Beschreibung
Steiger, Anton David (auch Edler vom Stein)
Titel: Hainz am Stein der Wilde
Reych: Nr. 77 Neostadia (Wiener Neustadt)
Geb.: 02.02.1755 in Pöttsching
Gest.: 30.01.1832 in Wiener Neustadt
Volltext
österreichischer Mineraloge und Bergbaupionier Steiger war zunächst als Rentschreiber im Dienst des Fürsten Josef Franz Palffy tätig, der ihm ein Studium an der Bergakademie Schemnitz ermöglichte. Seine Kenntnisse der Mineralogie führten dazu, dass er vom Kaiser Josef II. in Österreich und Ungarn gesandt wurde, um für den Abbau geeignete Eisengruben und Kohlenflöze zu finden. Diese Tätigkeit brachte ihm beachtlichen Wohlstand, sodass er 1788 die seit langem unbewohnte und in schlechtem Zustand befindliche Burg Seebenstein von Graf Joseph von Pergen pachten konnte. Steiger restaurierte die Burg und stattete sie mit einer Sammlung historischer Möbeln, Bildern, Rüstungen, Waffen und einer Mineraliensammlung aus. 1792 wurde Steiger Ökonomierat in der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, 1816 wurde er mit dem Titel „Edler am Stein“ geadelt. Im Jahre 1790 gründete Steiger, ein Anhänger der Ritterromantik, die „Wildensteiner Ritterschaft auf blauer Erde“ auf Burg Seebenstein. Diesem Ritterbund, dem Steiger unter dem Ritternamen „Hainz am Stein der Wilde“ vorstand, gehörten Männer aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten an, aber auch Mitglieder des Adels, wie Prinz Leopold von Sachsen-Coburg, Großherzog Karl August von Weimar, Hoch- und Großmeister war Erzherzog Johann. Auch Kaiser Franz I. besuchte 1811 Burg Seebenstein und nahm am ritterlichen Treiben teil. Obwohl die Ritterschaft nur zum geselligen Spiel zusammenkam erregte die Mitgliedschaft von Freimaurern und Jakobinern bei den Beratern des Kaisers, insbesondere Fürst Metternich, Misstrauen, sodass Steiger die Ritterschaft auf Befehl des damaligen Regierungspräsidenten Augustin Reichmann Freiherr von Hochkirchen auflösen musste. Kurz darauf verkaufte von Pergen die Burg an Fürst Johann von Liechtenstein, dem Steiger seine über Jahre zusammengetragenen Sammlungen überließ. Steiger trat daraufhin in Ruhestand und verlebte seine letzten sieben Jahre in Wiener Neustadt. Auf seinem Grabstein ist vermerkt: Anton David Steiger Ritter von Amstein, geboren den 2. Februar (1)755, gestorben den 30. Jänner (1)832. Ihm, dessen Herz im Triebe für Rechtthun und Treue brach, weint hier der seinen Liebe, des Schmerzens Tränen nach. (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt