Reych Nr. 172

Sixtus, Albert

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Sixtus, Albert (auch als Komponist betätigte. Viele seiner Gedichte für Erwachsene testete er vorab als Fechsung)
Titel: Häschenklein
Reych: Nr. 172 Castrum Plaviense (Plauen)
Geb.: 12.5.1892 in Hainichen (Sachsen)
Gest.: 24.2.1960 in Jena

Volltext

deutscher Kinder- und Jugendbuchautor, Lehrer wld. Sasse des Reyches Glauchavia (62) Nach seiner schulischen Ausbildung 1906 besuchte Sixtus das Königliche Lehrerseminar in Pirna, welches er mit Auszeichnung bestand. 1915 trat er eine Stelle als Lehrer an der Realschule in Kirchberg (Sachsen) an. Trotz seiner Ausmusterung aufgrund einer starken Kurzsichtigkeit verpflichtete man ihn 1915 zum Militärdienst. Am 17.April 1918 erlitt er schwere Verletzungen durch einen Granatsplitter. Mitte Dezember konnte er nach seiner Genesung wieder den Schuldienst in Kirchberg antreten. Sixtus’ intensivste literarische Tätigkeit begann 1922. Schon zwei Jahre später gelangten fünf Bilderbücher in den Buchhandel, u.a. sein bekanntestes Werk Die Häschenschule, das sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Ende September 1925 zog Sixtus nach Glauchau. Dort arbeitete er als Hilfs- und Volksschullehrer. Am 5. November 1928 trat er der Schlaraffia im Reych Glauchavia bei und erhielt seinen Ritterschlag in der Muldenfeste am 29. März 1930 zum Ritter Häschenklein der Sixtaner. Schnell hatte er das Ambt des Zinkenmeisters inne, da er sich neben seiner Schriftstellerei während der Sippungen. Bis 1936 erschienen insgesamt 45 Bilderbücher, 9 Märchenspiele, drei Abenteuerromane, drei Märchenbücher, eine Geschichten- und eine Gedichtsammlung. Außerdem schrieb Sixtus regelmäßig Verse, Gedichte und Geschichten für verschiedene Kinderzeitungen. Mitte der 20er bis Mitte der 30er Jahre gab es wohl kaum ein Kind, das nicht in irgendeiner Form mit seinen Reimen in Berührung kam, an vielen Schulen führten Kinder seine Märchenspiele auf. Von 1936 bis 1943 agierte er als Herausgeber des Jahrbuchs für Kinder Auerbachs Deutscher Kinderkalender. Seine Weigerung, Mitglied der NSDAP zu werden, und sein immer schlechter werdender Gesundheitszustand durch die Verletzungen aus dem 1.Weltkrieg. führten zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Alter von 45 Jahren. Sixtus musste fortan ständig mit Überprüfungen und Bespitzelungen leben. Im Dezember 1938 zog er nach Jena. Dort erlebte er das Ende des Krieges und den Zusammenbruch des Dritten Reiches. Aber seine Genugtuung darüber wurde schwer durch den Verlust seines Sohnes getrübt, der aus dem russischen Feldzug nicht zurückkehrte. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt. Trotz seiner wieder auflebenden schriftstellerischen Tätigkeit litt er mehr und mehr unter seinen Kriegsverletzungen. Nach 1945 bis zu seinem Tod erschienen lediglich zwei Kinderbücher, ein Kinderkalender und ein Abenteuerroman. Dr. Kuno Fiedler schrieb in einem Vorwort über Sixtus: „Er war einer der besten und uneigennützigsten, aufrechtesten und vorurteilslosesten Menschen, die mir begegnet sind. Seine Werke zeugen von liebenswürdiger Sprachbegabung, höchst originellem Humor und überlegener Altersweisheit.“ Sixtus’ noch erhaltener schriftstellerischer Nachlass wird im Albert-Sixtus-Archiv verwaltet. (Text: Rt. Ulenreych (427))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt