Reych Nr. 237

Schiller, Friedrich

Unbekannt ·S-U

Beschreibung

Schiller, Friedrich Prof.
Titel: Fiesco
Reych: Nr. 237 Pfalzbruggen (Ludwigshafen)
Geb.: 10.11.1759 in Marbach am Neckar
Gest.: 09.05.1805 in Weimar

Volltext

deutscher Dichter Schillers Vater war Feldscher, wurde später Werbeoffizier in württembergischem Dienste und brachte es bis zum Major. Der Herzog von Württemberg machte ihn schließlich zum Leiter der Baumschule seines Lustschlosses Solitude. Der junge Schiller empfing seinen ersten Unterricht vom Pfarrer in Seit 1766 besuchte er die Lateinschule in Ludwigsburg. Ursprünglich wollte er Theologie studieren, musste aber seinen Plan ändern, als ihn der Herzog Karl Eugen 1773 in die neugegründete Militärakademie auf der Solitude aufnahm. Schiller wählte zunächst das juristische Studium, wechselte aber 1775 zur Medizin über. Obgleich der militärische Zwang Schiller belastet haben mag, verdankte er der Akademie eine vielseitige Bildung. Schon früh regte sich in Schiller die dichterische Begabung und er arbeitete schon im Stillen an den „Räubern", bevor er entlassen wurde. Nach seiner Entlassung wurde er mit geringem Gehalt als Regimentsmedikus in Stuttgart angestellt. Jetzt vollendete er die „Räuber“, ließ sie 1781 mit geborgtem Geld drucken und im nächsten Jahr in Mannheim mit großem Beifall aufführen. Als er einer zweiten Aufführung ohne Urlaub beiwohnte, bestrafte ihn der Herzog mit Arrest und verbot ihm das Schreiben weiterer Dramen. Schiller floh nach Mannheim und fand später Unterkunft bei der Mutter seines Freundes, Henriette von Wolzogen, auf ihrem Gut Bauerbach bei Meiningen. Hier vollendete er sein bürgerliches Trauerspiel „Luise Millerin", später „Kabale und Liebe" genannt und begann mit „Don Carlos". 1783 ging er wieder nach Mannheim. Wo er als Theaterdichter mit festem Gehalt angestellt wurde. Dem ohne großen Erfolg gespielten „Fiesko“ folgte mit ungeheurer Bühnenwirkung „Kabale und Liebe". Mit der Vorlesung eines Bruchstückes von „Don Carlos" am Darmstädter Hof erwarb er sich den Titel eines Weimarschen Rates. In dieser Zeit erschütterte ihn die Liebe zu Charlotte von Kalb, der Frau eines Offiziers. Im Jahr 1789 wurde er zum Professor nach Jena berufen. Kurz nach seiner Antrittsvorlesung heiratete er Charlotte von Lengefeld, die er in Rudolstadt kennen gelernt hatte. Der Ehe entsprossen zwei Söhne und zwei Töchter. In den nächsten Jahren entstand die „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges". Nebenbei wandte sich Schiller philosophischen Studien, vor allem Kant, zu. 1791 meldete sich seine Erkrankung mit einem lebensgefährlichen Anfall, so dass er gezwungen war, seine Lehrtätigkeit aufzugeben. 1794 gründete er nach der Rückkehr von einer Reise in die Heimat die Zeitschrift „Die Horen" und forderte auch Goethe zur Mitarbeit auf. Dies wurde der Anlass eines Freundschaftsbundes zwischen den beiden großen Dichtem, an den der lebhafte Briefwechsel erinnert. Im gemeinsamen Kampf gegen die minderwertige zeitgenössische Literatur veröffentlichten sie im „Musenalmanach auf das Jahr 1797" die „Xenien“. Dem nächsten Jahrgang des Almanachs verdanken wir die größte Zahl der Balladen. 1799 vollendete Schiller den „Wallenstein", den Goethe in Weimar aufführen ließ. Schiller siedelte nach Weimar über, wo rasch hintereinander die Dramen „Maria Stuart", „Die Jungfrau von Orleans", „Die Braut von Messina" und „Wilhelm Tell" folgten. Über der Arbeit an einem neuen Stück „Demetrius“ raffte ihn ein sanfter Tod dahin. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt