Beschreibung
Schön, Eduard Dr. (auch Engelsberg, E.S.)
Titel: Poet auf der Alm
Reych: Nr. 87 Oppavia (Opava)
Geb.: 23.01.1825 in Engelsberg
Gest.: 27.05.1879 in Deutsch Jaßnik
Volltext
österreichischer Komponist Eduard Schön wurde in Engelsberg als Sohn eines Webermeisters geboren, der ein aktives Mitglied der „Engelsberger Liedertafel" war und die Freude an der Musik seinem Sohn vererbte. Nach dem Besuch der Volksschule und Hauptschule ging er in Olmütz auf das Gymnasium. Dort sang und spielte er im Schulchor und brachte schon bald seine eigenen musikalischen und dichterischen Eingebungen zu Papier. Eine alte vergilbte Handschrift mit dem Vermerk „Mein erstes Lied" und der Jahreszahl 1843 gibt davon Zeugnis. Während des Studiums der Rechte bezog er die Dachstube des Pfarrhauses St. Michael, wo Lieder und Chorstücke wie „Der Mond", ,Die Gestirne", „Oh leuchtet mild, ihr Sterne" oder „So viel Stern am Himmel stehn" entstanden sind. Die ersten Versuche seiner Dichtkunst waren meist sentimental. Auch später findet sich die wehmutsvolle Erinnerung an vergangenes Glück in seinen schönsten Chorälen „Waldesweisen“ und „So weit" wieder. Schön spielte Orgel, Klavier, Geige und Cello, hatte Musik- und Kompositionslehre erlernt und besaß zudem eine geschulte Stimme. So scharten sich viele junge musikbegeisterte Leute um ihn. Der Liederring in Olmütz bildete lange Zeit den Schauplatz dieses Kunstschaffens. Bereits 1845 wird dem Zwanzigjähngen von dem Verleger F. Glöggl in Wien bestätigt, dass er ein „schönes Talent" gefunden habe und erklärt sich zur Herausgabe seiner Arbeiten bereit. 1846 geht Schön zum weiteren Studium nach Wien, das er 1856 abschließt und zum Dr. jur. promoviert. 1851 tritt er eine erste Stelle als Hofkammerprokurator beim Finanzministerium an und wird 1860 Generalsekretär der Börsenkammer. Aus dieser arbeitsreichen Zeit ist ein Klavierstück überliefert, aus dem später die „Poeten auf der Alm" überliefert sind. Seine Ehejahre, ab 1858, mit Betty Held aus Hütteldorf, werden die fruchtbarste Zeit. denn jetzt vollendet er die Mehrzahl seiner 168 Choräle und die Erstaufführungen fast aller humoristischen Chorstücke fallen in den Anfang der 60er Jahre. Am 10.3.1861 kommt die „Waldesweise", seine Lieblingsdichtung, im Konzert des Wiener Männergesangvereins zur Aufführung, wo er sich erstmals des Namens E. (Eduard) S. (Schön) Engelsberg bediente, der ihm so viel Ruhm und Ehre einbrachte und unter dem er heute allen bekannt geblieben ist. 1858 entstand aus der „Juristenliedertafel" der „Akademische Gesangsverein" in Wien, bevorzugte. Gesundheitszustand hatte sich in 4 Jahren so verschlimmert, dass er 1878 aus dem Staatsdienst ausscheiden musste. Bereits ein Jahr später erlag er in Deutsch-Jaßnik, wo er zur Erholung weilte, einem Herzschlag. Seine letzte Ruhe fand Schön neben seiner schon 1866 verstorbenen Frau auf dem Wiener Friedhof Grinzing. In seinem Testament verfügte Schön, dass die Wiener Chöre, der Wiener Männergesangverein und der Akademische Gesangsverein Erben seiner musikalischen Werke wurden. Der Engelsberg-Bund hat ihm in der Nähe des Altvater-Turms ein Denkmal errichtet. In der Herrengasse in Wien erinnert eine Tafel an diesen großen Musiker, der auch Leiter der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien war. Am 5. des Hornung 1898 verkündete die Oppavia eine Festsippung, auf welcher der Lieder- Komponist E. S. Engelsberg zum Ehrenschlaraffen des Reyches erkürt wurde. (Text: Rt. Broschürl (234))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt