftsteller beschäftigte, aber die Architektur war wohl der bedeutendste Ausdruck seines Könnens in der wirkungssicheren Beherrschung der verschiedenen Baustile. Berlin verdankt ihm eine ganze Reihe von Prachtbauten, Denkmälern, staatlichen Gebäuden und Privathäusern, die das Gesicht Berlins für lange Zeit günstig beeinflussen konnten. Es seien hier genannt das Alte Museum, das eine der großartigsten Bauleistungen Schinkels war, vom eigenen Entwurf des Gebäudes bis zur Innenausstattung, einschließlich einem Wandgemälde in der Vorhalle, ferner die Stadtpaläste des Prinzen Karl (1826-29) und des Prinzen Albrecht (1830-33), die Bauakademie (1832-35) und die Nikolaikirche in Potsdam, die erst 1845 durch Persius vollendet wurde, das Schloss Charlottenhof, die Römischen Bäder und der Umbau des Humboldtschen Schlösschens in Tegel. In den „Werken höherer Baukunst" wurden auch seine nicht zur Ausführung gelangten Entwürfe eines Palastes für König Otto von Griechenland auf der Akropolis von Athen und eines Kaiserpalastes für die russische Zarin auf der Krim veröffentlicht. Der größte Teil seiner Zeichnungen und Entwürfe befindet sich im Schinkel-Museum in Berlin. Aus seinem Nachlass sind auch eine Reihe von Tagebüchern, Schriften und Briefen für die Nachwelt erhalten geblieben. Hören wir ihn selbst aus einer seiner Schriften „Es wäre vielleicht doch höchste Blüte einer neuen Handlungsweise der Welt, wenn die schöne Kunst voranginge, etwa so wie das Experiment in der Wissenschaft der Entdeckung vorhergeht und als ein eigentümliches Element der neuen Zeit angesehen werden kann." (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt